Reicht die Indizienfülle für eine Haftstrafe?
Mordprozess Löwenstein: Spannende Wende vor dem Urteil
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Am Freitag entscheidet sich, ob der Tatverdächtige schuldig gesprochen wird.
Es ist ein Verbrechen, das die Familie in ihren Grundfesten gleich doppelt erschüttert hat: Die Mutter wird am 29. März 2017 in Löwenstein auf dem Parkplatz ihrer Arbeitsstelle, einer Tagungsstätte, ermordet. Tatverdächtig ist der Noch-Ehemann und Vater zweier erwachsener Kinder. Der bestreitet die hinterhältige Tat mit neun Stich- und fünf Schnittverletzungen. Trotz möglicher Motive wie Eifersucht und einer vorhandenen DNA-Spur am Tatort.
Vertrauensbruch
Am Prozessbeginn äußerte sich der 33-jährige Sohn der Getöteten und der Angeklagten noch wohlwollend über seinen Vater. Dieser sei nie bösartig gewesen. In der gestrigen Plädoyer-Sitzung im Heilbronner Landgericht dann die Wende: Laut Heilbronner Stimme hält der Sohn seinen 63-jährigen Vater nun sehr wohl für schuldig. Doch auch der Vertrauensbruch innerhalb der Familie entlockt dem Angeklagten kein Geständnis, obwohl es keine anderen Verdächtigen gibt. Ist er vielleicht doch unschuldig?
So sieht es zumindest Verteidigerin Julia Weiß in ihrem Plädoyer. Sie fordert einen Freispruch, alles stütze sich nur auf Indizien. Die Genspuren am Tatort seien kein ausreichender Beweis, Tatzeugen gibt es ebenfalls nicht.
Zweifellose Indizienfülle?
Der Staatsanwalt sowie der Nebenkläger-Anwalt fordern jedoch eine lebenslange Haftstrafe für den 63-Jährigen, die Indizienfülle lasse keinen Zweifel an der Täterschaft. Nach wie vor gilt, was der Vorsitzende Richter Roland Kleinschroth in Richtung des Angeklagten in der ersten Sitzung am 19. Januar gesagt hat: "Was man nicht getan hat, kann man nicht zugeben. Aber falls Sie durch die Beweise schließlich überführt werden sollten, ist das Vertrauen in Ihrer Familie endgültig zerstört."
Das Urteil wird am Freitagvormittag fallen.
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Rubriklistenbild: © Mario Berger

