Strafverfahren kurz vor Abschluss

„Er war mein bester Freund“: Witwe trauert nach tödlichem Unfall in Heilbronn

Tödlicher Verkehrsunfall in Heilbronn - 6 Verletzte -  eine Person Tödlich
+
Am 12. Februar kommt es zu einem schweren Verkehrsunfall in der Heibronner Innenstadt. Bei einer Kollision kommt ein Mann ums Leben. Fünf weitere Personen werden verletzt.
  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
    schließen

Ein Familienvater stirbt im Februar bei einem Unfall in der Heilbronner Wollhausstraße. Der Schmerz der Witwe sitzt tief – doch im Strafprozess gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher will sie stark bleiben.

Eigentlich sollte es ein schöner Sonntagsausflug mit der Familie werden. Doch als der Familienvater Anfang Februar mit seinem Auto auf die Wollhausstraße in Heilbronn biegen möchte, kracht ein BMW in den Wagen. Der 42-Jährige stirbt noch an der Unfallstelle. Seine Frau und die beiden Kinder, die ebenfalls in dem Auto saßen, müssen alles mit ansehen.

„Wir sind nicht mal richtig gefahren“, erinnert sich Aniko S. im Gespräch mit der „Heilbronner Stimme“. Die Witwe und die beiden Kinder wurden bei dem Unfall verletzt, ebenso wie die Beifahrerin des mutmaßlichen Unfallverursachers. Dieser sitzt seitdem in Untersuchungshaft und muss nun mit einer zivilrechtlichen Klage rechnen. In dem Strafrechtsverfahren soll auch Aniko S. als Nebenklägerin im Gerichtssaal aussagen – trotz all der schmerzhaften Erinnerungen. Gegenüber der „Heilbronner Stimme“ erklärt sie, warum es ihr dennoch so wichtig ist, im Verhandlungssaal dabei zu sein.

Tödlicher Unfall in Heilbronner Wollhausstraße: Rechtsanwältin prüft Mordmerkmale

Im Strafverfahren soll die Familie von der Rechtsanwältin Elisabeth Unger-Schnell vertreten werden. Unger-Schnell will dann auch prüfen, ob im konkreten Fall Mordmerkmale vorliegen. Ihr Kollege Rechtsanwalt Troßbach ist da schon eindeutiger: „Das war kein Unfall, sondern ein Kapitalverbrechen.“ Seitens der Strafverteidigung gab es jedenfalls bisher noch keine außergerichtliche Äußerung.

Die Ermittlungen zum Strafverfahren seien laut Staatsanwaltschaft jedenfalls weitestgehend abgeschlossen, wie Staatsanwältin Mareike Hafendörfer erklärt. Die Information der „Heilbronner Stimme“, dass nun auch die Staatsanwaltschaft gegen den mutmaßlichen Unfallverursacher Anklage erhoben hat, bestätigt sie jedoch nicht.

Witwe Aniko S. verliert durch den tödlichen Unfall ihren Ehemann und „besten Freund“

Insgesamt 24 Jahre war Aniko S. mit ihrem Mann zusammen gewesen – neun davon verheiratet. „Er war mein bester Freund“, erzählt sie im Stimme-Gespräch. „Wir waren eine fröhliche Familie.“ Nun aber beherrsche Tod und Traurigkeit den Alltag. „Wir sehen jeden Tag, was kaputtgegangen ist.“

Aniko S. jedenfalls kehrt fast jeden Tag in die Wollhausstraße zurück – und das, obwohl die Familie längst weggezogen ist. Sie könne den Ort einfach nicht loslassen. Halt finde sie jedoch bei Familien und Freunden: „Wir stützen uns gegenseitig.“

Mehr zum Thema