Fahrschule und TÜV berichten
Fehler bei der Führerschein-Prüfung: Daran scheitern die meisten Autofahrer
- VonSophia Lavcanskischließen
Im Straßenverkehr gibt es viele Schilder und Regeln, die man kennen und beachten sollte. Doch besonders während der Fahrprüfung geschehen oft Fehler.
Wer den Führerschein macht, lernt in der Fahrschule nicht nur das Auto zu kontrollieren, sondern auch alle wichtigen Verkehrsregeln, um sicher durch den Straßenverkehr zu kommen. Auch wenn gestandene Autofahrer ebenfalls Fehler begehen können, passieren besonders den Fahrschülern häufig Missgeschicke. Gerade während der praktischen Fahrprüfung, wenn die Aufregung Überhand nimmt, können bestimmte Fehler zum Nichtbestehen der Prüfung führen. Woran also scheitern die Prüflinge eigentlich am häufigsten?
TÜV bemängelt Verkehrsbeobachtung in der Fahrprüfung – „wird am häufigsten mit ‚ungenügend‘ bewertet“
Für die Abnahme von Fahrschülern sind Fahrprüfer des „Technischer Überwachungs-Vereins“ (TÜV) zuständig. Wie ein Sprecher des „TÜV Süd“ auf Nachfrage von echo24.de berichtet, würden die meisten schweren Fehler bei der „Verkehrsbeobachtung“ gemacht. Damit ginge auch das größte Gefährdungspotential für den Straßenverkehr einher. Daher würde dies auch am häufigsten zum Nicht-Bestehen der Fahrprüfung führen.
Doch auch eine ganz bestimmte Stelle sei laut dem Sprecher für viele Fahrschüler eine besonders große Hürde: Kreuzungen. „Im Vergleich zu den anderen Fahraufgaben wird diese am häufigsten mit ‚ungenügend‘ bewertet“, heißt es. Zusätzlich würde es auch an Kreuzungen zu schweren Fehlern bei der Verkehrsbeobachtung kommen.
Heilbronner Fahrlehrer berichtet – „rechts vor links“ wird oft übersehen
Doch nicht nur der TÜV, sondern auch die Fahrlehrer selbst nehmen natürlich die Fehler der Fahrschüler wahr. Serhat Beyazit ist Fahrlehrer der Heilbronner Fahrschule „Zero“ und gibt auch bei YouTube, Instagram und TikTok Tipps zum Bestehen der praktischen Prüfung. Auch er berichtet gegenüber echo24.de von den häufigsten Fehlern.
Ergänzend zu der Aussage des TÜV bemängelt er die Verkehrsbeobachtung besonders an Kreuzungen, an denen die Regel „rechts vor links“ gelte. Leider gebe es oft Kreuzungen und Einmündungen, die schnell übersehen werden. Viele Fahrlehrer würden knifflige Gebiete zwar vor der Prüfung einmal anfahren und testen, ob der Schüler die Stellen wahrnimmt, während der Prüfung würden es dennoch einige vergessen.
Stoppschild wird oft missachtet – und sorgt für Ende vieler Prüfungen
Eigentlich ist die Bedeutung von einem Stoppschild selbsterklärend. Denn, wie das Schild schon sagt, gilt hier: Stopp! An der Haltelinie muss das Auto für einen kurzen Moment komplett zum Stehen kommen, um eine ausreichende Verkehrsbeobachtung zu gewährleisten. Meist steht das Stoppschild an unübersichtlichen oder gefährlichen Kreuzungen.
Tatsächlich halten laut Beyazit viele Fahrschüler wohl jedoch nicht an der Halt- oder Sichtlinie, wodurch ein sogenannter „Rollstopp“ zustande komme. Geschieht das, wird die Prüfung beendet und als nicht bestanden gewertet.
Grünpfeilschild an roter Ampel – hier droht ein Rotlichtverstoß
Auch das Grünpfeilschild an Ampeln führt bei vielen Fahrschülern zum Nicht-Bestehen der Prüfung. Das Schild ermöglicht es – wenn der Verkehr es zulässt – an einer roten Ampel dennoch rechts abzubiegen, erfordert jedoch das vorherige Anhalten an der Haltelinie.
Der Heilbronner Fahrlehrer berichtet „Leider schauen sich die Fahrschüler vieles von ihrem Umfeld, wie Eltern und Freunden, ab.“ Das sei prinzipiell zwar nicht schlecht, jedoch würden sehr viele Autofahrer an einer roten Ampel mit Grünpfeilschild nicht anhalten. Dies zähle als Rotlichtverstoß und führe ebenfalls zum Ergebnis: Nicht bestanden!
Einparken und „Verkehrzeichen 260“ – Nervosität wird einigen Fahrschülern zum Verhängnis
Auch das Einparken, das bei vielen Fahrschülern schon vor der Prüfung einiges an Übung erfordert, kann bei der Prüfung zum Problem werden. „Beim Parken werden die Fahrschüler oft so nervös, dass sie die sogenannten ‚Parkpunkte‘ (die das Parken vereinfachen sollen) verwechseln“ berichtet Beyazit. Des Weiteren würden viele Fahrschüler „so einparken, wie man es vorher noch nie gemacht hat.“
Die kuriosesten und verrücktesten Verkehrsschilder aus aller Welt – das bedeuten sie




Ein weiteres Schild, das oft aus Nervosität missachtet wird, ist das sogenannte „Verkehrszeichen 260“. Es verbietet die Einfahrt in eine so beschilderte Straße, jedoch befindet sich unter dem Schild meistens das „Anlieger frei“-Schild. Gerade in der Prüfungssituation habe der Prüfling jedoch kein Anliegen. Befährt er diese Straße dennoch, hat er gegen die bestehende Regel verstoßen und die Prüfung gilt als nicht bestanden. Welche Verkehrszeichen darüber hinaus für Verwirrungen im Straßenverkehr sorgen können, erklärt echo24.de bereits.
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