„Event Data Recorder“
Neu bei der Kfz-Zulassung: Auf diese Änderung müssen Autofahrer ab 2024 achten
VonJosefine Lenzschließen
Für Autofahrer kommt ab 2024 eine wichtige Änderung zu: Der „EDR“ wird verpflichtend. Dabei handelt es sich um eine Blackbox, die bei der Unfallaufklärung helfen soll.
Flugzeuge besitzen sie bereits, jetzt soll sie auch für Autofahrer verpflichtend werden: Eine Blackbox! Sie sammelt im Sekundentakt sämtliche Daten und soll bei der Unfallaufklärung helfen können. Wie der ADAC berichtet, soll der sogenannte „Event Data Recorder“ (EDR) ab Sommer 2024 zur Pflicht werden. Bereits seit 2023 gibt es einige Änderungen für Autofahrer.
Änderung für Autofahrer ab 2024: Blackbox wird Pflicht – so funktioniert der EDR
Doch wie funktioniert eigentlich die Auto-Blackbox? Der EDR ist oft im Airbag-Steuergerät verbaut und kann dort auf sämtliche Beschleunigungssensoren zugreifen. So zeichnet der Recorder folgende Informationen auf:
- Daten vor dem Crash: Geschwindigkeit, Motor-Drosselklappe/Gaspedalstellung, Status der Bremse, Zündzyklus beim Crash, Motordrehzahl, Aktivität von ABS und Stabilitätskontrolle, Lenkwinkel
- Daten nach dem Crash: Geschwindigkeitsänderung in Längs- und Querrichtung
- Informationen zu Rückhaltesystemen: Anschnallstatus von Fahrer und Beifahrer, Airbag-Warnleuchte, Auslösezeitpunkt der Airbags für Fahrer und Beifahrer (Front, Seite, Curtain-Airbags)
Kommt es zu einem Unfall, zeichnet der EDR eine kurze Zeitspanne vor und nach dem Crash auf. Laut ADAC werden fünf Sekunden vor dem Unfall und 300 Millisekunden nach einem Zusammenstoß gespeichert. Generell zeichnet die Auto-Blackbox dauerhaft sämtliche Daten, speichert diese aber erst, wenn es zum Unfall kommt. Ein Crash erkennt der EDR, wenn es beispielsweise zu einer ungewöhnlichen Geschwindigkeitsreduzierung, Airbag-Auslösung oder ruckartigen Gurtbewegung kommt.
Änderung für Autofahrer ab 2024: Überwachung wird Pflicht – Blackbox soll bei Unfallaufklärung helfen
Mithilfe von bestimmten Tools kann ein Sachverständiger die Daten des EDR auslösen, falls sie für eine Unfallklärung benötigt werden. Normalerweise werden Fahrer und Beifahrer bei einem Crash befragt, ist dies jedoch nicht möglich oder es bedarf weiterer Klärung, kann also die Blackbox weiterhelfen. Wer die Daten sonst noch auslesen darf, darüber berichtet 24auto.de.
„Die Daten aus dem EDR sollten jedoch nicht als einzige Quelle zur Unfallrekonstruktion hinzugezogen werden. Vielmehr dienen sie als zusätzliches Element zum Spurenbild am Unfallort sowie den Schäden an den beteiligten Fahrzeugen. So können sie die herkömmliche Rekonstruktion eines Unfalls unterstützen, nicht jedoch ersetzen“, erklärt der ADAC. Videoaufnahmen sind mit der Blackbox im Auto übrigens nicht möglich und es werden nur die Daten des eigenen Autos erfasst, nicht weiterer Verkehrsteilnehmer.
Änderung für Autofahrer ab 2024: Überwachung wird Pflicht
Seit Sommer 2022 müssen alle neuen Fahrzeugtypen eine Blackbox besitzen. Wie der ADAC berichtet, gilt die Pflicht künftig auch für alle neu zugelassenen Fahrzeuge der Klasse M1 (Pkw) und N1 (Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen). Die Änderung gilt ab dem 7. Juli 2024. Andere Fahrzeugklassen (M2, M3, N2, N3) brauchen eine Blackbox ab dem 7. Januar 2026 oder 7. Januar 2029. Es gibt bereits einige Hersteller, die einen EDR in ihre Modelle eingebaut haben.
Auf Autofahrer kommen aktuell einige Änderungen zu, auch beim Thema Führerschein. So müssen (fast) alle ihren alten Lappen umtauschen. Welche Jahrgänge wann ihren Führerschein abgeben müssen, zeigt diese Tabelle.
Rubriklistenbild: © Mario Hösel/dpa
