Viel befahrener Fernpass

„Unverhältnismäßig hoch“: Teure Maut-Neuerung für Autofahrer auf beliebter Strecke

  • Anni Gebhard
    VonAnni Gebhard
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Viele Deutsche nutzen ihr Auto, um innerhalb Europas in den Urlaub zu fahren. Jetzt gibt es Pläne für eine Maut auf einem viel befahrenen Fernpass – wo es teuer wird.

Einmal im Jahr in den Urlaub gehen, wird immer mehr zum Luxus. Auch 2024 wird einiges teurer – zum Beispiel Fliegen. Wer trotzdem nicht verzichten will, könnte auch zum Auto oder Camper greifen: Die geografische Lage Deutschlands macht's möglich – je nach Wohnort sind Deutsche ziemlich schnell in einem anderen Land. Für einige Reisende könnte allerdings auch die Autofahrt in den Urlaub bald noch teurer werden – auf einer wichtigen Strecke werden Pläne für Mautgebühren gemacht. Diese Route ist betroffen.

Das beliebteste Ziel für eine Kurzreise ins Ausland ist das Nachbarland Österreich. Das zumindest besagt eine Reiseanalyse. Demnach sind rund 243.000 Deutsche im Jahr 2021 für zwei bis vier Tage nach Österreich gefahren. Die Pläne für eine neue Mautstrecke dürfte Deutsche daher besonders hart treffen: Es handelt sich nämlich um einen viel befahrenen Fernpass in Tirol. Neben der Vignette in Österreich kommen also noch zusätzliche Gebühren on top.

Pläne betrifft deutsche Urlauber: Fernpass in Tirol künftig nur noch mit Mautgebühren

Die Pläne für eine Maut auf dem Fernpass in Österreich sorgen für Kritik aus Bayern. Laut Informationen der „dpa“ rechnet das Bundesland Tirol in den kommenden 15 Jahren mit Investitionen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro an der Strecke. Zur Finanzierung eines Teils der Ausbauarbeiten soll nach Angaben des Landes möglichst ab dem Jahr 2028 eine Maut erhoben werden. Die einfache Fahrt wird dann voraussichtlich 14 Euro, die Jahreskarte das 140 Euro kosten. 

14 Euro Mautgebühren für einfache Fahrt: Reisende Richtung Innsbruck und Italien besonders betroffen

Die Strecke, die sich im Raum Reutte befindet, sei vor allem für Reisende in Richtung Innsbruck und weiter nach Italien wichtig, sagt der „ADAC“ gegenüber der „dpa“. 30.000 Fahrzeuge nutzen laut Landesregierung Innsbruck täglich den Pass. Damit sei die Route „eine der höchst belasteten Straßenverbindungen in Tirol“.

Die Regierung spricht von vielen neuen Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Fernpasstunnel. Durch den Tunnel werde es künftig nicht mehr nötig sein, den Fernpassscheitel zu überqueren.

Scharfe Kritik aus Bayern: Mautprojekt in Tirol sei fragwürdig und zu teuer

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Die Landrätin Indra Bayer-Müller aus dem Oberallgäu kritisierte das Mautprojekt gegenüber der „dpa“ scharf: Zum einen habe es keine Absprache gegeben, zum anderen würde der Tunnel nur drei Minuten Zeitersparnis bringen, fordere dafür Eingriffe in die Natur ein. Zudem sei die Maut von 14 Euro für die relativ kurze Strecke „unverhältnismäßig hoch“.

Mautprojekt in Österreich: Bayern und Tirol vereinbaren nun einen engeren Austausch

Bayerns Europaminister Eric Beißwenger (CSU) besprach die Mautpläne mit dem Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle. Beißwenger kritisierte, dass Tirol mit den Fernpass-Maßnahmen „vorgeprescht“ sei. „Ich habe großes Verständnis für die Verkehrsprobleme in Österreich, aber diese dürfen nicht zulasten Bayerns gehen“, sagte er der „dpa“.

Beide Länder vereinbarten nun, sich über die Verkehrsentwicklung an der Grenze künftig gemeinsam laufend auszutauschen. Es sei ihm „ein offener und transparenter Austausch mit Bayern wichtig, weil sich die Maßnahmen selbstverständlich auch über die Grenzen hinaus auswirken“, so Tirols Mobilitätslandesrat Zumtobel.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Bihlmayerfotografie/ Yekaterina Khristova/TASS/ Fotocollage: echo24.de

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