Mehr Prüfungen als 2022

Immer mehr schummeln bei Führerschein-Prüfung – diese Strafe droht bei Betrug

  • Michaela Ebert
    VonMichaela Ebert
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Im Jahr 2023 wurden mehr Führerschein-Prüfungen abgelegt, als im Vorjahr. Dabei wurde auch mehr geschummelt. Was Prüflingen bei Betrug droht.

So viele wie noch nie! Bereits mehr als 2.700 Prüflinge haben 2023 versucht, bei der Führerschein-Prüfung zu betrügen – und sind dabei erwischt worden. Wie der TÜV-Verband am Montag mitteilt, waren das 38 Prozent mehr Schummeleien als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das ergab sich aus einer entsprechenden Untersuchung.

Bei rund einem Drittel der Täuschungsversuche handelte es sich demnach um sogenannte Stellvertreterprüfungen: Dabei gibt sich jemand Fremdes als der eigentliche Prüfling aus, um für diesen die Prüfung abzulegen. Bei einem weiteren knappen Drittel der Versuche wurden unerlaubte technische Hilfsmittel wie Handys, Kopfhörer oder Kameras eingesetzt. Das letzte Drittel machten klassische Spickzettel aus. Doch die Methoden würden insgesamt immer ausgefuchster werden, wie aus einem Artikel auf „Stimme.de“ hervorgeht – auch in Heilbronn.

„Wir gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch weitaus größer ist.“

Richard Goebelt, TÜV-Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität

Verbal angegriffen, mit Gewalt gedroht: Einige Schummler bei Führerscheinbetrug wenig einsichtig

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden in ganz Deutschland insgesamt 1,52 Millionen Prüfungen abgelegt. Das waren rund neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Betrugsversuche nehme unterm Strich jedoch nur einen sehr kleinen Teil der abgelegten Theorieprüfungen ein, wie der Verband mitteilt.

Einige der Schummler zeigten sich jedoch wenig einsichtig: In Dutzenden Fällen wurden die Prüfer und Prüferinnen von den Erwischten verbal angegriffen, in 20 Fällen wurde mit körperlicher Gewalt gedroht.

Neuerung seit 2022: Diese Strafe droht für Betrug bei der Führerschein-Prüfung

Erst im Frühjahr 2022 hatte die Bundesregierung schärfere Strafen für das Täuschen bei der Führerscheinprüfung eingeführt: Seitdem droht bei Betrugsversuchen eine Sperre für einen weiteren Versuch von bis zu neun Monaten. Laut dem TÜV-Verband müssten die Fahrerlaubnisbehörden diesen Rahmen jedoch noch häufiger ausnutzen: „Das ist längst nicht überall gängige Praxis“, teilte Goebelt weiter mit.

Übrigens: Wer ohne Führerschein unterwegs ist, muss mit Strafen rechnen. Welche Konsequenzen drohen, erklärt echo24.de bereits. Einige Autofahrer müssen daher besonders aufpassen: Ab 2024 sind einige „Lappen“ nicht mehr gültig.

Führerschein-Prüfungen so schwer wie nie? Fast jeder zweite fällt durch

Mit 42 Prozent fällt fast jeder zweite Fahrschüler durch. Bei der Prüfklasse B (Pkw) liegt die Durchfallquote dem TÜV zufolge sogar bei 45 Prozent! „Eine zentrale Ursache ist aus Sicht der Prüforganisationen der komplexer und dichter werdende Straßenverkehr mit immer mehr Fahrzeugen und den daraus resultierenden Folgen“, hieß es. „Wenn wir den Trend umkehren wollen, brauchen wir eine bessere Verkehrserziehung in Schule und Elternhaus und eine weitere Stärkung der Fahrausbildung.“

Bei den praktischen Fahrprüfungen lag die Misserfolgsquote bei rund 30 Prozent beziehungsweise 37 Prozent bei der Klasse B. Insgesamt wurden zwischen Januar und September 2023 1,32 Millionen Praxisprüfungen absolviert, in etwa so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Eine verpatzte Prüfung kann natürlich teuer werden – die EU plant deshalb eine Neuerung, mit der der Führerschein günstiger werden könnte.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Collage echo24.de

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