Über 100 Jahre Tradition
Audi mit Standort in Neckarsulm: Die Geschichte des Autoherstellers
Audi mit Standorten in Neckarsulm und Ingolstadt hatte im Laufe ihrer Geschichte die verschiedensten Namen. Die wichtigsten Infos zu dem Autohersteller.
Deutschland gilt weltweit als Automobilland. Kein Wunder, denn hier wurde das Auto, wie wir es heute kennen, erfunden. Außerdem hat Deutschland mit Volkswagen, Mercedes, BMW, Porsche und Audi gleich mehrere große Autohersteller, die weltweit bekannt sind.
Neben der Daimler AG kann auch Audi mit den Hauptstandorten Ingolstadt und Neckarsulm auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken, die neben zahlreicher Fusionen, aber auch durch den Dieselskandal geprägt wurde.
| Firma | Audi |
| Gründung der Firma | 16. Juli 1909 |
| Logo | vier Ringe |
| Mitarbeiter weltweit | 88.000 (Stand 2024) |
| Mitarbeiter in Ingolstadt | rund 40.000 (Stand: 2025) |
| Mitarbeiter in Neckarsulm | 15.515 (Stand: 2025) |
Die Audi AG hat ihre Anfänge in Köln
Die Geschichte von Audi beginnt schon zehn Jahre bevor die Firma am 16. Juli 1909 von August Horch in Zwickau gegründet wurde. Dieser hatte bereits Ende des 19. Jahrhunderts – um genau zu sein am 14. November 1899 – in Köln mit der August Horch & Cie. selbstständig gemacht, nachdem er zuvor drei Jahre lang den Automobilbau bei Carl Benz in Mannheim geleitet hatte.
Horch — der einer der Pionier-Ingenieure der Kraftfahrzeugtechnik war, verlegte den Sitz der Firma aber bereits 1904 nach Zwickau. Nur fünf Jahre später verließ Horch das Unternehmen nach einem Streit mit dem Finanzvorstand und gründete gemeinsam mit befreundeten Investoren die August Horch Automobilwerke GmbH.
Die Audi-Standorte in Neckarsulm und Ingolstadt
Da seine ehemalige Firma ihm aber untersagte, den Namen Horch weiterzuverwenden, musste sich Horch etwas einfallen lassen. Auf den Namen Audi kam jedoch nicht etwa der Firmengründer selbst, sondern ein Zwickauer Gymnasiast aus der befreundeten Unternehmer Familie Fikentischer. Diese schlug vor den Namen ins Lateinische zu übersetzen.
Der Imperativ des lateinischen Worts audiere lautet nämlich audi und lautet auf Deutsch übersetzt „höre!" oder „horch!". Somit war der neue Name für das Unternehmen gefunden und am 25. April 1910 erfolgte die Umbenennung in „Audi Automobilwerke GmbH Zwickau".
Ein langer Weg bis zur heutigen Audi: Fusionen und Gründung der Auto-Union
Doch bis aus den Audi Automobilwerken, die heutige Audi AG mit Sitz in Ingolstadt wurde, waren mehrere Fusionen und weitere 70 Jahre Firmengeschichte vonnöten. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur heutigen Audi AG war die Gründung der Auto Union AG in Chemnitz.
Auf Initiative der Sächsischen Staatsbank schlossen sich Audi, Horch, DKW und die Automobilabteilung der Wanderer Fahrradwerke zur Auto Union AG zusammen. Schon mit ihrer Gründung war die Auto Union AG der zweitgrößte Automobilhersteller in Deutschland.
Und das Logo kennt bis heute jeder. Es waren jene vier Ringe, die bis heute die Kühler der Autos aus Ingolstadt und Neckarsulm zieren. Sie sollten die unlösliche Einheit der vier eigenständigen Marken symbolisieren. Im Jahr 2022 haben sich die Designer aber an das markante Markenzeichen gewagt. Der Konzern setzt auf andere Farben und ein modernes Design.
Die Auto-Union und der Zweite Weltkrieg
Innerhalb der Auto Union AG bekam jeder der vier Marken ein eigenes Marktsegment zugeordnet. Während DKW Motorräder und Kleinwagen baute, war Wanderer für Autos der Mittelklasse zuständig. Audi baute – wie auch heute noch – Autos der gehobenen Mittelklasse und Horch bediente das Luxussegment in der Oberklasse.
Während des Zweiten Weltkriegs baute die Auto-Union vor allem Motoren für die Deutsche Luftwaffe. Nach Kriegsende 1945 wurde die Auto Union AG von den Sowjets enteignet. Dennoch gab es die Firma weiter, einige führende Mitarbeiter des Automobilherstellers zog es nach Bayern. Dort wurde 1949 in Ingolstadt die Auto Union GmbH gegründet. Anfangs wurde wieder auf die bewährten DKW-Fahrzeuge mit Zweitaktmotoren gesetzt.
Audi AG in Ingolstadt – Umzug nach Neckarsulm
Erst 1965 kam der erste Wagen mit einem Viertaktmotor auf den Markt, es war die Wiedergeburt von Audi. Kurz darauf wurde DKW eingestampft. Zwischenzeitlich war die Auto-Union seit 1958 ein Teil des Daimler Konzerns. Ab 1964 bis 1966 kaufte Volkswagen die Auto-Union und die Rechte am ikonischen Logo von Daimler. Doch ehe aus der Auto-Union Audi AG wurde, zog die Firma noch einmal um.
1969 kam es zur Fusion der Auto Union GmbH mit den NSU Motorenwerken in Neckarsulm bei Heilbronn. Unter dem Namen Audi NSU Auto Union AG wurden die Geschicke nun von Neckarsulm aus gelenkt. Bereits im März 1977 wurde dann auch die Marke NSU eingestellt und nur noch Audis gebaut, weshalb es Überlegungen gab auch den Firmennamen anzupassen.
Neuer Name und die Rückkehr des Autoherstellers nach Ingolstadt
Es dauerte aber noch bis 1985 bis aus der Audi NSU Auto-Union AG, die heutige Audi AG mit Sitz in Ingolstadt wurde. Der Standort in Neckarsulm wurde jedoch beibehalten und ist bis heute Sitz der Tochtergesellschaft Audi Sport. Anfangs wurde hier auch der R8 gefertigt.
Audi-Standort in Neckarsulm heute – über 15.000 Mitarbeiter
An dem Audi-Standort in Neckarsulm arbeiten 15.515 Mitarbeiter (Stand: 2025). Der Standort hat eine Grundfläche von 1.350.000 Quadratmeter. Aktuell werden die Modellreihen Audi A5, A6, A8 und der e-tron GT in Neckarsulm gebaut.
Im rund sechs Kilometer entfernten Industriepark Böllinger Höfe im Raum Heilbronn hat die AUDI AG das Neckarsulmer Werk um eine Fläche von mittlerweile rund 300.000 Quadratmetern erweitert. Dort ist der Sitz der Audi Sport GmbH sowie der Entstehungsort des vollelektrischen Audi e-tron GT.

