Sicherheitsbericht 2024
So viele Tötungsdelikte in Baden-Württemberg wie seit Jahren nicht – 13 Kinder unter Opfern
VonPeter Kieferschließen
Laut Sicherheitsbericht des Innenministeriums gab es 2024 so viele Tötungsdelikte in Baden-Württemberg, wie seit Jahren nicht mehr. Auch 13 Kinder wurden getötet.
Die Zahlen sind schockierend! Der aktuelle Sicherheitsbericht zur Kriminalitätsentwicklung in Baden-Württemberg 2024 nennt bei manchen Verbrechen einen alarmierenden Anstieg. Viele Straftaten wurden laut Landesinnenministerium in Stuttgart im vergangenen Jahr so oft begangen, wie seit Jahren nicht mehr – darunter Mord und Totschlag.
So viel Mord und Totschlag in Baden-Württemberg, wie seit fünf Jahren nicht mehr
Die Kriminalitätsbelastung durch Allgemeinkriminalität lag im Jahr 2024 mit 4882 Fällen je 100.000 Einwohner auf dem zweitniedrigsten Wert der letzten 20 Jahren. Mit einer Aufklärungsquote von 60,3 Prozent wurde ein Großteil aller Straftaten der Allgemeinkriminalität aufgeklärt. Damit übertrifft die Polizei zum sechsten Mal seit 2004 die 60-Prozent-Marke.
Aber: Mit 456 Fällen liegen die sogenannten „Straftaten gegen das Leben“ (unter 0,1 Prozent der Gesamtstraftaten) aufgrund eines Anstiegs um 10,9 Prozent auf einem Fünf-Jahres-Hoch! Etwa ein Drittel davon entfällt auf Messerangriffe. Die wohl aufsehenerregendste Tat: Der brutale Angriff auf den Polizisten Rouven Laur auf dem Mannheimer Marktplatz, der zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen gestorben ist, wie echo24.de berichtete.
Das sind Straftaten gegen das Leben
Zur Erklärung: Zu den Straftaten gegen das Leben gehören Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, fahrlässige Tötung und der strafbare Schwangerschaftsabbruch. Bei 104 der 456 Fälle im Jahr 2024 handelte es sich um Mord – 17 Taten mehr als noch 2023. Zwei Drittel der Straftaten (306 Fälle) gegen das Leben führten glücklicherweise nicht zum Tod. Die Aufklärungsquote der Straftaten gegen das Leben liegt bei 93 Prozent. Damit klärt die Polizei mehr als neun von zehn Fälle auf.
Insgesamt wurden im Jahr 2024 laut Statistik 149 Menschen getötet – drei weniger als noch im Vorjahr 2023. Davon starben 79 durch fahrlässige Tötung und 21 Personen wurden ermordet. Sieben von zehn Opfer von Straftaten gegen das Leben sind männlich.
Besonders schlimm: 33 Personen der Opfer (6,1 Prozent) von Straftaten gegen das Leben sind Kinder. 13 dieser Kinder wurden tödlich verletzt. Von diesen Todesopfern waren sieben Babys, die ein Jahr oder jünger waren. Mädchen waren mit einem Anteil von rund 53 Prozent etwas häufiger Opfer als Jungen.
Über 3000 Messerangriffe in Baden-Württemberg im Jahr 2024
Die Anzahl der Messerangriffe liegt mit registrierten 3129 Fällen etwa auf Vorjahresniveau. Davon konnte die Polizei 86,3 Prozent aufklären. Durch die Attacken starben 24 Menschen – fünf weniger als im Vorjahr. Mit 42,7 Prozent ereigneten sich weniger als die Hälfte der Messerangriffe im öffentlichen Raum. In 362 Fällen wurde mit Schusswaffen geschossen, davon 15 Mal im Deliktsfeld Mord und Totschlag.
Die Kriminalitäts-Hotspots im Jahr 2024 waren je 100.000 Einwohner: Freiburg (9853 Straftaten), Mannheim (9685 Straftaten), Ulm (9192 Straftaten), Stuttgart (8165 Straftaten) und Baden-Baden (7736 Straftaten). Doch auch Heilbronn rangiert mit 7019 Straftaten in der Top 10 – alles jeweils ohne ausländerrechtliche Verstöße.
Die Bilanz von Innenminister Strobl
„Es liegt ein ereignisreiches Jahr 2024 hinter uns. Und trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen ist und bleibt Baden-Württemberg eines der sichersten Länder. Wir konnten den ansteigenden Trend der Straftaten stoppen. Nirgendwo lebt es sich so sicher wie im Süden der Republik“, bilanziert der Landesinnenminister und stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU).
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