Zu bestimmten Uhrzeiten
Videoüberwachung am Heilbronner Marktplatz: Zu diesen Uhrzeiten filmen die Kameras
VonPeter Kieferschließen
Seit 3. September haben vier Kameras das Geschehen am Heilbronner Marktplatz im Visier. Innenminister Thomas Strobl hat die umstrittene Videoüberwachung in Betrieb genommen.
Datenschützern sind sie ein Dorn im Auge – und dennoch hat Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) am Mittwoch (3. September) die umstrittene Videoüberwachung am Marktplatz mitten in Heilbronn offiziell in Betrieb genommen und somit die vier Kameras scharf gestellt. Erklärtes Ziel: Sie dienen der Sicherheit und sollen potenzielle Straftäter präventiv abschrecken.
Heilbronner Marktplatz: Stadt und Polizei starten Videoüberwachung
Um die Sicherheit in der Heilbronner Innenstadt weiter zu erhöhen, haben die Stadt Heilbronn und das Polizeipräsidium Heilbronn die Videoüberwachung am Marktplatz in Betrieb genommen. „Die Stadt Heilbronn nimmt seit Jahren einen Spitzenplatz bei der Sicherheit unter den Großstädten in Baden-Württemberg ein“, so Innenminister Strobl im Rathaus. Der neue Videoschutz solle nicht nur die tatsächliche Sicherheit verbessern, sondern auch das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken.
Rund um die Uhr wird am Marktplatz niemand gefilmt. Laut den an mehreren Stellen montierten Schildern sind die Kameras montags bis freitags von 14 bis 21 Uhr sowie in der Nacht von Samstag auf Sonntag von 20 bis 2 Uhr eingeschaltet. Sie senden hochauflösende Live-Bilder direkt an das Führungs- und Lagezentrum der Polizei, wo sie ausgewertet werden. Die Aufnahmen werden maximal 72 Stunden gespeichert – außer bei Straftaten und zu deren Aufklärung.
Polizeipräsident zur Videoüberwachung in Heilbronn: „Wichtiger Baustein für mehr Sicherheit“
Auch Oberbürgermeister Harry Mergel begrüßt die Maßnahme als wichtigen Teil der Sicherheitsstrategie: „Ich bin mir sicher, dass dadurch das subjektive Sicherheitsgefühl vieler Menschen verstärkt und auch objektiv dazu beigetragen wird, die Sicherheit im überwachten Bereich weiter zu verbessern.“ Während die Stadt Heilbronn die neue Technik finanziert, stellt das Polizeipräsidium Heilbronn das Personal. Unterstützt wird es dabei von Einsatzkräften aus dem Polizeipräsidium Einsatz.
Polizeipräsident Frank Spitzmüller ergänzte: „Mit dem aktiven Videoschutz auf dem Marktplatz fügen wir nun den nächsten Baustein hinzu, um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum weiter zu verbessern.“
Bereits seit April 2023 arbeiten Stadt und Polizei im Rahmen der Konzeption „Sicheres Heilbronn“ eng zusammen. Ziel ist es, Kriminalität und Ordnungsstörungen in der Innenstadt konsequent zu begegnen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist dabei die erhöhte Präsenz von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst, kombiniert mit gezielten Kontrollen.
Videoüberwachung ergänzt andere Sicherheitsmaßnahmen in Heilbronn
Zu den Maßnahmen zählen unter anderem das Verbot der Straßenprostitution in der Hafenstraße, das Alkoholverbot am Flügelnussbaum/Stadtgarten sowie Waffen- und Messerverbotszonen im Stadtgebiet und am Hauptbahnhof, wie echo24.de berichtete.
Die Kooperation zwischen Polizei und Stadt wurde am 17. Oktober 2024 offiziell in einer Vereinbarung festgehalten und weiter ausgebaut. Seitdem wurden unter anderem Platzverweise, Aufenthaltsverbote, verdeckte Polizeieinsätze sowie regelmäßige Kontrollen der Poser- und Raserszene intensiviert.
Trotz insgesamt guter Sicherheitslage verzeichnet die Innenstadt seit Jahren einen leichten Anstieg polizeilich erfasster Straftaten. Besonders auf dem Marktplatz wurde in der ersten Hälfte des Jahres 2025 ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festgestellt.
Rubriklistenbild: © Christiana Kunz

