Beschäftigte weltweit betroffen
Job-Abbau bei SAP – Software-Riese aus Walldorf streicht mehr Stellen als gedacht
VonPeter Kieferschließen
Baden-Württemberg - Im Januar kündigte Software-Riese SAP den Abbau von weltweit rund 8.000 Stellen an. Doch plötzlich sind viel mehr im Gespräch – die Begründung:
Update vom 23. Juli: Software-Riese SAP plant aufgrund der hohen Annahmebereitschaft unter den Beschäftigten eine Ausweitung seines Stellenabbauprogramms. Statt der ursprünglich geplanten 8.000 Stellen sollen nun zwischen 9.000 und 10.000 der derzeitigen Arbeitsplätze eingespart werden.
Diese Entscheidung wurde von den Walldorfern nach dem US-Börsenschluss am Montagabend (22. Juli) verkündet. Zum Ende des 2. Quartals belief sich die Anzahl der Stellen bereits auf 105.315 – fast 3.000 weniger als zum Ende des 1. Quartals.
| Unternehmen | SAP |
| Firmensitz | Walldorf |
| Gründung | April 1972 |
| Vorstandschef | Christian Klein |
| Umsatz | 31,2 Mrd. Euro (2023) |
| Mitarbeiterzahl 2023 | 105.315 (weltweit) |
SAP will bis zu 10.000 Stellen weltweit streichen
Im Zuge dessen erhöht SAP die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für das kommende Jahr um 0,2 Milliarden Euro und strebt für 2025 ein operatives Ergebnis von rund 10,2 Milliarden Euro an. Zuvor hatte das Unternehmen den finanziellen Effekt des Stellenabbaus auf etwa 500 Millionen Euro geschätzt. Um den erweiterten Stellenabbau umsetzen zu können, hat SAP im zweiten Quartal zusätzlich 0,6 Milliarden Euro zurückgelegt.
Das Management bestätigte die Prognose für das laufende Jahr und beließ die Umsatzerwartungen für 2025 unverändert. Die Aktien des Dax-Konzerns stiegen nachbörslich in den USA um mehr als 4 Prozent an.
Job-Schock bei SAP in Walldorf – Software-Riese streicht 2.600 Stellen in Deutschland
Erstmeldung vom 6. April: Schlechte Nachricht für die jahrzehntelang erfolgsverwöhnte Wirtschaft in Baden-Württemberg! Jetzt wird es also konkret bei Software-Riese SAP in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis): Laut Medienbericht sollen allein in Deutschland 2.600 Jobs gestrichen werden.
Job-Schock bei SAP in Walldorf – Software-Riese streicht 2.600 Stellen in Deutschland
Bereits im Januar 2024 hatte SAP den Abbau von weltweit 8.000 Stellen angekündigt, wie BW24 berichtet. Doch inzwischen ist durchgesickert, wie viele Beschäftigte am Firmensitz in Walldorf vom Rotstift betroffen sind.
Denn wie das renommierte Handelsblatt unter Berufung auf eine E-Mail des Europäischen Betriebsrats schreibt, sollen bundesweit 2.600 Jobs wegfallen. Gemeinsam mit den anderen Standorten in Europa, für die der Betriebsrat ebenfalls zuständig ist, sollen es rund 4.100 Stellen sein.
Stellenabbau bei SAP bis 1. April 2025 abgeschlossen
Demnach sollen die von den Kürzungen betroffenen SAP-Mitarbeiter in den nächsten Wochen entsprechend informiert werden. Der geplante weltweite Stellenabbau soll bis zum Abschluss des 1. Quartals 2025 über die Bühne gehen.
Im Vordergrund stünden gemäß früherer SAP-Angaben dabei Freiwilligenprogramme und interne Umschulungsmaßnahmen, die umgesetzt werden sollen, wie SÜDWEST24 ausführte. Es gilt jedoch als ungewiss, wie viele von den betroffenen 8.000 Mitarbeitern dann auch weiterhin noch für den IT-Riesen arbeiten werden.
Wie es mit Kündigungen bei SAP in Deutschland aussieht?
Immerhin: Kündigungen seien in Deutschland praktisch ausgeschlossen – im Rest der Welt dagegen nicht. Die Restrukturierung bei SAP, bei dem viel auf Künstliche Intelligenz (KI) gebaut werden soll, wird mit Kosten in Höhe von 2 Milliarden Euro kalkuliert.
Während SAP-Boss Christian Klein dies mit der Stärkung von Zukunftstechnologien begründet, sehe der Betriebsrat diesen Umbau viel eher als Maßnahme zur Kostensenkung.
Betriebsrat kritisiert SAP-Management
Angesichts der Investitionen in „strategische Wachstumsbereiche“, in denen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, erwartet SAP dennoch eine stabile Mitarbeiterzahl von etwa 107.500 zum Jahresende 2024. Nach Ansicht des Betriebsrats habe das SAP-Management die geschäftliche Logik nicht ausreichend begründet sowie keine detaillierten Informationen über Ineffizienzen dargelegt.
Fraglich sei zudem, ob diese neuen Stellen nicht eher am gerade entstehenden Campus in Bangalore (Indien) entstehen denn in Walldorf oder St. Leon-Rot. Bereits im Jahr 2023 setzte SAP den Rotstift an und baute weltweit 3.000 Stellen ab, so HEIDELBERG24. (pek/dpa)


