Explodierende Gebühren

Wegen Änderungen bei der GEMA: Stille Nächte auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt?

Die Weihnachtszeit rückt näher, in weniger als einem Monat eröffnet der Käthchenmarkt in Heilbronn. Doch in diesem Jahr könnte es eine Veränderung geben: Bleiben die Musikboxen stumm?

Das Wetter wird ungemütlicher, die Tage werden kürzer – ein eindeutiges Zeichen: Es geht in straffen Schritten auf die Weihnachtszeit zu. In weniger als einem Monat ist es endlich so weit: Am 21. November eröffnet der Weihnachtsmarkt in Heilbronn. Bei Glühwein lässt es sich dann wieder entspannt über den Markt schlendern, aus den Boxen ertönt weihnachtliche Musik – oder etwa doch nicht?

Wegen einer Veränderung der GEMA-Richtlinien haben bereits viele Städte die Reißleine gezogen. Statt „Jingle Bells“ und „Last Christmas“ drohen beispielsweise in Schwäbisch Gmünd und Ulm stille Nächte. Auch in Heilbronn könnte es in diesem Jahr teuer werden: Wie die „Heilbronner Stimme“ berichtet, will die Stadt jedoch ihren eigenen Weg gehen.

Was ist die GEMA?

„GEMA“ steht als Abkürzung für die „Gesellschaft für musikalische, Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Es handelt sich dabei um eine weltweit agierende Verwertungsgesellschaft, die die Nutzungs- und Urheberrechte von Komponisten, Textern und Musikverlegern verwaltet.

Neue GEMA-Regelung trifft auch Heilbronner Weihnachtsmarkt: Kosten für Musik könnten sich verdoppeln

Generell könnten sich mit der neuen GEMA-Regelung die Kosten für die Weihnachtsmusik zwischen den Ständen und Büdchen auf dem Käthchenmarkt dann nahezu verdoppeln. Denn: Bis vor einem Jahr war lediglich die Fläche vor den Bühnen ausschlaggebend für die anfallenden Gebühren. Seit der Reform aber zählt die Gesamtfläche und somit jeder Quadratmeter des Festgeländes.

Adventszauber in der Region: So schön sind die Weihnachtsmärkte rund um Heilbronn

Der altdeutsche Weihnachtsmarkt von Bad Wimpfen ist ein Klassiker und Renner in der Region.
Ums Stromsparen geht es den 120 Budenbetreibern auch in Krisenzeiten nicht. Lichterketten an altem Fachwerk, an den Brunnen und Plätzen in der mittelalterlich malerischen Altstadt, ziehen jedes Jahr tausende Besucher an drei langen Wochenenden in die ehemalige Kaiserpfalz.
 In den verwinkelten Gassen mit Kopfsteinpflaster wird seit dem 15. Jahrhundert Markt abgehalten. Noch heute stellen Anwohner Kerzen vor ihre Türen und ins Fenster, um Besucher in der denkmalgeschützten Altstadt zum Weihnachtsmarkt willkommen zu heissen.
Die Gassen der weihnachtlich geschmückten Altstadt in Forchtenberg sind von Besuchern aus nah und fern dicht bevölkert.
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Auch die Fußgängerzone wird daher mit einberechnet. Während im vergangenen Jahr dabei noch ein Auge zugedrückt wurde, sollen in diesem Jahr die Maßnahmen strenger gehandhabt werden. Wie sich Heilbronn gegen die anfallenden Gebühren wappnet und was die Stadt plant, geht aus dem Bericht auf „Stimme.de“ hervor. (Michaela Ebert/Kilian Krauth)

Rubriklistenbild: © Archiv/Ralf Seidel

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