Klingel-Gruppe verkündet Zahlungsunfähigkeit
Pforzheimer Traditionsunternehmen insolvent – rund 1.400 Beschäftigte verlieren ihren Job
VonJulia Cuprakowaschließen
Im Mai hatte die Klingel-Gruppe Insolvenz angemeldet. Nun soll der Versandhandel eingestellt werden. Die rund 1.400 Beschäftigten verlieren ihren Arbeitsplatz.
Der vor allem für Mode bekannte Versandhändler Klingel stellt Ende Januar 2024 wegen Insolvenz seinen Betrieb ein. Es sei kein Investor für die Gruppe gefunden worden, teilte das Unternehmen am Montag (28. August) in Pforzheim mit. Die mehr als 1.400 Mitarbeiter der K – Mail-Order GmbH & Co. KG seien vorab über die Entscheidung informiert worden.
Die Kunden könnten weiterhin bestellen und sollten ihre Ware erhalten. „Auch die Abwicklung der Retouren sowie alle weiteren Dienstleistungen sind bis zum Frühjahr 2024 sichergestellt“, hieß es. Lieferanten und Dienstleister würden im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens weiter bezahlt.
Pforzheimer Versandhaus Klingel stellt Betrieb ein – rund 1.400 Beschäftigte verlieren Job
Die Entscheidung sei eine Katastrophe für die rund 1.400 Beschäftigten und für die Stadt Pforzheim, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft ver.di gegenüber „swr.de“. Noch in dieser Woche sollen die Mitarbeiter die Kündigung erhalten, erklärte eine Sprecherin des Konzerns. Für einen Teil endet das Arbeitsverhältnis dann im November 2023, einige sind noch bis Ende Januar 2024 angestellt. Ein kleiner Rest der Belegschaft soll danach unter anderem Retouren bearbeiten.
Auch der Betriebsrat zeigte sich fassungslos und erhob schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung: Sie habe die Situation viel zu lange beschönigt und nicht rechtzeitig reagiert. Ein Sozialplan sei aber bereits ausgehandelt worden. Das seit 100 Jahren bestehende Versandhaus Klingel sei einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt, sagte Pforzheims Oberbürgermeister Peter. Doch wie konnte es so weit kommen?
Gründe für Schließung: Umsatzrückgang und Kostensteigerung
Als Gründe für die finanzielle Schieflage des Unternehmens, zu dem Marken wie Wenz und Mona gehören, hatte die Geschäftsführung unter anderem Umsatzrückgänge und gestiegene Kosten genannt. Erst im Mai hatte das Unternehmen Insolvenz bekanntgegeben.
