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Heilbronn unter Top 10: Kaufkraft-Ranking zeigt – hier können sich Deutsche viel leisten
VonMelissa Sperberschließen
Heilbronn schafft es beim Kaufkraft-Ranking 2023 unter die Top 10. Damit zeigt die Stadt: Ihre Bewohner verdienen nicht nur gut, sie können sich auch überdurchschnittlich viel leisten.
Wer viel verdient, der kann sich auch viel leisten? Ganz so einfach ist es nicht: Das zeigt das Kaufkraft-Ranking 2023 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Denn wie viel Geld jemand am Ende des Monats noch zur Verfügung hat, hängt nicht nur vom Einkommen, sondern auch von den regionalen Lebenshaltungskosten ab.
Um die Lebenssituation der Menschen bundesweit vergleichen zu können, hat das IW deshalb die Preise in Relation zum Einkommen gesetzt. Damit lässt sich ein „preisbereinigtes Einkommen“ ermitteln – mit teils überraschenden Ergebnissen. Denn: Heilbronn hat es bei dem Kaufkraft-Ranking unter die Top 10 geschafft und damit Städte wie München, Frankfurt oder Stuttgart weit hinter sich gelassen.
Wo können sich Deutsche am meisten von ihrem Geld leisten? Kaufkraft-Ranking gibt klare Antwort
Auf dem ersten Platz des Kaufkraft-Rankings gilt: reich bleibt reich. Das höchste verfügbare Jahreseinkommen in regionalen Preisen findet sich den IW-Berechnungen zufolge mit gut 32.800 Euro im bayerischen Landkreis Starnberg. Das sind 34,7 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt.
Starnberg ist schon beim nominalen Einkommen (also vor dem preisbereinigten Einkommen) Nummer eins und der Vorsprung schlicht so groß, dass er von den hohen Lebenshaltungskosten nicht ausgeglichen wird. Denn die liegen dort 14,1 Prozent über dem Bundesschnitt!
Heilbronn unter Top 10: Hier können sich Deutsche laut Kaufkraft-Ranking am meisten leisten
Heilbronn schafft es mit einer Kaufkraft von 28.430 Euro pro Kopf auf den zehnten Platz unter den Kreisen mit der höchsten Kaufkraft. Dieses preisbereinigte Einkommen liegt stolze 16,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Top 10 in der Übersicht:
- Landkreis Starnberg, Bayern, 32.831 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Hochtaunuskreis, Hessen, 30.983 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Baden-Baden, Baden-Württemberg, 30.839 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Landkreis Miesbach, Bayern, 29.193 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Landkreis München, Bayern, 28.892 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Rhein-Pfalz-Kreis, Rheinland-Pfalz, 28.773 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Landkreis Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz, 28.686 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Landkreis Erlangen-Höchstadt, Bayern, 28.564 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Kreis Olpe, Nordrhein-Westfalen, 28.442 Euro preisbereinigtes Einkommen
- Heilbronn, Baden-Württemberg, 28.430 Euro preisbereinigtes Einkommen
Kaufkraft-Ranking 2023: Großstädte stürzen wegen hoher Lebenshaltungskosten ab
Viele Großstädte stürzen wegen ihrer hohen Lebenshaltungskosten im Kaufkraft-Ranking teils mehr als 200 Plätze ab: Bei Stuttgart sind es 259 Plätze: Rang 301 statt 42. Für Frankfurt am Main geht es vom 118. Platz auf den 370. und Hamburg sackt vom 64. auf den 297. Rang. Auch Köln büßt kräftig ein: 183 Plätze vom oberen Mittelfeld auf Rang 349.
Grundlagen des Rankings
Basis des Rankings sind Daten zum nominalen Einkommen vom Statistischen Bundesamt mit Stand 2021, die das IW mit einem vor kurzen von ihm zusammen mit dem Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlichten Index der regionalen Lebenshaltungskosten auf Ebene der Kreise, Landkreise und Städte kombiniert hat. Der Preisindex basiert unter anderem auf 24 Millionen teilweise automatisiert im Jahr 2022 abgefragter Preisdaten. Entscheidend für größere Unterschiede waren dabei die Wohnkosten.
Nicht berücksichtigt in der Rangliste sind Unterschiede in der Ausgabenstruktur, dass beispielsweise Städter möglicherweise weniger hohe Pendelkosten haben als Menschen aus billigeren Landkreisen.
Quelle: dpa
Doch es gibt auch kleinere Städte und Landkreise, die durch hohe Kosten um viele Plätze nach unten stürzen. Darunter Heidelberg, Ingolstadt oder der Landkreis Freising. Und Freiburg wird durch seine hohen Lebenshaltungskosten gar bis fast ganz nach unten durchgereicht: Platz 396 statt 270.
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