Kampf um Jobs

VW kündigt Jobgarantie: Betriebsrat wehrt sich gegen „historischen Angriff“

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Volkswagen steckt tief in der Krise und hat nun die Beschäftigungsgarantie aufgekündigt. Das sorgt für Proteste und könnte den Autobauer teuer zu stehen kommen.

Für die europäische Automobilindustrie ist die Lage aktuell alles andere als rosig. Das spürt auch Volkswagen und muss deshalb den Gürtel enger schnallen. So wurden etwa die Preise für die Verbrenner angehoben. Aber auch Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen. Da letztere aber durch die seit 1994 geltende Beschäftigungssicherung ausgeschlossen sind, hat der Autobauer diese nun gekündigt.

VW will mit Betriebsrat und Gewerkschaft Lösungen finden

Damit laufe dieser Ende des Jahres aus, berichtet die Tagesschau. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber frühestens im Juli 2025 möglich – also ein halbes Jahr, nach dem die Vereinbarung ausgelaufen ist. VW hat auch weitere Vereinbarungen gekündigt, darunter die Übernahmegarantie für Auszubildende und die Regelungen für Leiharbeit. Doch auch die Bonuszahlungen für Führungskräfte sollen reduziert werden. Porsche-Dienstwagen sind bereits seit längerem keine Option mehr.

VW stehen unruhige Zeiten bevor. (Montage)

Volkswagen kündigte an, neue Regeln mit Betriebsrat und Gewerkschaft verhandeln zu wollen. Ziel sei es, bis zum Auslaufen der Beschäftigungssicherung Mitte 2025 eine Anschlussregelung zu vereinbaren. Laut Personalvorstand Gunnar Kilian brauche es gemeinsame Lösungen, um Volkswagen „nachhaltig wettbewerbs- und zukunftsfähig“ aufzustellen.

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Tarifverhandlungen mit IG Metall werden vorgezogen

Die Reaktionen des Betriebsrats und der IG Metall ließen nicht lange auf sich warten, wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo bekräftigte ihren Widerstand gegen die Pläne: „Wir werden uns gegen diesen historischen Angriff auf unsere Arbeitsplätze erbittert zur Wehr setzen. Es wird mit uns keine betriebsbedingten Kündigungen geben.“ Auch die Gewerkschaft IG Metall will Druck auf Volkswagen ausüben. Sollte bis zum Sommer 2025 kein neuer Tarifvertrag vereinbart werden, würden ältere Tarifverträge wieder in Kraft treten, die teilweise längere Arbeitszeiten und höhere Gehälter vorsehen.

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Die IG Metall hat zudem mögliche Streiks ab Ende November angekündigt, sollten die Verhandlungen ins Stocken geraten. Die Gewerkschaft fordert eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung sowie eine Erhöhung der Löhne um sieben Prozent. Tarif-Verhandlungen zwischen Volkswagen und der IG Metall waren ursprünglich für Oktober vorgesehen, sollen nun aber vorgezogen werden, schreibt die Tagesschau. Das hatte die Gewerkschaft angeboten. „Die aktuelle Phase trägt zu einer Verunsicherung bei. Dieser können wir entgegenwirken, wenn wir zeitnah zukunftssichere Perspektiven für unser Unternehmen schaffen“, betonte Kilian.

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