Protest in Belgien

Weil Werk vor dem Aus steht: Audi-Mitarbeiter klauen Schlüssel

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Die sinkende Nachfrage nach Elektroautos bringt Audi in Bedrängnis. Um das Werk in Brüssel zu retten, stehlen die Mitarbeiter Hunderte Schlüssel.

Die Elektromobilität steckt in Europa in der Krise – mit Ausnahme von Norwegen. Mehrere Hersteller haben sich wegen der sinkenden Nachfrage daher bereits entscheiden, länger auf den Verbrenner zu setzen. Bei Audi steht sogar die Zukunft des Werks in Brüssel auf dem Spiel. Und das gefällt den Mitarbeitern dort gar nicht!

Brüsseler Audi-Werk droht Aus: Mitarbeiter klauen aus Protest Schlüssel

Um die Schließung des Standorts zu verhindern, haben diese nun zu einem sehr ungewöhnlichen Protestmittel gegriffen: Einige Mitarbeiter haben 200 bis 300 Fahrzeugschlüssel entwendet, wie das Portal Brf.be berichtet. Solange unklar ist, wie es bei Audi in Brüssel weitergeht, werde kein Fahrzeug das Werk verlassen.

Der Audi Q8 e-tron soll künftig nicht mehr in Belgien gebaut werden.

In Ingolstadt kommt dieser Erpressungsversuch alles andere als gut an. Audi will sich demnach nicht auf die Forderungen einlassen. Im Gegenteil: Sollten die Schlüssel bis zum Nachmittag (9. September) nicht zurückgebracht werden, will man Anzeige erstatten. Die Verantwortlichen lassen sich demnach mit Aufnahmen von Überwachungskameras identifizieren.

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Audianer legen aus Protest Arbeit nieder

Im Juli hatte Audi mitgeteilt, dass man eine Einstellung des Betriebs in Brüssel nicht ausschließen könne. Der Grund: die schwache Nachfrageentwicklung beim Elektro-SUV Q8 e-tron, der im belgischen Werk gebaut wird. Es folgte eine wochenlange Produktionspause über die Werksferien. Doch anders als geplant, lief die Fertigung in der vergangenen Woche nicht wieder an.

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Die Volkswagen-Gruppe erklärte jedoch, dass in den nächsten Jahren in Brüssel keine Autos mehr vom Band laufen sollen. Laut Gewerkschaftsangaben legten die rund 3.000 Mitarbeiter daraufhin in den vergangenen Tagen die Arbeit nieder und verhinderten somit den Wiederanlauf der Produktion. Am 16. September soll es zudem einen großen Protesttag geben, wie Golem.de berichtet.

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