Reaktion auf Brexit

Halt gestrichen: Orient-Express stoppt ab 2024 nicht mehr in London

  • Sophie Kluß
    VonSophie Kluß
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Der Betreiber des Orient-Expresses zieht seine Konsequenzen aus dem Brexit. Als Reaktion auf die Grenzkontrollen wird London ab 2024 vom Reiseplan gestrichen.

Auf drastische Weise möchte der Betreiber des Luxuszuges verschiedenen Medienberichten zufolge auf die Erschwernisse durch zeitaufwendige Grenz- und Passkontrollen seitens Großbritannien und bedingt durch den Brexit reagieren. Ab kommendem Jahr sollen nun nach 41 Jahren keine Fahrten ab London mehr angeboten werden.

Der Venice Simplon-Orient-Express ist einer der berühmtesten Luxuszüge der Welt

Erstmals war der Orient-Express 1883 in Betrieb genommen worden und fuhr später durchgehend von Paris nach Konstantinopel, ins heutige Istanbul. Ab 1919 war dann der umbenannte Simplon-Orient-Express auf den Gleisen unterwegs. Das rollende Luxushotel war durch den Krimi „Mord im Orient Express“ von Agatha Christie aus dem Jahr 1934 berühmt geworden.

Der Fahrplan des Orient-Expresses wird ab dem kommenden Jahr angepasst: London entfällt dann als Halt.

Das Zugunternehmen Belmond, das den Venice Simplon-Orient-Express (wie der Zug heute offiziell heißt) betreibt, passe seinen Betrieb nun laut tagesschau.de für das Jahr 2024 an, bevor weitere Pass- und Grenzkontrollen fällig würden. Man wolle so das Risiko von verpassten Anschlüssen, Reiseunterbrechungen und Verspätungen für die Gäste des Zuges vermeiden. Außerdem wäre es nur damit möglich, weiterhin den optimalen und möglichst entspannten Service anzubieten.

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Stundenlange Wartezeiten an der Grenze

Seit Oktober 2021 ist EU-Bürgern die Einreise ins Vereinigte Königreich aufgrund des Brexits nur noch mit Reisepass gestattet. Laut einem Bericht des SPIEGEL sei das für viele Reisende ein Kriterium, Großbritannien auf der Reiseagenda hintanzustellen.

Ganz aktuell war es vor den Osterferien in Dover zu Wartezeiten von bis zu 14 Stunden gekommen. Die Lage könnte sich mit der Einführung des ETIAS (Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems), das ebenfalls ab 2024 in Kraft treten soll, noch verschärfen.

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Dies wolle man den Reisenden seitens Belmond künftig ersparen. Schließlich kostet eine Reise in einem der luxuriös ausgestatteten historischen Schlafwägen mehrere Tausend Pfund pro Person – inklusive Dinner an Bord. Anstelle der Reise mit dem VSOE sollen die Gäste ab 2024 mit dem Hochgeschwindigkeitszug Eurostar von London aus nach Paris reisen und dort in den Venice Simplon-Orient-Express einsteigen. Aber auch andere malerische Abfahrtsorte wie Rom, Wien oder Amsterdam listet der Betreiber auf seiner Webseite.

Rubriklistenbild: © Giuseppe Lami/Imago