Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg meldet Insolvenz an
VonSina Alonso Garciaschließen
Die Trender Jeansmode GmbH, Muttergesellschaft der Yeans Halle, hat Insolvenz angemeldet. In Eigenverwaltung will sich das 1977 gegründete Unternehmen jetzt neu aufstellen, der Geschäftsbetrieb wird fortgesetzt.
Sindelfingen – Sie haben sich auf junge, moderne Kleidung spezialisiert und wollten damit zukunftsfähig sein. Jetzt hat die Krise des Modehandels auch die Trender Jeansmode GmbH, die Muttergesellschaft der Yeans Halle, erreicht. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, hat das Traditionsunternehmen aus Sindelfingen (Kreis Böblingen) beim Amtsgericht in Stuttgart ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, dem das Gericht am 7. Dezember entsprochen hat.
Rechtsanwalt Steffen Beck von der Pluta Rechtsanwalts GmbH unterstützt die Neuaufstellung als Sanierungsgeschäftsführer (CRO). Rechtsanwalt Sebastian Mielke aus der Kanzlei Menold Bezler in Stuttgart wurde zum vorläufigen Sachwalter bestellt, der das Verfahren im Sinne der Gläubiger begleitet.
So geht es für die 270 Mitarbeiter der Yeans Halle nach der Insolvenzanmeldung weiter
„Der stationäre Handel steht derzeit stark unter Druck“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Steffen Beck. „Mit der Eigenverwaltung stellen wir die Unternehmensgruppe zukunftsfähig auf.“ Man habe bereits erste Gespräche mit wichtigen Geschäftspartnern geführt. Trotz Antragstellung werde das 1977 gegründete Unternehmen in vollem Umfang weitergeführt. Alle Filialen seien wie gewohnt geöffnet, die rund 270 Mitarbeiter bereits über die aktuelle Situation informiert. Auch Löhne und Gehälter der Mitarbeiter für die kommenden drei Monate seien durch das Insolvenzgeld gesichert.
In den kommenden Wochen will das Unternehmen im Rahmen eines umfassenden Sanierungskonzepts sämtliche Kosten- und Umsatzpositionen aller Filialen prüfen und interne Prozesse analysieren. „Die Situation ist derzeit nicht leicht“, sagt Gesellschafter und Geschäftsführer Horst Mühlberger. „Die Antragstellung erfolgte, um die Möglichkeiten des Sanierungsverfahrens zu nutzen und unsere Gruppe zukunftsfähig aufzustellen. Die Mitarbeiter ziehen mit uns an einem Strang. Das freut mich sehr.“
Trender Jeansmode GmbH
Die Trender Jeansmode GmbH betreibt insgesamt 18 Yeans-Halle-Filialen in Südwestdeutschland. Diese befinden sich unter anderem in Amtzell, Augsburg, Karlsruhe, Kempten, Leonberg, Ludwigsburg, Münsingen, Sindelfingen, Stuttgart, Ulm und Viernheim. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 270 Mitarbeiter.
Vom Insolvenzverfahren unberührt bleibt laut Stuttgarter Zeitung die Outlet-Gesellschaft mit den Geschäften in Kornwestheim, Kirchheim/Teck und Münsingen. Für die Filialen in der Stadtgalerie in Heilbronn sowie im Forum Mittelrhein in Koblenz wurde hingegen bereits die Schließung angekündigt. Auch das Stammhaus des Traditions-Modegeschäfts in Stuttgart wurde im Juli nach 46 Jahren geschlossen.
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Der Geschäftsbetrieb der von der Insolvenz betroffenen Filialen läuft laut Sanierungsexperte Beck normal weiter. Das Unternehmen begründet seine Umstrukturierung mit sinkenden Einnahmen, insbesondere seit Ausbruch der Corona-Pandemie, sowie mit steigenden Ausgaben, beispielsweise für Energie. Darüber hinaus hätten die trübe Verbraucherstimmung aufgrund der hohen Inflation und der politischen Situation sowie der zunehmende Wettbewerb durch den Online-Handel „zu einer deutlichen Kaufzurückhaltung der Kunden“ geführt.
Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/Imago

