Neue Verordnung
Italienischer Urlaubsort greift durch: Stehen bleiben in „roten Zonen“ verboten
VonFranziska Kaindlschließen
Aufgrund der Touristenmassen in den Sommermonaten hat der italienische Urlaubsort Portofino „rote Zonen“ eingerichtet. Stehen bleiben ist hier verboten.
Der Massentourismus macht vielen beliebten Urlaubsregionen deutlich zu schaffen – und immer mehr Behörden sehen sich gezwungen, einzugreifen. So nun auch in dem beschaulichen Ort Portofino an der italienischen Riviera. In dem ehemaligen Fischerdorf am Golfo del Tigullio leben eigentlich nur 400 Einwohner mit erstem Wohnsitz. Doch in den Sommermonaten wächst die Anzahl an Menschen enorm an, die Straßen sind verstopft und es herrscht Gedränge vor begehrten Fotospots.
Bis zu 275 Euro Bußgeld fürs Stehen bleiben: Italienischer Urlaubsort greift durch
Um große Menschentrauben zu verhindern, welche den Verkehrsfluss behindern oder Rettungswege versperren, hat der Bürgermeister Matteo Viacava zum Osterwochenende eine Verordnung unterzeichnet. Diese deklariert den Ortskern und die umliegenden Strände als „rote Zone“. Dazu gehört laut der italienischen Tageszeitung Il Corriere della Sera auch die Piazza Martiri dell‘Olivetta. In diesen Bereichen dürfen sich Menschen zwar weiterhin aufhalten und flanieren – stehen bleiben ist aber verboten. Bei Zuwiderhandlung droht ein saftiges Bußgeld von 68 bis 275 Euro. Das Verbot besteht täglich zwischen 7.30 und 18 Uhr – die Maßnahme ist bis zum 15. Oktober in Kraft.
Sind nun auch Selfies verboten? Maßnahme in Portofino wirft Fragen auf
Die Regelung wurde von einigen britischen Medien als Selfie-Verbot gewertet – die Nachricht darüber hat sich in den sozialen Medien verbreitet und für einen Aufschrei gesorgt. Viacava zeigte sich laut einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa empört über diese Darstellung: „Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Niemand hat hier Selfies verboten, und selbst wenn die Briten das schreiben, gibt es keinen Grund, das zu glauben.“ Die Verordnung sei aus einem ganz anderen Grund unterzeichnet worden, und zwar um für mehr Sicherheit zu sorgen. Sie würde sich vornehmlich an Reiseveranstalter richten.
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So ist Portofino ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler, die mit Schiffen aus La Spezia, Sestri Levante oder Genua nach Portofino anreisen, wie das Online-Portal Travelbook berichtet. Und auch Kreuzfahrttouristen gesellen sich zu den Menschenmassen, die tagsüber für volle Gassen sorgen und dann abends wieder verschwinden.
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Außerdem soll es nicht bei dem Stehen-Bleiben-Verbot in den „roten Zonen“ bleiben. Wie Viacava der Nachrichtenagentur Ansa zufolge erklärt, sei eine weitere Verordnung geplant. Sie soll das Biwakieren und das Sitzen auf dem Boden verbieten. Auch dem Herumlaufen ohne Hemd, barfuß oder in Badesachen wird damit ein Riegel vorgeschoben. „Portofino ist ein Juwel, dementsprechend muss man sich verhalten“, so der Bürgermeister.
Rubriklistenbild: © agefotostock/Imago

