Neues Dekret

Ballermann-Touristen geht es weiter an den Kragen: Mallorca verschärft Alkohol-Regeln im Freien

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Die Balearen-Regierung geht ab sofort noch strenger gegen Alkoholkonsum am Ballermann vor. Wer am Strand oder auf den Straßen trinkt, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Am Freitag (10. Mai) hat die Regierung der Balearen ein Verbot für Alkoholkonsum auf offener Straße und am Strand in den Party-Zonen auf Mallorca und Ibiza beschlossen. Das neue Dekret gilt seit Sonntag (12. Mai), wie die Mallorca Zeitung berichtet. Mit ihm soll noch stärker gegen den Sauftourismus vorgegangen werden, der trotz zahlreichen Verboten in den letzten Jahren nicht abgenommen hatte.

Einschränkungen in den Partyzonen Mallorcas: Kein Alkohol mehr im Freien

Bilder wie diese sollen auf Mallorca der Geschichte angehören.

Bei dem Dekret handelt es sich um eine Verschärfung der Benimmregeln, die bereits von der Vorgängerregierung 2020 beschlossen wurden. Diese beinhalteten beispielsweise ein Verbot der Alkohol-Flatrates in All-inclusive-Hotels sowie das Klettern zwischen Balkonen oder das Herunterspringen von Balkonen in Pools, auch als Balconing bekannt. Der Verkauf und die Bewerbung von Alkohol in Ladenlokalen wurde mit der damaligen Gesetzesreform ebenfalls beschränkt. Dass jetzt auch kein Alkohol mehr am Strand und auf offener Straße konsumiert werden darf, ist eine weitere Einschränkung, die dem Partytourismus auf der Insel Einhalt gebieten soll. Die Maßnahme gilt in vier Zonen, die für feierwütige Touristen und Alkoholexzesse bekannt sind – an der Playa de Palma, in Arenal, in der britischen Partyhochburg Magaluf und in Sant Antoni de Portmany auf Ibiza.

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Die Hoteliers und Gastronomen sind in dem neuen Dekret dazu aufgefordert, die Urlauber über die neuen Regeln und drohende Bußgelder zu informieren. Touristen, die gegen die Vorschriften verstoßen, müssen mit Geldstrafen zwischen 500 und 1.500 Euro rechnen. Das sogenannte „Dekret für einen verantwortlichen Tourismus und zur Verbesserung der Qualität der Tourismuszonen“, gilt vorerst bis Ende 2027. Jede der vier Zonen soll je vier Millionen Euro aus der Tourismussteuer zur Verfügung gestellt bekommen, um die Maßnahmen umzusetzen.

Es gibt jedoch auch ein paar Ausnahmen von den Regeln: So ist es weiterhin erlaubt, in Bereichen, die für Beherbergungs-, Gaststätten- oder Freizeitbetriebe zugelassen sind, Alkohol zu trinken – also zum Beispiel auf der Terrasse eines Restaurants. Auch auf Partybooten darf weiterhin Alkohol ausgeschenkt werden. Allerdings müssen sie mindestens eine Seemeile Abstand zu den betroffenen Zonen einhalten und dort auch keine Gäste mehr an Bord kommen oder aussteigen lassen.

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Hoteliers und Gastronomen begrüßen das strengere Alkohol-Verbot auf Mallorca

Die Hoteliers und Gastronomen auf Mallorca reagierten in einer gemeinsamen Mitteilung erfreut über den Beschluss der Balearen-Regierung. Für sie wird dadurch „die Kontrolle des Exzesstourismus an der Playa de Palma“ gestärkt, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Andere Wirte und Wirtinnen wie Betrice Ciccardini vom Restaurant „Zur Krone“ betrachten die Durchsetzung der neuen Vorschriften jedoch kritisch: „Wir würden es sehr begrüßen, denn die Lage wird immer schlimmer. Aber wie wollen sie das denn erreichen? Dann müssten sie ja alle verhaften. Es gibt ja keinen, der nicht trinkt auf der Straße oder am Strand.“

Dass die Balearen-Regierung in dieser Sache locker lässt, ist aber ebenso unwahrscheinlich. Seit Jahren ist es das Ziel der Verantwortlichen, das Image Mallorcas aufzupolieren und für mehr Qualitätstourismus zu sorgen. Die bisherigen Maßnahmen hatten noch nicht den gewünschten Effekt – es bleibt abzuwarten, ob sich durch das neue Dekret etwas ändert.

Rubriklistenbild: © biky/Imago