Nichts für Couch-Kartoffeln

Fit und fertig! Beim Motorman-Run-Training geht's zur Sache

+
  • Melissa Sperber
    VonMelissa Sperber
    schließen

Jeden Mittwoch trainieren Sport-Verrückte in Neuenstadt zusammen für den Motorman-Run. echo24.de hat für euch getestet, wie hart das Training wirklich ist.

"Komm, auf geht's! Nur noch ein bisschen", schreit meine Gruppe von der Holzbrücke zu mir hinunter. Aber in meinen Armen ist am Ende des Trainings einfach keine Kraft mehr - auch kein bisschen. Weiter als bis zur Hälfte des Taus, das von der Brücke herunterhängt, kann ich mich nicht hinaufziehen. Oben abschlagen erst recht nicht. Es bleibt also nur eine Möglichkeit: loslassen und mich in die Brettach fallen lassen, die einige Meter unter mir fließt. Eine willkommene Abkühlung bei dem warmen Sommer-Wetter!

Motorman Run 2018: Die ersten Bilder der neuen Hindernisse

Dass das Vorbereitungstraining für den Motorman-Run am Sportplatz des TSV Neuenstadt kein Spaziergang ist, wird gleich zu Beginn klar. Die drei Trainer Sven Rauhut, Lex Seemann und Pascal Kühner sehen nämlich nicht nur so aus als ob sie das ganze Jahr trainieren - sie tun es auch. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich bin zwar viel draußen unterwegs und würde mich nicht als unfit bezeichnen, aber neben ihnen und den meisten anderen Teilnehmern komme ich mir vor wie eine absolute Couch-Kartoffel. 

Taue zu schwingen geht ganz schön in die Arme.

Mit Vollgas über die Hindernisse

Kaum haben wir auf dem Parkplatz drei Gruppen gebildet, rennt Lex Seemann auch schon los in Richtung Sportplatz: "Los geht's Leute, wir fangen an!" Und  bevor ich richtig verstehe, was er vorhat, springt er gegen das geschlossene Eingangstor und ist mit einem Satz auf der anderen Seite. Außer mir scheint das niemanden zu überraschen, denn alle anderen tun es ihm scheinbar ohne größere Anstrengung gleich. Ich schaffe es immerhin nach zwei mehr oder weniger eleganten Versuchen auf die andere Seite und frage mich langsam, auf was ich mich da eigentlich eingelassen habe.

Nach einigen Aufwärmübungen geht es richtig los: wir hangeln uns an einem Gerüst entlang, versuchen Klimmzüge und klettern an einem Seil das Ufer zur Brettach hinunter. Dabei helfen und unterstützen sich alle gegenseitig und ich komme mir nicht mehr ganz so fehl am Platz vor - trotz der anstrengenden Übungen geht es darum, dass jeder auf seinem Leistungsniveau trainieren kann und Spaß an der Sache hat.

Trainer Sven Rauhut zeigt Mitgefühl und trägt mich zurück Richtung Sportplatz.

"Ich kann nicht mehr!"

Meine Hochstimmung hält allerdings nicht lange an. Denn als Sven Rauhut unsere Gruppe übernimmt, stoße ich ziemlich schnell und unsanft an meine Leistungsgrenze. Gewichte ziehen, Kugeln tragen und Taue schwingen - alles Dinge, um die ich mich lieber gedrückt hätte. Nachdem ich den 80 Kilogramm schweren Lkw-Reifen dreimal umgedreht habe, ist klar: Ich kann nicht mehr!

Umso größer ist meine Bewunderung für die ganzen Motorman-Run-Verrückten, als meine Trainingsgruppe nach der ganzen Plackerei bestens gelaunt und voller Elan "noch kurz" an ein paar Go-Go-Stangen herumklettert. Und weil das Team zusammenhält und man sich gegenseitig unterstützt, schieben sie auch mich irgendwie so weit die Stange hinauf, dass ich am oberen Ende abklatschen kann. Trainingsziel erreicht!

Knapp 90 Minuten später komme ich nass und müde, aber auch zufrieden an den Parkplatz des TSV Neuenstadt zurück. Ich spüre zwar Muskeln, von deren Existenz ich vorher nichts geahnt habe, aber es ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, die eine oder andere Übung geschafft zu haben, die zuerst nicht klappen wollte. Wer also Lust hat, sich auf einen Lauf wie den Motorman-Run vorzubereiten, dem sei geraten: ab zu Sven Rauhut, Lex Seemann und Pascal Kühner. Denn diese drei Sportler machen einen nicht nur fertig, sondern auch fit!

Auch interessant

Hindernisse und Matsch: So krass wird der neunte Motorman Run

Bildergalerie: So anstrengend ist das Motorman-Run-Training

Mehr zum Thema