5 Prozent der Deutschen haben Angst vor Spinnen

Arachnophobie – so kann die Angst vor Spinnen effektiv besiegt werden

Eine Frau versteckt ihr Gesicht hinter ihren Händen.
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Für viele Betroffene ist die Spinnenphobie eine Belastung im Alltag. (Symbolbild)

Schätzungen zufolge leidet jeder 20. Deutsche unter einer ausgeprägten Angst vor Spinnen. Da die Phobie den Alltag in gewisser Weise einschränken kann, möchten viele die Angst besiegen.

Ein kalter Schauer, der über den Rücken läuft, Gänsehaut, ein erhöhter Puls, schwitzige Hände oder Panikattacken. Nur ein paar der Gefühle, die Menschen mit Arachnophobie verspüren können, wenn sie eine Spinne sichten. Gerade in der Herbst- und Winterzeit breiten sich die Achtbeiner wieder in den Haushalten aus.

5 Prozent der Deutschen haben laut Schätzungen eine ausgeprägte Angst vor Spinnen. Zwar ist es nicht einfach, die Angst zu besiegen, doch es ist nicht unmöglich. Welche Möglichkeiten sich bieten, von Konfrontationstherapie bis zu Apps, die die Angst beseitigen sollen.

Spinnenangst landet bei einer Befragung auf Platz eins

Etwa zwölf Millionen Menschen sind hierzulande von einer Angststörung betroffen. Meistens passiert das in dem Alter zwischen 15 und 35 Jahren. In einer Befragung von Statista gaben sogar ganze 28 Prozent der Befragten an, Angst vor Spinnen oder Käfern zu haben. Damit ist die Angst vor Spinnen mit Abstand auf Platz eins. Dahinter befindet sich die Höhenangst und die Angst vor dem Zahnarztbesuch.

Unter einer richtigen Spinnenphobie (auch Arachnophobie genannt) leiden circa fünf Prozent der Deutschen, wobei die Zahl nur auf Schätzungen basiert.

Was ist der Unterschied zwischen einer Spinnenphobie und einer Spinnenangst?

Ängste sind natürlich und wichtig für jeden Menschen, da sie als Schutz vor Gefahren für Körper und Psyche dienen. Phobien hingegen fungieren nicht als Schutzmechanismus, sondern stellen im Gegenteil eine Hürde und Belastung für den Betroffenen dar.

Was sind typische Symptome für eine Spinnenphobie?

Die Intensität einer Spinnenphobie ist von Person zu Person unterschiedlich. Einige Spinnenphobiker zeigen schon beim Anblick eines Bildes eine Angstreaktion, andere erst bei einer bewegten Spinne. Auch die Angstreaktion kann sehr unterschiedlich ausfallen. Meist sind es Symptome wie zitternde Hände, ein trockener Mund, Schweißausbrüche oder Herzklopfen, bis hin zu Herzrasen oder sogar Atemnot und Hyperventilation.

Warum ist es sinnvoll, gegen die Spinnenphobie anzukämpfen?

Vorsitzender der Gesellschaft für Angstforschung, Peter Zwanzger, erklärt gegenüber dem ZDF, wieso es so wichtig ist, gegen eine Spinnenphobie anzukämpfen. So sei die Spinnenphobie im Gegensatz zu anderen Phobien besonders „problematisch, denn sie kann überall auftauchen.“

Betroffene von Angststörungen entwickelten häufig Strategien, um ihrer Angst gar nicht erst zu begegnen. Bei einer Spinnen-Angst kann das etwa dazu führen, Ausflüge in den Keller oder nach Australien zu vermeiden. Zwanzger sagt allerdings, dass die Vermeidung die Angst nur noch mehr verstärke.

Auch, wenn sich viele davor fürchten: Konfrontationstherapie hilft

Egal, ob beim Therapeuten oder zu Hause: Viele Experten sind sich einig, dass die Konfrontationstherapie am wirksamsten gegen die Angst hilft. Dabei muss man nicht direkt zu Beginn eine Vogelspinne ins Gesicht setzen, sondern sich langsam dem Achtbeiner annähern, indem zuerst Bilder, dann Videos und dann ein echtes Exemplar angeschaut werden. Bei Therapeuten gilt die Angst meistens schon nach sechs bis acht Sitzungen als therapiert.

Wie eine Spinnen-Konfrontationstherapie auch zu Hause helfen kann

Ein schrittweises Vorgehen, welches protokolliert werden sollte, kann helfen, die Angst von zu Hause aus in nur zwei Wochen zu besiegen.

  • Schritt 1: Unbewegte Bilder von Spinnen anschauen und in regelmäßigen Abständen die Reizintensität erhöhen.
  • Schritt 2: Bewegte Videos von kleinen bis großen Spinnen fünf bis zehn Minuten täglich anschauen.
  • Schritt 3: In einem Zoo oder einer Tierhandlung einer echten Spinne begegnen und sie beobachten.
  • Schritt 4: Die Spinne berühren

Wer es zu Hause nicht schafft, seine Arachnophobie zu besiegen, kann immer Experten aufsuchen, die therapeutische Maßnahmen anwenden.

Arachnophobie: Angst besiegen mithilfe von Virtual Reality und Apps

Auch technische Möglichkeiten können bei der Bekämpfung einer Spinnenphobie nützlich sein. Mit der Virtual Reality kann sich beispielsweise an eine Begegnung mit einer Spinne herangetastet werden. Wem es zu viel wird, der kann die VR-Brille einfach schnell wieder absetzen.

Auch Apps können im Kampf gegen die Spinnenphobie hilfreich sein: Schweizer Forscher von der Universität Basel haben eine App entwickelt, bei der die Handy-Kamera eine Spinne in den eigenen vier Wänden simuliert, mit dem Ergebnis, dass die Probanden nach Nutzung der App weniger Angst vor Spinnen hatten.