Gibt‘s diesmal Rettung?

Galeria Karstadt Kaufhof vorm Aus? 3. Insolvenz in 4 Jahren – neue Job-Angst bei Mitarbeitern

  • Peter Kiefer
    VonPeter Kiefer
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Baden-Württemberg - Schock-Nachricht für Tausende Mitarbeiter bei Galeria Karstadt Kaufhof: Der Kaufhaus-Riese meldet zum 3. Mal binnen vier Jahren Insolvenz an.

Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) hat am Dienstag (9. Januar) einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Essen gestellt, wie das Unternehmen bekannt gab. Mit der neuerlichen Insolvenz strebt GKK nach einem neuen Eigentümer, wobei bereits Gespräche mit potenziellen Investoren laufen, um das Fortbestehen des Unternehmens zu sichern, wie SÜDWEST24 berichtet.

„Befreiungsschlag“ des Unternehmens

Galeria-Chef Olivier van den Bossche äußerte, dass der operative Erfolg Galerias durch die Bedingungen der alten Eigentümerstruktur belastet wird. Er betrachtet den aktuellen Schritt als einen „Befreiungsschlag“.

Die Mitteilung des Unternehmens führt weiter aus, dass die Insolvenzen der Signa-Gruppe Galeria erheblich schädigen, das laufende Geschäft behindern und durch hohe Mieten sowie teure Dienstleistungen die Zukunftsaussichten stark einschränken.

Die Plakate an Türen und Schaufenstern weisen auf die Schließung der Filiale von Galeria Kaufhof am Heidelberger Bismarckplatz noch im Januar 2024 hin.

3. Insolvenz innerhalb von vier Jahren – Zweifel an den Zahlungen von Signa

Es ist die 3. Insolvenz für GKK in weniger als vier Jahren. Ausgelöst wurde diese durch Probleme beim Mutterkonzern Signa, dessen mehrere Unternehmen, darunter die Signa Retail Selection AG, zu der GKK gehört, Insolvenz angemeldet haben. Ende 2022 musste Galeria unter einem Schutzschirmverfahren Zuflucht suchen, wobei im März 2023 der Insolvenzplan von der Gläubigerversammlung gebilligt wurde. Signa hatte zugesagt, für die Sanierung 200 Millionen Euro in mehreren Tranchen bis 2025 zu zahlen.

Die Auszahlung der zugesagten Mittel von Signa steht jedoch in Frage. Der österreichische Insolvenzexperte Karl-Heinz Götze von KSV1870 äußerte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit, wobei er darauf hinwies, keine genauen Kenntnisse über die Zahlungsvereinbarungen zu haben. Der Insolvenzverwalter von Signa Holding lehnte eine Stellungnahme ab.

Großes Bangen um 15.000 Arbeitsplätze auch in Rhein-Neckar-Dreieck

Nach der letzten Insolvenz musste Galeria etwa 40 Filialen schließen, und 18 weitere Filialen werden im Laufe dieses Monats dicht machen – eine davon ist die Galeria Kaufhof am Heidelberger Bismarckplatz, die noch im Januar dicht macht. Die Regale im Inneren des riesigen Gebäudes sind teils leergefegt, ganze Bereiche abgesperrt. Unklar, was mit dem Kult-Bau am Rande der Heidelberger Altstadt nach dem Kaufhof-Aus passiert.

Aktuell betreibt Galeria 92 Warenhäuser und beschäftigt über 15.000 Menschen. Die Auswirkungen der neuen Insolvenzanmeldung auf die Beschäftigten sind noch unklar. Die Jobangst geht auch in den Filialen in Mannheim, Speyer, Viernheim und Heidelberg wieder um.

Galeria Kaufhof schließt seine Filiale am Bismarckplatz in Heidelberg. (Archivfoto)

In den vorherigen Insolvenzverfahren hatten die Gläubiger auf Milliardenforderungen verzichtet. Der deutsche Staat unterstützte das Unternehmen mit 680 Millionen Euro in den Jahren 2021 und 2022. Laut dem Insolvenzplan von 2023 sollte der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) nur einen kleinen Teil aus der Verwertung des Warenbestands zurückerhalten.

Regelinsolvenzverfahren eingeleitet

Diesmal hat Galeria Karstadt Kaufhof GmbH ein Regelinsolvenzverfahren beantragt. Hierbei wird ein vorläufiger Insolvenzverwalter vom Gericht bestellt. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, benötigt jedoch die Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters für alle Geschäfte.

Der Insolvenzverwalter muss prüfen, ob die Voraussetzungen für das Insolvenzverfahren erfüllt sind und ob die Verfahrenskosten gedeckt sind. Nach Erfüllung dieser Voraussetzungen wird das Verfahren eröffnet und ein Insolvenzplan kann entweder durch die Geschäftsführung oder durch den Insolvenzverwalter erstellt werden.

Dieser Artikel wurde mit maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von unserem Redakteur Peter Kiefer sorgfältig geprüft. (pek/dpa)

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Marten Kopf

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