Maskenpflicht in Innenräumen

Maskenpflicht in Innenräumen: Regierung erarbeitet einheitliche Umsetzung

Eine Frau kauft Obst im Supermarkt ein, sie trägt eine Maske.
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Kommt die Maskenpflicht beim Einkaufen zurück? Regierung prüft bundesweite Einführung.
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  • Dominik Jahn
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Das Coronavirus ist in Baden-Württemberg wieder auf dem Vormarsch. Jetzt erarbeitet die Regierung Pläne für die einheitliche Umsetzung der Maskenpflicht in Innenräumen. Der Handelsverband hatte zuletzt vor dramatischen Folgen gewarnt.

Update 24. Oktober: Erst vor wenigen Tagen hatte sich der Handelsverband Baden-Württemberg zu den womöglich dramatischen Folgen einer erneuten Maskenpflicht im Handel geäußert, jetzt sprechen die Gesundheitsminister der Länder über ein geschlossenes Vorgehen bei einer möglichen Einführung der Maskenpflicht in Innenräumen.

Man wolle laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) dafür entsprechende Schwellenwerte erarbeiten. Bei Lebensmittel-Riesen wie Kaufland und Lidl hat man beim Thema Maskenpflicht beim Einkaufen klare Vorgaben herausgegeben gegenüber echo24.de. Unterdessen arbeitet man in der Regierung an den Grundlagen für eine bundesweite Umsetzung. Eine Sprecherin von Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärte gegenüber der dpa am Montagabend, eine Arbeitsgruppe soll nun klären, „wie man zum Beispiel Maskenpflicht in Innenräumen einführen könnte, welche Schwellenwerte da gelten sollten“.

Maskenpflicht für Innenräume: Regierung erarbeitet mögliche Umsetzung

Dem Bericht zufolge soll die Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden am 9. und 10. November über die Schwellenwerte beraten. Dabei solle beispielsweise erörtert werden, inwieweit die Hospitalisierungsrate berücksichtigt werden müsse, sagte die Sprecherin.

Wie aus dem Artikel hervorgeht, hatten die Amtsärzte im Vorfeld der Beratungen bereits ein möglichst einheitliches Vorgehen der Bundesländer in der Corona-Pandemie gefordert. Der Vorsitzende des Bundesverbands, Johannes Nießen, sagte am Montag im ARD-Morgenmagazin: „Uns liegt daran, dass möglichst eine einheitliche Vorgehensweise beschlossen wird, dass möglichst klar wird, wenn die Inzidenz bei 500 oder 1000 ist, dass man sowohl in Hamburg als auch in München gleich vorgeht.“

Maskenpflicht in Innenräumen für Ministerpräsident Kretschmann vorerst kein Thema

Update 18. Oktober: Trotz deutlich gestiegener Corona-Fallzahlen will Ministerpräsident Winfried Kretschmann vorerst keine Rückkehr zur Maskenpflicht. Wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet, sagte der Grünen-Politiker am Dienstag (18. Oktober) in Stuttgart mit Blick auf Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) und die Fallzahlen: „Der Gesundheitsminister ist der Meinung, dass der Peak überschritten ist“. Falls sich die Situation ändere, könne man gegebenenfalls reagieren und die Maskenpflicht wieder einführen. Aber: „Erstmal machen wir das nicht.“

Nach Zahlen des Landesgesundheitsamts vom Dienstag ist die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz rückläufig. Demnach hatten sich binnen einer Woche 713,4 Menschen je 100 000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. In der Vorwoche waren es 783,7. Der R-Wert, der Hinweise auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit gibt, lag bei rund 0,83. Das heißt: Im Schnitt stecken 100 Infizierte 83 Menschen an.

Aktuell sprechen die Infektionszahlen laut dem Gesundheitsministerium für eine mögliche Seitwärtsbewegung beziehungsweise einen fallenden Trend. „Wir haben jedenfalls trotz mehr Testungen in der vergangenen Woche weniger positive Testergebnisse“, erklärte eine Sprecherin. „Allerdings müssen wir diesen Trend mit Vorsicht genießen und sind natürlich in Hab-Acht-Stellung. Wir beobachten die Lage ganz genau.“

Länder können bei Bedarf Maskenpflicht in Innenräumen einführen

Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen in den vergangenen Wochen und Personalausfällen sei die Lage in den Krankenhäusern angespannt. 176 Covid-19-Patienten lagen zuletzt auf Intensivstationen im Südwesten (Vorwoche: 173) und 2146 auf Normalstationen (1766).

Eine bundesweite Maskenpflicht gibt es derzeit nur noch in Fernzügen und -bussen, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen. Darüber hinaus können die Länder sie bei Bedarf in Innenräumen einführen. Das könnte dann beispielsweise auch die Supermärkte, wie Lidl oder Kaufland betreffen. Diese hatten bereits diesbezüglich gegenüber echo24.de eine klare Meinung geäußert.

Maskenpflicht in Innenräumen vor baldiger Rückkehr in Baden-Württemberg

Erstmeldung vom 17. Oktober: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha hält angesichts des starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen die baldige Wiedereinführung der Maskenpflicht in Innenräumen für möglich. „Es kann unter Umständen schnell gehen“, sagte Lucha am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Die Lage in den Krankenhäusern ist angespannt, aber noch beherrschbar.“ Wenn die Experten zu dem Schluss kämen, dass man gegensteuern müsse, sei das Land vorbereitet. „Es kann sein, dass wir relativ schnell sagen, dass das Tragen von Masken in Innenräumen verpflichtend wird.“

Es gehe darum, das Gesundheitssystem arbeitsfähig zu halten. Manche kleinere Krankenhäuser seien schon in der Lage, Patienten in größere Kliniken verlegen zu müssen. „Im Moment ist die Situation aber noch zu bewältigen“, sagte der Grünen-Politiker. Er appellierte an die Menschen im Südwesten, sich impfen zu lassen – auch gegen die Grippe. Das entlaste das angespannte Gesundheitswesen in Baden-Württemberg.

Corona-Maskenpflicht bald auch in Supermärkten?

Die Maskenpflicht könnte dann nicht nur in Büros und öffentlichen Gebäuden gelten, sondern auch in Supermärkten wie Aldi, Lidl oder Kaufland. Kaufland und Lidl hatten dazu zuletzt auf Anfrage von echo24.de eine klare Meinung geäußert.

Das Corona-Infektionsgeschehen im Land hat zuletzt deutlich zugenommen. Lag die Zahl der neuen Infektionen innerhalb von sieben Tagen pro 100 000 Einwohner vor einer Woche noch bei 400, ist der Wert mittlerweile rund doppelt so hoch. Weil nicht mehr jeder Infizierte einen PCR-Test macht, gehen Experten zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

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