Nichts ging mehr im Wertwiesenpark
Nach Absage: Gemeinsames Leid verbindet Sarah-Connor-Fans
VonDaniel Hagmannschließen
Wenn die Künstlerin nicht auftreten kann, singen die Konzertbesucher die Lieder einfach selbst.
Sie freuten sich auf einen wunderschönen Konzertabend im Freien. Das Einzige, was letztendlich unter die Haut ging und für Erschauern sorgte, war aber nur der peitschende Regen - und der kam in Strömen!
Zu Tausenden pilgerten die Sarah-Connor-Fans gestern Abend in den Heilbronner Wertwiesenpark. Doch je näher der Auftritt der Delmenhorsterin rückte, desto mehr Wolken zogen auf. Dass da so mancher Konzertbesucher an das Silbermond-Lied "Himmel auf" dachte, half nichts. Denn gegen 19.30 Uhr, rund eine Stunde vor Connors geplantem Konzertstart, wütete ein Unwetter los, wie es Heilbronn selten erlebt hat - und wohl auch so schnell nicht mehr vergisst: Grelle Blitze, ohrenbetäubender Donner und sintflutartige Regengüsse lassen die Besucher binnen Sekunden den Open-Air-Bereich räumen.
Einige flüchten in ihre Autos, in die Unterstandszelte des Veranstalters oder unters Dach des Kiosks. Zunächst besteht Hoffnung, dass es vielleicht nur ein kurzer Platzregen ist. Vom Veranstalter Provinztour kommt die Durchsage, dass es mit einer Verzögerung von 20 Minuten weitergehen soll. Doch bald wird klar: Daraus wird nichts. Die Sicherheit des Publikums ist nicht gewährleistet, die Elektronik auf dem Konzertgelände ist gestört und die Besucher sind, trotz Regencapes, durchnässt bis auf die Knochen. Die logische Folge: Konzertabsage.
Feucht-fröhliche Stimmung
Erfreut ist natürlich niemand über das Unwetter, aber viele nehmen es dennoch mit Humor: "Die Stimmung hier ist feucht-fröhlich", sagt Melanie Ruschak aus Neckarsulm. Und ihre Freundin Alina Preiß aus Karlsruhe erklärt: "Heute bleibt kein Auge trocken." Zusammen mit den anderen Besuchern unter dem Kioskdach hat die den Umständen entsprechend gut gelaunte Gruppe zuvor schon Sarah Connors Hit "Wie schön du bist" angestimmt. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Helga Pöschl kann die herunterprasselnden Wassermassen kaum fassen: "Das ist einfach ohne Worte", sagt die Gundelsheimerin. "Schade, dass das Wetter genau heute und jetzt so umschwingen muss. Aber was soll man machen? Das ist höhere Gewalt - und weder Sarah Connor noch der Veranstalter können was dafür."
Gemeinsames Leid verbindet
Für Luana Trommer aus Langenbrettach wäre es das erste Sarah-Connor-Konzert gewesen. "Es wäre sicher megagut geworden. Aber nun stehen wir hier zusammen und singen eben die Lieder unterm Dach. Gemeinsames Leid verbindet - und wir kamen jetzt mit netten Leuten ins Gespräch, die wir sonst wohl nie kennengelernt hätten."
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