Marktanalyse McMakler
Sinkende Immobilienpreise - Stuttgart hat stärksten Preisrückgang beim Wohnungskauf
- VonCharlotte Götzschließen
Melissa Sperberschließen
Steigende Zinsen haben in Deutschland enorme Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Drei Großstädte sind besonders stark von sinkenden Preisen beim Immobilienkauf betroffen.
Am stärksten betroffen von den sinkenden Immobilienpreisen ist die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart. Die neuen Ergebnisse bringt eine aktuelle Auswertung von McMakler Research im Rahmen einer Marktanalyse hervor. Seit Jahren warnen Experten, dass die Entwicklung der Mietpreise und Zinserhöhungen sozialen Sprengstoff bietet.
Doch potenzielle Käufer bleiben trotz weiter rückläufiger Immobilienpreise noch zurückhaltend. Doch was genau bedeutet diese Preisentwicklung beim Immobilienerwerb, insbesondere in Hinblick auf die Mietpreise? Und was ist angesichts dieser Entwicklung nun besser: Immobilie mieten - oder doch kaufen?
Auswertung der Marktanalyse - Stuttgart verzeichnet stärksten Preisrückgang für Wohnungen
Im Vergleich zum vierten Quartal 2022 sind die Preise über alle Bundesländer und sieben A-Städte hinweg deutlich gesunken. Doch anhaltend hohe Inflationsraten und gestiegene Zinsen zur Finanzierung von Immobilien beeinflussen den Immobilienmarkt weiterhin.
Den stärksten Preisrückgang beim Immobilienkauf für Wohnungen innerhalb der größten Städte verzeichneten: Stuttgart (-4,7 Prozent), Frankfurt am Main (-3,9 Prozent) und Düsseldorf (-3,0 Prozent).
Den stärksten Preisrückgang beim Immobilienkauf für Häuser innerhalb der größten Städte verzeichneten: Hamburg (-0,7 Prozent), Frankfurt am Main (-0,6 Prozent) und Köln (-0,6 Prozent).
Deutschlandweiter Rückgang der Immobilienpreise, steigendes Angebot
Die Immobilienpreise sind im ersten Quartal 2023, also von Januar bis März, deutschlandweit um durchschnittlich 1,9 Prozent gesunken. Das Angebot zugleich um 2,1 Prozent gestiegen. Auch Wohnungen verzeichnen mit 3,1 Prozent einen stärkeren Preisrückgang als Häuser (-0,6 Prozent). Der durchschnittliche Eigenkapitalanteil liegt aktuell bei rund 20 Prozent.
Doch welche Auswirkungen hat diese Preisentwicklung? Die Marktanalyse von McMakler zeigt: Preise für Wohnimmobilien sind im ersten Quartal dieses Jahres bundesweit um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurückgegangen - im Vorjahresvergleich (Q1/2022 vs. Q1/2023) sogar um 6,2 Prozent.
Was sind eigentlich „A-Städte“?
Die sieben Top-Städte der Kategorie A sind gleichzeitig die sieben größten Städte Deutschlands. Sie zählen zu den attraktivsten Lagen für viele Investoren im Bereich des Immobilienmarktes und umschließen die Metropolen:
Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.
Obwohl die Definition von A-Städten primär an hohe Einwohnerzahlen geknüpft ist, sind eine Reihe weiterer Faktoren für dieses Ranking ausschlaggebend. Dazu gehört eine stabile und vielversprechende soziale und wirtschaftliche Situation der Stadt sowie eine hohe Standortqualität.
Die gestiegenen Zinsen für Immobilienkredite führten im Gegenzug zu einem erhöhten durchschnittlich eingebrachten Eigenkapitalanteil an der Gesamtfinanzierung. Das kann zu deutlich angezogenen Mietpreisen führen. Auch die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart bleibt davon - wie auch schon im Jahr 2021 - wahrscheinlich nicht verschont.
Wie entwickelte sich der Preisrückgang für Wohnungen und Häuser im Bundesländervergleich?
Im Bundesländervergleich war der Preisrückgang für Wohnungen in Bayern (-3,5 Prozent) am stärksten. Bei Häusern gingen die Preise am deutlichsten in Brandenburg (-1,8 Prozent) zurück. Der Preisrückgang in Baden-Württemberg ist im Vergleich mit den anderen Bundesländern nur minimal und wird bei der Auswertung der Marktanalyse nicht erwähnt.
Wissenswert - Umfang des Marktreports
Der Marktreport umfasst die Kaufpreis-, Nachfrage- sowie Angebotsentwicklung in den deutschen Bundesländern und den Top-7-Städten im ersten Quartal 2023. Die Analyse basiert unter anderem auf den realen Transaktionsdaten von McMakler und bildet damit das momentane Marktgeschehen ab. Betrachtet wurde der Zeitraum Q1/2022 bis 1/2023.
Eigenkapitalanteil bei Immobilienfinanzierung stabilisiert sich - Kreditzinsen weiterhin hoch
Für Kaufinteressenten bleibt der geplante Immobilienkauf trotz aktuell sinkender Immobilienpreise nach wie vor eine Herausforderung - insbesondere aufgrund erschwerter Finanzierungsbedingungen. Um den hohen Kreditzinsen entgegenzuwirken, bringen Käufer inzwischen mehr Kapital aus eigener Tasche in ihre Immobilienfinanzierung ein als noch vor einem Jahr.
So erhöhte sich der durchschnittlich eingebrachte Eigenkapitalanteil im Vergleich zum Vorjahr um rund vier Prozentpunkte und liegt aktuell bei etwa 20 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2022 betrug er rund 16 Prozent.
Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst

