Ungewöhnlich ehrlich

„Wir waren schon mal besser“ – Audi räumt Qualitätsmängel ein

  • Simon Mones
    VonSimon Mones
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Audi wird immer noch als Premiummarke betrachtet. Doch die Qualität der Verarbeitung lässt zunehmend zu wünschen übrig. Dies wird auch in Ingolstadt bemerkt und es wird angestrebt, sich zu verbessern.

Der Slogan „Made in Germany“ galt lange Zeit als Inbegriff für Qualität. Auch wenn das Image inzwischen leichte Kratzer hat. In der Automobilbranche ist diese Entwicklung besonders spürbar. Selbst renommierte deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Audi mussten Einbußen hinnehmen. Eine US-Studie bescheinigte diesen Marken unterdurchschnittliche Qualitätswerte – ein Ergebnis, das noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wäre.

Die Situation hat sich jedoch drastisch verändert, und die drei Automobilgiganten befinden sich nun in einer ernsthaften Krise. Der schleppende Absatz von Elektrofahrzeugen und der kontinuierliche Einbruch des bedeutenden chinesischen Marktes tragen maßgeblich zu dieser Misere bei. Besonders Audi kämpft mit Schwierigkeiten und versucht nun, mit einer offensiven Strategie gegenzusteuern.

Ingolstadt übt Selbstkritik: Audi räumt Qualitätsmängel ein

Nach einer längeren Phase ohne Neueinführungen präsentiert der Autobauer nun eine umfangreiche Palette neuer Modelle, darunter den A6 e-tron, Q6 e-tron, die A5 Limousine und den A5 Avant sowie den Q5 SUV und Q5 Sportback. Zusätzlich steht die Markteinführung des A6 Avant mit konventionellem Verbrennungsmotor unmittelbar bevor. In Bezug auf die Nomenklatur hat sich der Hersteller kürzlich für eine Rückkehr zu früheren Bezeichnungen entschieden.

Auch beim Q5 setzt Audi nicht überall auf hochwertige Materialien.

Die Offensive beschränkt sich jedoch nicht nur auf neue Modelle: In Ingolstadt übt man sich auch in Selbstreflexion. Bei einem Fahrevent für den Q5 äußerte sich Oscar da Silva Martins, der Leiter für Kommunikation, Produkt und Technologie bei Audi, mit ungewohnter Offenheit, wie Motor1 berichtet. Er gab zu: „Wir waren qualitativ sicher schon mal besser, aber wir kommen da wieder hin“.

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Qualitätsmängel offenkundig: Audi verspricht Verbesserungen

Die Aussage von da Silva Martins lässt keinen Zweifel: Bei den jüngsten Audi-Modellen ist ein Rückgang in der Material- und Verarbeitungsqualität zu verzeichnen. Die Defizite treten vor allem im Interieur deutlich zutage. Beanstandet werden insbesondere die Verwendung minderwertiger Materialien an weniger exponierten Stellen, beispielsweise Hartplastik an Türverkleidungen und im Handschuhfach. Ebenso wird die mangelnde Verarbeitungsqualität von Kunststoffkomponenten im Bereich der Türgriffe und der Mittelkonsole kritisiert. Als Antwort auf diese Beanstandungen hat Audi prompte Verbesserungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Der Automobilhersteller beabsichtigt, spätestens im Rahmen der Modellpflege der aktuellsten Fahrzeuge die Materialqualität anzuheben.

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Die beschriebenen Probleme betreffen nicht ausschließlich Audi. Auch weitere deutsche Premiummarken, darunter Mercedes-Benz, sehen sich mit vergleichbaren Schwierigkeiten konfrontiert. Als Ursachen werden die zunehmenden Entwicklungsaufwendungen angeführt, die sich aus den verschärften Anforderungen in den Bereichen Emissionen, Unfallsicherheit und Cybersicherheit ergeben.

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