„Zieh dich warm an, sonst wirst du krank“

Macht Kälte krank? Das ist wirklich dran am Mythos – und was tatsächlich schützt

Erkältung
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Husten, Schnupfen, Halskratzen und Kopfschmerzen sind nur ein paar der vielen bekannten Erkältungssymptomen.

Winterzeit ist Erkältungszeit – doch ist die Kälte eigentlich wirklich schuld daran, dass wir im Winter häufiger krank werden? Was kann getan werden, um sich gegen Erkältungen zu schützen?

Mit den sinkenden Temperaturen kommt häufig eine Schnupfnase, Halskratzen oder Husten. Da hilft nur noch einkuscheln und Ingwer-Tee trinken. Winterzeit ist nun mal Erkältungszeit. Doch ist wirklich die Kälte daran Schuld, dass die Erkältungszahlen jedes Jahr in die Höhe schießen oder ist das alles nur ein Mythos? Wie kann das eigene Immunsystem gestärkt werden und warum spielt die Nase eine große Rolle, wenn es um das Bekämpfen von Krankheiten geht?

Kälte führt zu einem erhöhten Erkältungsrisiko: Ist das wahr oder nur ein Mythos?

Fakt ist: Es gibt kein wissenschaftliches Experiment, das eindeutig belegt, dass eine Erkältung durch Kälte entsteht. Beispielsweise wurden in England Probanden in nassen Badehosen auf einem zugigen Flur stundenlang abgestellt. Anschließend infizierte der Forscher seine Versuchspersonen mit Erkältungsviren. Die Probanden in der Kälte wurden nicht häufiger krank als Kontrollpersonen, die es warm gehabt hatten.

Auch ein Versuch aus den USA zeigt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Kälte und Erkältungen gibt. Spärlich bekleidete Studenten mussten hierbei in einem Keller frieren. Eine zweite warm gekleidete Gruppe musste zwei Stunden in eine Kühlkammer. Das Ergebnis: Beide Gruppen zeigten keine erhöhten Erkältungsraten.

„Zieh dich warm an, sonst wirst du krank“ – ist das so?

Ein Zusammenhang zwischen Frieren und Erkältungen ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Forscher fanden jedoch biologische Hinweise darauf, dass Immunzellen bei Kälte Viren schlechter bekämpfen können. Krankheiten werden dennoch nicht durch kältere Luft übertragen, sondern durch einen erhöhten Viren- und Bakterienaustausch, welcher im Winter häufiger auftritt. Eltern schützen ihre Kinder mit dem Tipp, sich warm anzuziehen, also nur vor dem Frieren und nicht vor dem Krankwerden.

Erkältungen im Winter: Die Nase spielt eine große Rolle

Ob Erkältungen auch mit tieferen Temperaturen zusammenhängen, wird von vielen Experimenten widerlegt. Doch werfen wir einen Blick auf die Nase, so ist zu erkennen, dass niedrige Temperaturen sehr wohl Auswirkung auf die Abwehr von Viren haben kann. In der Winterluft kühlt die Nase nämlich aus, was dazu führt, dass die Schleimhäute dort schlechter durchblutet werden.

Anders als in einer warmen Nase zirkulieren dann auch weniger Abwehrzellen, welche Ansteckungen verhindern. So können Erkältungsviren leichter ins Gewebe eindringen.

Auch keine Lösung: Zu lange in aufgeheizten Zimmern verharren

Warme Heizungsluft ist bekanntlich sehr trocken. Das bedeutet purer Stress für unsere Nasenschleimhäute. Wer also denkt, dass man sich in warmen Räumen vor einer Erkältung schützen kann, sollte seine Theorie besser nochmals überdenken. Luftbefeuchter können bereits helfen, dass die Nasenschleimhäute nicht austrocknen. Auch auf zu viel Nasenspray sollte verzichtet werden, da dies zu einer Austrocknung der Nasenschleimhaut führen kann.

Einer der effizientesten Methoden gegen eine Ansteckung in Innenräumen bietet allerdings immer noch das regelmäßige Lüften. Generell haben Viren in Innenräumen nämlich gute Möglichkeiten, sich auszubreiten. Der Klassiker ist hierbei das Wartezimmer beim Hausarzt.

Diese Maßnahmen sollen vorbeugend gegen eine Erkältung helfen

Neben ausreichenden Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen, Abstand halten, Desinfektionsmittel nutzen oder das Niesen in die Armbeuge, kann der Körper durch ein starkes Immunsystem weiter geschützt werden. Wie stärkt man aber schon im Voraus sein Abwehrsystem?

  • Ausreichend Schlaf: Erholung pur für den Körper. Erwachsene sollten mindestens sieben Stunden Schlaf einplanen, Kinder und Jugendliche sollten je nach Alter bis zu elf Stunden Schlaf abbekommen.
  • Bewegung: Körperliche Aktivitäten, am besten an der frischen Luft, senken das Erkältungsrisiko ebenfalls
  • Gesunde Ernährung: Wie bei vielen Krankheiten beugt eine gesunde Ernährung auch Erkältungen vor. Obst, Gemüse und Vollkornprodukte also unbedingt auf den Speiseplan schreiben. Auf das Rauchen und Alkohol trinken sollte, wenn möglich, verzichtet werden.
  • Sauna: Viele schwören auf regelmäßige Saunagänge im Winter. Durchaus stärkt das Schwitzen unser Immunsystem und beugt somit Erkältungen vor.
  • Eisbaden oder kalt duschen: Auch das andere Extrem sorgt für eine Stärkung unseres Immunsystems. Eisbaden führt zu einer guten Durchblutung. Allerdings sollte das Kältebad nicht länger als drei Minuten andauern.

Gegen spezielle Grippe- oder Coronaviren hilft natürlich auch eine Impfung, um sich zu schützen.

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