Wintereinbruch im Südwesten

Unfälle bei Glätte in Baden-Württemberg: Rinder nach Zug-Kollision tot, Auto mitgeschleift

  • Adrian Kilb
    VonAdrian Kilb
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In der Nacht auf Freitag kam es zu mehreren mutmaßlichen Glätte-Unfällen in Baden-Württemberg. Ein Zug erfasst einen Anhänger mit zwei Rindern, ein anderer ein verlassenes Auto.

Der Wintereinbruch hat bis zum Freitagmorgen in Baden-Württemberg zu teils heftigen Verkehrsbehinderungen und mehreren großen Unfällen geführt. Mehrere Lastwagen standen auf schneeglatten Straßen quer, Autos blieben stecken. In mehreren Ortschaften krachte es zudem.

Nach Schätzung mehrerer Polizeipräsidien gab es im Südwesten innerhalb von 18 Stunden über 380 witterungsbedingte Unfälle. Insgesamt seien mindestens 30 Personen verletzt worden, überwiegend leicht, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Der Gesamtschaden der Unfälle zusammen liege deutlich über einer Million Euro. Besonders waren die Polizeipräsidien Freiburg und Konstanz betroffen.

Viele Glätte-Unfälle in Baden-Württemberg: Zug erfasst im Landkreis Calw Anhänger – zwei Rinder tot

Bei einem Unfall an einem Bahnübergang in einem Ortsteil von Nagold im Kreis Calw wurden zwei Rinder tödlich verletzt. Nach ersten Erkenntnissen fuhr ein 64 Jahre alter Mann mit einem Auto, das einen Anhänger mit zwei Rindern hinter sich her zog, auf einen Bahnübergang an der Bundesstraße 463, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Mutmaßlich wegen der Glätte sei er am Bahnübergang hängen geblieben und habe nicht weiterfahren können.

Ein herannahender Regionalzug habe dann den Anhänger mit den Rindern erfasst. Beide Tiere seien noch an der Unfallstelle gestorben. Der Fahrer des Wagens blieb unverletzt. Auch der Fahrer des Zuges und die fünf Fahrgäste wurden nicht verletzt. Der Zug konnte seine Fahrt nach dem Unfall fortsetzen. Insgesamt schätzt die Polizei die Höhe des Schadens auf 53.000 Euro. Die Strecke wurde noch am Abend wieder freigegeben.

Auto bleibt bei Glätte im Bodenseekreis auf Gleisen hängen – Wagen wird von Zug mitgeschleift

Auch in Langenargen im Bodenseekreis verursachte ein witterungsbedingter Unfall auf einem Bahnübergang einen hohen Schaden. Eine Frau blieb mit ihrem Auto auf den Gleisen hängen, wie die Polizei mitteilte. Sie stieg aus dem Auto aus und ließ das Auto dort stehen. Es wurde kurz darauf von einem Zug erfasst und ungefähr 500 Meter mitgeschleift. Die Polizei schätzt den Schaden auf ungefähr 100.000 Euro. 

Ein beschädigter Personenzug steht nach der Kollision mit einem mit Rindern beladenen Pkw-Anhänger an einem Bahnübergang zwischen den Nagoldern Ortsteilen Schietingen und Gündringen. Die Tiere verendeten noch an der Unfallstelle.

Weder die Menschen in dem Zug noch die Autofahrerin wurden dabei verletzt. Der Zugverkehr war dort zunächst wegen der Bergung unterbrochen. Es wurde vermutet, dass die Sperrung noch bis zum Freitagvormittag dauern könnte. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um die Strecke am Bodensee entlang von Friedrichshafen in Richtung Lindau.

Nach viel Schneefall in Baden-Württemberg: Mehrere Lastwagen bleiben auf B31 liegen

Zwischen Kirchzarten und Buchenbach-Falkensteig (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) wurde die Bundesstraße 31 am Donnerstagabend nach starkem Schneefall gesperrt. Weil auf der sogenannten Höllentalstrecke vor allem viele Lastwagen liegen geblieben waren, ging dort bis zum späten Abend nichts mehr, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Es gebe an dieser Stelle einen starken Anstieg, so dass dort bei entsprechendem Wetter immer wieder Laster stecken blieben. Am späten Abend wurde die Sperrung nach Polizeiangaben wieder aufgehoben.

Verkehrschaos auf der A98 bei Lörrach – Autos bleiben stecken

Auch auf der Autobahn 98 bei Lörrac gab es wegen starken Schneefalls ein Verkehrschaos. Betroffen war die A98, zum einen zwischen Lörrach-Mitte und Lörrach-Ost, zum anderen die Gegenrichtung zwischen Dreieck-Hochrhein und Lörrach-Ost, wie die Polizei mitteilte.

Autos stauen sich im Schneetreiben und bei Glätte auf der B312 im Landkreis Biberach. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes werden vor allem die Hochlagen des Landes von weiteren Schneefällen betroffen sein.

Schon in den frühen Abendstunden blieben dort Fahrzeuge wegen starken Schneefalls stecken. Weil unter anderem Lastwagen quer gestanden hätten, seien immer mehr Fahrzeuge stecken geblieben. Die Räumdienste kamen nicht mehr durch und blieben durch den starken Schneefall selbst liegen. Die Feuerwehr habe teilweise Fahrzeuge der Autobahnmeisterei befreien müssen.

Laut Polizei verließen einige Menschen ihre Fahrzeuge, andere blieben dort und mussten in der Nacht versorgt werden. Zwar hörte es in der Nacht zunächst auf zu schneien, die Fahrbahn war allerdings immer noch schneebedeckt. Die Polizei ging davon aus, dass die Sperrung die ganze Nacht anhalten könnte.

Rubriklistenbild: © Jason Tschepljakow/dpa/Montage:echo24.de

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