Die Frankfurter Festhalle ist seit Monaten ausverkauft
Bildershow: Deutschrock Live-Power mit Frei.Wild
VonDaniel Hagmannschließen
Mehr als 10.000 Fans kennen bei "Südtirol" und "Das Land der Vollidioten" kein Halten mehr.
Die meiste Musik hört man. Einfach nur so, nebenbei. Aber manche Bands schaffen es, den Menschen direkt aus der Seele zu sprechen. Wie Frei.Wild, die mit ihrem Deutschrock zur Verkörperung eines Lebensstils geworden sind. Für Leute, die sich als Außenseiter fühlen, die nicht alles einfach so hinnehmen wollen, die sich von "denen da oben" verarscht fühlen und die sich nicht von irgendwelchen Speichelleckern in ihr Leben reden lassen wollen.
Unter die Haut
Mehr als 10.000 Fans der Südtiroler pilgern gestern zur Deutschrock-Messe in die seit Monaten ausverkaufte Frankfurter Festhalle. Frei.Wild-Shirts, wohin das Auge reicht. Doch bei gefühlt jedem Dritten geht die Liebe zur Band buchstäblich unter die Haut: Mal ist das Bandlogo mit dem Geweih auf den Rücken tätowiert, mal hat die Nadel Unterarm oder Schulter mit Frei.Wild-Textzeilen verziert. Und als der Vierer um Sänger Philipp Burger um 21 Uhr mit dem Titeltrack des neuen Albums "Rivalen & Rebellen" loslegt, eskaliert die Stimmung unter der gigantischen Kuppel der Festhalle - und der ganze Laden wird zum Tollhaus.
Hymnen wie "Allein nach vorne", "Das Land der Vollidioten" und der Bandklassiker "Südtirol" gehen voll auf die Zwölf, aber zwischendurch wird's, gerade bei den neuen Songs, auch gefühlvoll. "Verbotene Liebe, verbotener Kuss" ruft zu Toleranz von Homosexualität auf und in "Wenn mein Licht erlischt" denkt Burger, der in diesem Song die Gitarre beiseite legt und sich ans Klavier setzt, darüber nach, was nach dem Tod von einem selbst übrig bleibt.
Helfer in der Not
"Frei.Wild haben mir mit ihren Liedern in schwierigen Zeiten sehr geholfen", sagt Stewart Bettgen aus Dillenburg. "Sie rufen dazu auf, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und seine Meinung klar zu äußern." Chantal Leidinger aus Merzig mag vor allem das Lied "Wir brechen eure Seelen". "Ich bin schon seit vielen Jahren Frei.Wild-Fan. Die Texte sagen das aus, was ich fühle." Nach der Zwei-Stunden-Show sind Lukas D. und Sebastian P. aus Paderborn restlos begeistert: "Zur Musik von Frei.Wild kann man mit seinen Kumpels super Bier trinken. Aber die Texte haben auch einen Sinn und zeigen, dass man vor allem die kleinen Dinge im Leben schätzen soll. Denn gerade das macht das Leben lebenswert."
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