Aufgepasst im Herbst

Bremsweg berechnen: ADAC erklärt einfache Faustformel – und worauf Autofahrer jetzt achten sollten

  • Anne Hund
    VonAnne Hund
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Im Herbst wird es auf den Straßen wieder rutschiger. Autofahrer sollten genügend Abstand halten. Doch wie berechnet man den Bremsweg an sich, und was sollten Fahrer darüber hinaus beachten?

Der Vordermann bremst plötzlich. Jetzt heißt es, als Fahrer schnell zu reagieren – doch damit kein Unfall passiert, braucht es genügend Abstand. Wie lange braucht es ab dem Tritt auf die Bremse, bis man sein Auto zum Stillstand bringt? Los geht es mit dem eigentlichen Bremsweg. Zunächst einmal kommt es laut ADAC dabei auf einige Faktoren wie die Leistung der Bremse und die Kraft, mit der man sie betätigt an, sowie auf die Fahrbeschaffenheit.

Wie berechnet man den Bremsweg? ADAC erklärt es

Auf Strecken ohne Steigung oder Gefälle gilt für die grobe Berechnung des Bremswegs den Experten zufolge folgende Faustformel: „Sehr konservativ abschätzen lässt sich bei Normalbremsungen der Bremsweg, wenn man die Ausgangsgeschwindigkeit in Stundenkilometern (km/h) durch zehn teilt und das Ergebnis mit sich selbst multipliziert“, so der ADAC in seiner Mitteilung. Das bedeute zum Beispiel: Wer mit 50 km/h unterwegs sei, lege 25 Meter Bremsweg zurück. Die Faustformel lautet dem ADAC zufolge hier also: „(50 km/h : 10) x (50 km/h : 10) = 25 Meter“.

Risikofaktoren beeinflussen den Reaktionsweg

Doch aufgepasst: Der Anhalteweg ist „deutlich länger“ als der Bremsweg, wie der ADAC betont. Denn bevor der Fahrer auf das Bremspedal trete, vergehe noch einige Zeit. „Etwa 0,8 bis 1,2 Sekunden brauchen Autofahrende, um zu reagieren“, heißt es in der Mitteilung auf ADAC.de. Da das Fahrzeug in dieser Zeit ungebremst weiterfahre, spreche man hier vom Reaktionsweg. Um diese Strecke zu ermitteln, „teilt man die Geschwindigkeit durch zehn, das Ergebnis nimmt man mal drei“. Die Faustformel für den Reaktionsweg lautet, wie es auf ADAC.de weiter heißt: „(50 km/h : 10) x 3 = 15 Meter“. Es kommt den Experten zufolge jedoch auch auf die Reaktionsfähigkeit der fahrenden Person an, auf die technische Ausstattung des Fahrzeugs und den Zustand der Fahrbahn.

„Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“

„Entscheidend“ dafür, welche Strecke ein Fahrzeug bis zum Stillstand „tatsächlich“ brauche, sei der Anhalteweg, wie der ADAC zudem grundsätzlich informiert. Diese Strecke setzt sich demnach so zusammen, wie es in der Mitteilung des Automobilclubs weiter heißt: „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg.“

Im Herbst sollten Autofahrer besonders auf der Hut sein. (Symbolbild)

ADAC warnt vor „Gefahrenbremsung“: Bremsweg verkürzt sich

Was den Bremsweg betrifft, haben die ADAC-Experten allerdings noch einen wichtigen Hinweis: „Weil der Bremsweg stark davon abhängt, ob die Fahrerin oder der Fahrer normal bremst oder bei Gefahr eine Vollbremsung durchführt, gilt für die Faustformel: Eine Notbremsung kann den Bremsweg halbieren“, so erklärt es der Automobilclub in der Mitteilung. Bei 50 km/h verkürze sich also bei einer Gefahrenbremsung der Bremsweg „auf etwa 12,5 Meter".

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Mögliche Risikofaktoren – was den Bremsweg beeinflussen kann

Zu den wichtigsten Vorbereitungen auf eine mögliche Gefahrensituation zählt dem ADAC zufolge eine „korrekte Einstellung des Fahrersitzes mit steiler Rückenlehne“. Als mögliche Risikofaktoren gelten dem Automobilclub zufolge beispielsweise „ein schlechter Straßenzustand“ oder Glätte, verschmutzte oder abgenutzte Bremsbeläge oder Bremsscheiben, zu wenig oder „überalterte“ Bremsflüssigkeit sowie zum Beispiel Reifen in schlechtem Zustand. Der Automobilclub hat zudem auf typische Gefahren im Herbst verwiesen – hier einige der Tipps und welche Abstände Fahrer zum Beispiel bei Nebel einhalten sollten.

Rubriklistenbild: © Fahren mit einem PKW auf Laub im Herbst

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