„Bleibt nicht bei weiteren 24-Stunden-Streiks“
Weitere Bahn-Streiks angekündigt: Im Januar sollen die Züge länger stillstehen
VonLisa Kleinschließen
Im Tarifstreit hat die Lokführergewerkschaft GDL weitere Bahn-Streiks für Januar angekündigt. Und die sollen auch noch länger dauern: „Es bleibt nicht bei weiteren 24-Stunden-Streiks“, droht der GDL-Chef.
Das neue Jahr hat noch gar nicht begonnen und schon gibt es schlechte Nachrichten für Reisende und Pendler: Die Lokführergewerkschaft GDL befindet sich weiterhin im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn und droht erneut mit Streiks.
„Ab dem 8. Januar sollte man mit längeren Arbeitskämpfen rechnen“, sagte der Vorsitzende Claus Weselsky der „Augsburger Allgemeinen“. „Wir werden die Blockadehaltung der Bahn aufbrechen.“ Zugleich zeigte sich Weselsky in einer wichtigen Streitfrage kompromissbereit.
Tarifverhandlungen gescheitert: GDL kündigt weitere Streiks im Januar 2024 an
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte die Tarifverhandlungen vor knapp drei Wochen für gescheitert erklärt. Zuvor hatten die Arbeitgeber unter anderem die Forderung zurückgewiesen, die Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich von 38 auf 35 Stunden zu senken.
Weselsky sagte der „Augsburger Allgemeinen“: „Was die Umsetzung betrifft, sind wir kompromissbereit. Man könnte etwa 2025 starten und die Wochenarbeitszeit schrittweise bis 2028 von 38 auf 35 Stunden verringern.“
Keine Bahn-Streiks über die Weihnachtszeit: Ab 8. Januar sollen die Züge wieder still stehen
Bislang hat die GDL in dieser Tarifrunde mit zwei Warnstreiks den Bahnverkehr in großen Teilen lahmgelegt. Die Mitglieder entscheiden nun in einer Urabstimmung über weitere Arbeitskämpfe. Am 19. Dezember sollen die Stimmen ausgezählt sein, wie Weselsky sagte. Streiks bis einschließlich 7. Januar hatte die Gewerkschaft ausgeschlossen.
„Im Januar wird es nach einer erfolgreichen Urabstimmung längere Streiks geben“, bekräftigte der GDL-Chef. „Es bleibt nicht bei weiteren 24-Stunden-Streiks.“ Zur Frage nach unbefristeten Streiks sagte Weselsky: „Wir sind so verantwortungsbewusst, dass wir nicht auf ewige Zeiten streiken werden.“
„Wird noch härter“: Tarifkampf geht weiter – GDL droht mit Bahn-Streiks im Januar
Die Bonuszahlungen für Manager der Deutschen Bahn führen nach Ansicht der Lokführergewerkschaft GDL zu einer Verschärfung der Tarifauseinandersetzung. „Der Tarifkonflikt wird nach dem Bekanntwerden der Boni keineswegs entschärft. Er wird noch härter“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky dem „Tagesspiegel“ laut Bericht vom Montag. Die Konzernspitze habe sich ihre Boni-Regelungen so schreiben lassen, dass die Voraussetzungen immer erfüllt seien.
Zuvor war bekanntgeworden, dass die Bahn, die die Strompreisbremse in Anspruch genommen hatten, ihre zurückgehaltenen Boni auszahlen kann. Bisher galt wegen der staatlichen Hilfe ein Boni-Verbot, berichtet die „dpa“. Bahn-Chef Richard Lutz etwa wird laut Geschäftsbericht für 2022 einen Bonus von mehr als 1,26 Millionen Euro erhalten. Der Bahn-Aufsichtsrat hat inzwischen ein neues Vergütungssystem beschlossen.
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