Tiere im Straßenverkehr

Hund am Steuer geblitzt – was sollten Halter mit Vierbeiner im Auto beachten?

  • Sophie Kluß
    VonSophie Kluß
    schließen

In der Slowakei wurde ein Pkw mit 11 km/h zu schnell geblitzt. Der vermeintliche Fahrer: ein Hund. Was Hundehalter beachten sollten, wenn sie ihre Vierbeiner im Auto mitnehmen.

Das unterhaltsame Foto der kuriosen Aktion, festgehalten von einer Radaranlage, hat die zuständige Polizei auf ihrem Facebook-Kanal gepostet. Dort ist ein großer Hund mit braunem Fell am Steuer eines Skoda zu sehen. Er schaut konzentriert durch die Frontscheibe – ganz so, als würde er den Wagen selbst lenken. Doch die Fellnase verdeckte lediglich den eigentlichen Temposünder: sein 31-jähriges Herrchen, der schließlich eine preisverdächtige Geschichte für die Behörden parat hatte. Er behauptete laut der slowakischen Polizei, „der Havino sei plötzlich auf seine Knie gesprungen. Die Aufnahmen haben jedoch keine plötzliche Bewegung im Auto aufgezeichnet. Die Polizei verhängte vor Ort eine Blockbuße wegen Verletzung der Verkehrsregeln.“

Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.

„Extrem wichtig“: Sicherheit von Hunden im Auto

Die Polizei wies in dem Post außerdem auf die Sicherheit von Hunden im Auto hin: „Achten Sie beim Transport eines Hundes auf die Sicherheit des Tieres und der gesamten Besatzung im Auto. Auch ein Kleintier kann Ihr Leben und Ihre Gesundheit beim Fahren gefährden.“

Auch auf dem kurzen Weg zur täglichen Gassirunde sollten Sie darauf achten, Ihren Hund ausreichend zu sichern. (Symbolbild)

Dazu weiß Volker Sandner vom ADAC Technikzentrum: „Die Sicherung von Tieren im Fahrzeug ist extrem wichtig. Das heißt alleine schon bei einem Bremsvorgang oder einem Ausweichvorgang kann es extrem gefährlich für Fahrer, aber natürlich auch für das Tier werden. Das heißt, der Hund könnte durch den Innenraum geschleudert werden, den Fahrer treffen, sich dabei selbst verletzen oder letztendlich auch den Fahrer bei seiner Fahraufgabe behindern.“

Um Ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit Ihres Vierbeiners im Auto zu gewährleisten, sollten Sie beim Transport daher die folgenden Punkte berücksichtigen:

So funktioniert es richtig: Hunde im Auto transportieren

Der sicherste Platz für einen Hund im Auto ist laut ADAC eine geschlossene Hundetransportbox im Kofferraum, falls nötig zusätzlich gesichert durch ein Gurtsystem. Metallboxen gelten vor den Modellen aus Kunststoff als die sichersten. Je nach Größe und Gewicht des Hundes kann die Transportbox auch im Fußraum untergebracht werden.

Beachten Sie dabei jedoch stets die Bedürfnisse Ihres Vierbeiners. Es gilt: Für kleine Hunde kleine Boxen, für große Hunde große Boxen kaufen. Als Faustregel nennt der Automobilclub: „Platz zum Liegen sollte vorhanden sein, Raum zum Hin- und Herwandern aber nicht.“

Fixieren Sie auch andere Transporttaschen wie Softtaschen unbedingt, am besten funktioniert das mit einem Isofix-System. Weitere Sicherungssysteme sind beispielsweise Gurtsysteme wie der Anschnallgurt auf der Rückbank oder Auto-Hundegeschirre, die Sie dem Vierbeiner anlegen und ihn dann im Auto anleinen (im Kofferraum oder auf der Rückbank). Diese Methode ist vor allem bei Hundetransportsystemen, bei denen der Hund nicht in einer Box gesichert wird, die Grundvoraussetzung. Achten Sie beim Kauf neben einer guten Passform auch auf stabile Haken und vollvernähte Ösen.

Rücksitzbarrieren, Autoschutz-Decken und Trenngitter (sichere Verankerung der Gitter beachten) sollten nur als zusätzliche Sicherungsmittel dienen und stets durch stabile Gurtsysteme ergänzt werden.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Die größten Hunderassen weltweit – ist Ihr Vierbeiner dabei?

Deutsche Dogge im Herbst gibt Pfötchen
Frau spielt mit Irischem Wolfshund
Scottish Deerhound-Paar am See
Landseer Hündin mit ihren Welpen
Die größten Hunderassen weltweit – ist Ihr Vierbeiner dabei?

Bei der Auswahl des richtigen Sicherungssystems für Ihren Hund sollten Sie zudem auf die Durchführung von Crashtests sowie auf DIN-Prüfungen (DIN75410-2) achten. Probieren Sie jegliche Sicherungsvorrichtung vor dem Kauf gemeinsam mit dem Hund an und gewöhnen Sie Ihren Liebling vor der ersten Ausfahrt mit viel Geduld an das Sicherungssystem. Worauf es ankommt, wenn Sie Ihren Hund im Flugzeug mitnehmen möchten, erfahren Sie hier.

Rubriklistenbild: © BildFunkMV/Imago

Mehr zum Thema