Kommunikation

Ihr Hund leckt an Ihrer Hand? Warum oft mehr dahintersteckt als nur ein Liebesbeweis

  • Anne Hund
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Hunde jeden Alters suchen in der Regel den Kontakt zu ihrem Menschen. Durch Berührungen kommunizieren sie und bauen eine Bindung zu Frauchen oder Herrchen auf.

Viele Hundebesitzer erleben es regelmäßig: Wenn sie nach Hause kommen, freut sich ihr Hund so sehr, dass er ihnen zur Begrüßung erst einmal die Wange, die Ohren oder die Hände ableckt. Ist das der Fall, können sich die Besitzer freuen: Denn der Hund drückt mit dieser Form der Kommunikation seine enge Verbundenheit und Zuneigung zu Herrchen, Frauchen oder einer anderen Bezugsperson aus. Erfahren Sie hier, was es mit der Geste außerdem auf sich haben kann.

1. Warum Ihr Hund Sie ableckt? Geste als Zeichen der Zuneigung

Das Ablecken des Gesichts ist eine Art Liebesbeweis des Hundes gegenüber einer vertrauten Person. Ähnlich verhält es sich, wenn der Hund an den Händen leckt – für viele Menschen angenehmer als im Gesicht. Schließlich kann man sich hier danach unkompliziert die Hände waschen. Strecken Sie ihm also gern die ausgestreckte Hand hin. Sie sollten den Hund hingegen auf keinen Fall abweisen, weil er es nicht verstehen würde und die Kommunikation zwischen Ihnen und dem Hund auf Dauer leiden könnte.

So sehen Hundeexperten in der Geste des Vierbeiners einen wichtigen Schritt, was die Bindung zwischen ihm und dem Menschen betrifft. Denn: Maul und Zunge der Tiere sind etwa vergleichbar mit unseren Händen. Junge Welpen werden von ihren Müttern abgeschleckt, damit sie sich geborgen fühlen. Hunde putzen sich zudem auch manchmal gegenseitig. Gegenüber dem Menschen zeigt das Tier das Verhalten in ähnlicher Weise, wenn er ihm zeigen will, wie sehr er ihn mag.

Leckt der Hund die Hände, ist das ein Zeichen von Vertrautheit und Zuneigung. Gerade Welpen suchen verstärkt den Kontakt – so lässt sich eine Bindung zwischen Hund und Mensch aufbauen.

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2. Warum Ihr Hund Sie ableckt? Tiere wollen beschwichtigen

Begegnet ein junger Hund einem älteren Artgenossen, kann man häufig beobachten, wie der Welpe dem überlegenen Tier das Maul ableckt. Auch zwischen erwachsenen Hunden ist das Verhalten manchmal zu beobachten, das oft vonseiten des rangniedrigeren Hundes ausgeht. Hundekenner deuten das als Geste der Unterwürfigkeit. Ergänzend macht sich der Vierbeiner vor dem anderen Hund oft klein oder dreht sich zur Seite – eine Geste der Beschwichtigung, wie Geo.de zu den Verhaltensweisen von Hunden weiter erklärt. Leckt der Hund Frauchen oder Herrchen also die Hände ab, nachdem man vielleicht mit ihm geschimpft hat oder selbst womöglich angespannt ist, würde das auf hündisch bedeuten: „Du bist der Chef und hast das Sagen.“ Leckt Ihr Hund hingegen ständig an den Pfoten, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, der abklärt, ob es sich um eine medizinische Ursache handelt.

Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild)
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter von ihrer Mutter aus genau denselben Gründen. (Symbolbild)
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild)
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild)
Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

3. Warum Ihr Hund Sie ableckt? Vierbeiner will auf sich aufmerksam machen

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Noch ein Phänomen ist zu beobachten: Ist dem Hund langweilig, kann das Lecken an den Händen auch als Aufforderung zum Spielen gedeutet werden. Oder vereinfacht gesagt: Der Vierbeiner will durch die Geste versuchen aufzufallen, wie Geo.de unter anderem erklärt. Gerade junge Hunde können bekanntlich etwas stürmisch sein und suchen verstärkt den Kontakt und die Berührung. Manchmal lecken sie Frauchen oder Herrchen auch die Hände als Zeichen dafür, dass sie es mögen, weiter gestreichelt zu werden. Dann haben Sie alles richtig gemacht. Genauso sollte man natürlich auch ältere Hunde ausgiebig loben, mit ihnen spielen und sie mit Streicheleinheiten verwöhnen. In welchen Situationen man hingegen als Fremder darauf verzichten sollte, Hunde spontan zu streicheln, erfahren Sie hier.

Rubriklistenbild: © Christian Deutzmann/Agentur 54 Grad/Imago

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