EU-Vorschlag

Fahrtauglichkeitsprüfungen für Senioren: Deutliche Mehrheit ist laut einer Umfrage dafür

  • Sebastian Oppenheimer
    VonSebastian Oppenheimer
    schließen

Fahrtauglichkeitsprüfungen für Autofahrer ab 70 Jahren – dieser EU-Vorschlag löste Diskussionen aus. Laut einer Umfrage ist jedoch eine deutliche Mehrheit dafür.

Einen Führerschein zu machen, kostet eine Menge Geld. Dabei scheint die Theorieprüfung immer mehr Anwärtern zu schaffen zu machen: Die Betrugsversuche in der Prüfung sind zuletzt deutlich angestiegen. Hat man aber erst einmal Theorie und Praxis erfolgreich bestanden, so besitzt man seinen Führerschein auf Lebenszeit – vorausgesetzt natürlich, man lässt sich im Straßenverkehr nichts zuschulden kommen. Anfang 2023 wurden allerdings Pläne der EU bekannt, dies zu ändern: Unter anderem sollten Senioren regelmäßig Fahrtauglichkeitstests absolvieren. Eine Umfrage zeigt nun große Zustimmung für diesen Vorstoß.

Fahrtauglichkeitstests für Senioren: ADAC kritisiert die Idee

Immer wieder sorgen Vorschläge in Sachen Führerschein für Aufregung: Erst kürzlich forderte eine französische EU-Grünen-Abgeordnete ein generelles Tempolimit von 110 km/h für Fahranfänger. Diese und weitere Ideen stießen auf viel Gegenwind. Und auch die geplanten Fahrtauglichkeitstests für Senioren riefen bei Bekanntwerden nicht überall Begeisterung hervor: Der ADAC beispielsweise kritisierte die Tests für Autofahrer als „nicht verhältnismäßig.“

Fahrtauglichkeitstests für Senioren ab 70 Jahren: Laut einer Umfrage ist eine deutliche Mehrheit dafür. (Symbolbild)

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie im kostenlosen Newsletter unseres Partners 24auto.de.

Umfrage: Dreiviertelmehrheit für regelmäßige Fahrtauglichkeitstests bei über 70-Jährigen

Eine repräsentative Umfrage des Vergleichsportals Verivox zeichnet nun ein anderes Stimmungsbild: Demzufolge sind 74 Prozent für eine regelmäßige Fahrtauglichkeitsprüfung von Senioren. Auch betroffene Senioren unterstützen den Vorschlag mehrheitlich: 56 Prozent der 70- bis 79-Jährigen befanden die Einführung von regelmäßigen Checks für richtig.

Kultautos in der DDR: Es gab nicht nur den Trabi

IFA Trabant.
Trabant Universal
Wartburg 311
Wartburg 311 Camping.
Kultautos in der DDR: Es gab nicht nur den Trabi

Selbsteinschätzung per Fragebogen? Davon halten die Umfrageteilnehmer wenig

Der EU-Vorschlag lautete, die Fahrtauglichkeit von Autofahrern ab 70 Jahren alle fünf Jahre zu überprüfen. In der Umfrage votierten jedoch 89 Prozent dafür, dass die Überprüfung alle drei Jahre oder häufiger stattfinden sollte. 48 Prozent stimmten sogar für eine Überprüfung alle zwei Jahre.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Bei den Maßnahmen zur Überprüfung gehen die Meinungen allerdings auseinander: Für eine Selbsteinschätzung per Fragebogen stimmten gerade einmal 30 Prozent. Für eine ärztliche Untersuchung votierten dagegen 64 Prozent. Auch Kontroll-Fahrstunden erhielten eine Zustimmung von 63 Prozent. Zu extrem sollten die Hürden aber nicht werden: Für eine erneute Führerscheinprüfung stimmte nicht einmal jeder Zehnte.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

Mehr zum Thema