Bis Donnerstag
Bahn-Streik ab Mittwoch: Pendler müssen mit „massiven Auswirkungen“ rechnen
VonJosefine Lenzschließen
Die Deutsche Bahn streikt wieder! Von Mittwoch auf Donnerstag sollen die Beschäftigten ihre Arbeit niederlegen. Es ist mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen zu rechnen.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ruft wieder zum Warnstreik aus und wird damit den Bahnverkehr massiv stören. Seit vergangenem Donnerstag laufen die Verhandlungen zwischen der GDL und der Deutschen Bahn (DB). Ein neuer Tarifvertrag soll her. Allerdings kommen beide Seiten nicht auf einen Nenner und so werden Beschäftigte der DB dazu aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen.
Bahn-Streik ab Mittwoch: GDL fordert Gehaltserhöhung und Inflationsprämie
Die GDL ruft ihre Mitglieder für einen Warnstreik bei der Deutschen Bahn ab Mittwochabend auf. Die Beschäftigten sollen von 22 Uhr bis 18 Uhr am Donnerstag die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft am Dienstag auf ihrer Webseite mitteilt. Bahnreisende müssen mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. Welche Rechte Zuggäste haben, hat echo24.de zusammengefasst.
Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen unter anderem 555 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten sowie eine Inflationsausgleichsprämie von bis zu 3.000 Euro. Besonders wichtig ist Gewerkschaftschef Claus Weselsky zudem eine Arbeitszeitreduzierung von 38 auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich. Die Bedeutung dieser Forderung für die GDL betont er zuletzt immer wieder.
„Der Unmut der Beschäftigen ist groß, ihre Anliegen sind legitim“, so Weselsky. „Wer glaubt, zulasten der Mitarbeiter zynisch auf Zeit spielen zu können, befindet sich im Irrtum. Jetzt ist die Zeit, Verbesserungen zu erzielen, das duldet keinen Aufschub!“, so Weselsky am Dienstagabend in einer Pressemitteilung.
Deutsche Bahn wütend: Streik „zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Unding“
„Jetzt zeigt die Spitze der Lokführergewerkschaft ihr wahres Gesicht, sie war nie an Lösungen interessiert. Der Streikbeschluss zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Unding“, poltert Seiler in einer Mitteilung.
#GDLStreik vom 15.11.2023, 22 Uhr bis 16.11.2023, 18 Uhr. Die #DB geht von massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus. Wir werden so schnell und umfassend wie möglich informieren: https://t.co/dIpUrgzPjf pic.twitter.com/i7JlPyz8XD
— Deutsche Bahn AG (@DB_Presse) November 14, 2023
Die Bahn hält eine Arbeitszeitreduzierung für nicht realisierbar und lehnt bisher jede Verhandlung darüber ab. DB-Personalvorstand Martin Seiler bot stattdessen bereits in der ersten Verhandlungsrunde eine elfprozentige Entgelterhöhung bei einer Laufzeit von 32 Monaten an. Auch zur Zahlung der Inflationsausgleichsprämie zeigte er sich bereit, die erste Hälfte könnte nach DB-Vorstellung schon im Dezember überwiesen werden.
Bahn-Streik ab Mittwoch: Auswirkungen auf Pendlerverkehr
Die GDL ist die kleinere von zwei Gewerkschaften bei der Bahn. Sie vertritt viele Lokführer, verhandelt aber auch für weitere Berufsgruppen, etwa Zugbegleiter oder Teile der Verwaltung. Die Bahn wendet die Tarifverträge der GDL bisher in 18 von rund 300 Betrieben an und betont, von den nun begonnenen Tarifverhandlungen seien lediglich rund 10.000 Bahnbeschäftigte betroffen. Zum Vergleich: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG verhandelte im Frühjahr und Sommer neue Tarifverträge für gut 180.000 DB-Beschäftigte.
Das Potenzial für große Beeinträchtigungen im Bahnverkehr ist bei GDL-Arbeitskämpfen dennoch groß - eben weil vor allem viele der eminent wichtigen Lokführer Mitglieder sind. Zudem ruft die GDL auch explizit jene Gewerkschaftsmitglieder zum Ausstand auf, die nicht in den 18 Betrieben arbeiten, in denen nach GDL-Tarifverträgen bezahlt wird.
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