Emotionale Momente
Gottschalks letztes Wetten, dass..?: Szenen, die nicht im TV zu sehen waren
VonConstantin Blaßschließen
Schluss. Aus. Vorbei. Ein letztes Mal moderierte am Samstag (25.11.) Thomas Gottschalk „Wetten, dass..?“. Es war ein Abend der Emotionen. Und nicht alles bekamen die 12,13 Millionen Zuschauer vor den TV-Geräten mit.
Ein Stück Fernseh-Geschichte ist in der Baden-Arena zu Offenburg zu Ende gegangen. Entertainer Thomas Gottschalk moderierte ein allerletztes Mal die Show „Wetten, dass..?“ (Ticker zum Nachlesen). Zu Gast hatte der 73-Jährige zum Beispiel mit Helene Fischer, Cher, Matthias Schweighöfer und Jan-Josef Liefers zahlreiche Stars aus der Musik- und Filmbranche. Doch abseits der Show gab es einige erwähnenswerte Details, die im Fernsehen nicht zu sehen gewesen sind.
Damit die Gäste in der Baden-Arena auch gut eingestimmt „Wetten, dass..?“ verfolgen konnten, kam um 19:50 Uhr „Warm-Upper“ Christian Oberfuchshuber in einem goldfarbenen Anzug auf die Bühne. Er sorgte dafür, dass die Stimmung schon vor Show-Beginn kochte. Er heizte den Zuschauerinnen und Zuschauern vor Ort ein, bat auch darum, bei der Zugabe von Take That doch bitte mit der Handy-Taschenlampe zu leuchten.
Vor der Live-Sendung erinnerte er auch daran, dass die ZDF-Kameras auch die Zuschauer auf der Tribüne einblenden werden. Oberfuchshuber: „Wenn Sie sich im Fernsehen nicht zusammen sehen wollen, dann haben Sie jetzt noch die Chance, zu tauschen. Danach bis ca. 23.30 Uhr, 0 Uhr, ein Uhr nicht mehr. Sie kennen das ja.“ Weitere Sprüche des „Warm-Uppers“: „Muss noch jemand pullern? Tut mir leid. Die Türen sind zu. Wenn Sie doch müssen, lassen Sie es laufen. Aber lächeln Sie in die Kamera.“ Und: „Wir tun alles für die gute Stimmung. Sie dürfen auch dem Nachbar in die Hose fassen.“
Wetten, dass..? in Offenburg: So teuer waren die Getränke in der Arena
Was viele nicht wissen: Die 2500 Zuschauer vor Ort müssen in der Regel dreieinhalb Stunden auf ihren Sitzen ausharren. Wer zwischendurch Durst hat, hat Pech gehabt. Essen und Getränke dürfen nicht in den Saal genommen werden. Darauf achtete der Sicherheitsdienst sehr penibel. Wer vor Beginn von „Wetten, dass..?“ etwas trinken oder essen wollte, der musste sich auf happige Preise einstellen. Ein Pils (0,4l) kostete in der Offenburger Arena 4,50 Euro, das Wasser 3,50 Euro, eine Schlemmerbrezel mit Käse und Speck vier Euro. Nicht ganz günstig, den Gästen vor Ort war dies aber herzlich egal. Die kamen übrigens aus ganz Deutschland (auch der Ostalb), um mit dem Show-Giganten gemeinsam Abschied zu feiern.
Ein Fan reiste aus Gran Canaria direkt zu „Wetten, dass..?“ an
Die ersten Besucher der „Wetten, dass..?“-Sendung waren bereits Stunden vorher an der Arena. Schlangestehen war angesagt. Unter den Wartenden war mit Jürgen Zumbach aus Grenzach-Wyhlen (Baden-Württemberg) ein großer Fan von Thomas Gottschalk. Der 53-Jährige, der extra aus Gran Canaria angereist war, war 1985 in Basel erstmals bei „Wetten, dass…?“ dabei. Zumbach schaffte es seitdem zu 31 weiteren Shows. Fast immer hat er noch vor Ort eine Karte zu Schwarzmarktpreisen ergattern können. „In der Regel reicht das Doppelte des normalen Preises“, so der Gottschalk-Fan zu schwaebische-post.de. Das wären 180 Euro.
Diesmal reichten jedoch selbst 300 Euro nicht. Denn die Karten waren personalisiert, hätten am Vortag auf seinen Namen übertragen werden müssen. „Bei der zweiten Kontrolle bin ich gescheitert“, sagt er unserer Redaktion. Zumbach, der sich vor allem auf Cher gefreut hatte, schaute daher zum elften vor Ort „Wetten, dass..?“ im Hotelzimmer. „Dort habe ich mich mit Süßigkeiten und Sandwiches eingedeckt und quasi in der ersten Reihe gesessen“, erzählt Jürgen Zumbach. Sein Fazit zum letzten Auftritt von Thomas Gottschalk: „Es war gut, irgendwas hat aber gefehlt. Es war nicht so emotional.“ Diese Einschätzung deckte sich auch mit der Atmosphäre vor Ort, die nach Beendigung der Live-Übertragung von „Wetten, dass..?“ seltsam still gewesen ist.
Wetten, dass..?: Thomas Gottschalk zweimal emotional berührt
Wobei: Ganz ohne Emotionen ging es nicht. Thomas Gottschalk zeigte zweimal sichtlich gerührt: Als Jan Josef Liefers und Stefanie Stappenbeck Chers Hit „I got you Babe“ in der letzten Strophe auf ihn umdichteten - und als „Wetten, dass...?“-Erfinder Frank Elstner, der für Thommy „auch wie ein Vater“ war, ihm für die jahrzehntelange Moderation der ZDF-Show dankte. Nach seiner Abmoderation eilte Gottschalk gegen 23.15 Uhr zu seiner Freundin Karina Mroß, die wie Elstner in der ersten Zuschauerreihe saß. Im Fernsehen war kurz eingeblendet, wie er sie herzte - diesen innigen Kuss haben wir im TV so aber nicht gesehen.
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