Tödliche Gefahr

Hunde-Giftköder: So können Sie Ihren Vierbeiner schützen

  • Lara-Sabrina Kiehl
    VonLara-Sabrina Kiehl
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Immer wieder legen Hundehasser Giftköder aus und gefährden damit das Leben unzähliger Vierbeiner. Ein Anti-Giftköder-Training kann davor schützen.

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Hundebesitzers, wenn der alltägliche Spaziergang plötzlich in einem Überlebenskampf endet. Ein Schicksal, das derzeit einige Hundehalter aus Frankfurt teilen müssen. Ein Hundehasser hat unzählige Giftköder in einem Park ausgelegt. Die ansässige Tierklinik versucht alles, um die vielen vergifteten Hunde zu retten – zum Teil vergebens.

Hunde-Giftköder: So können Sie Ihren Vierbeiner schützen

Gefährlich und im schlimmsten Fall sogar tödlich: Giftköder. (Symbolbild)

Der Vorfall in Frankfurt erschüttert und lässt das Thema „Giftköder“ erneut aufflammen. Immer wieder kommt es vor, dass Giftköder an Wegen und Straßen ausgelegt werden. Oft sind sie schädlich, doch manchmal, so wie in Frankfurt, eben auch tödlich. Was die Betroffenen durchmachen müssen, ist kaum vorstellbar und das Leid der Hunde unbeschreiblich groß. Doch wie kann der Vierbeiner nur vor dieser versteckten Gefahr geschützt werden?

Um Hunde davon abzuhalten, unbekanntes zu fressen, gibt es spezielle Maulkörbe. Zu Bedenken ist allerdings, dass besonders schlaue Vierbeiner es schnell raus haben, trotz Maulkorb vermeintliche Leckerbissen zu erhaschen. Außerdem kommt es bei akuten Giftköder Warnungen schnell dazu, dass alle im Umfeld erhältlichen Maulkörbe ausverkauft sind. Und wer online bestellt, muss einige Tage warten. Ein Unbekannter beschwert sich wegen Hunde-Gebell und droht in einem Brief mit Gift.

Hunde-Giftköder: spezielles Training kann helfen

Ebenso können Tierhalter ihren Hund vor Giftködern schützen, indem sie ein spezielles Training absolvieren. In vielen Hundeschulen werden Anti-Giftköder-Trainingskurse angeboten, so auch bei Hundetrainerin Franziska Herre. „Eine hundertprozentige Versicherung, dass nichts passiert, ist ein solches Training nicht“, gibt sie zu. „Aber es verringert die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund einen Köder frisst.“ Was im Notfall zu tun ist und welche Symptome auf eine Vergiftung hindeuten, erfahren Sie hier.

Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Hunde hassen Krach. Vor allem Lärm, den sie nicht zuordnen können, macht ihnen Angst. Wie zum Beispiel der Staubsauger. Sobald das Gerät in der Wohnung rausgeholt und angemacht wird, verlassen viele Hunde schlagartig und panisch den Raum. Jedes Mal bedeutet dies für sie Stress.
Wer tätschelt seinem Hund nicht gern das Köpfchen? Eine Geste, die mit Sicherheit viele Hundebesitzer immer wieder machen. Nur empfinden Hunde oft alles, was von oben kommt als bedrohlich. Dreht Ihr Hund den Kopf weg oder geht beiseite, wenn Sie ihn so streicheln, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr Hund sich nicht wohl dabei fühlt.
Verkleiden Sie Ihren Hund nicht. Sein Fell reicht dem Vierbeiner in der Regel. Es sei denn es ist kalt und der Hund sehr empfindlich. Ohne triftigen Grund brauchen Hunde jedoch keine Kleidung. Ihr Vierbeiner wird es Ihnen danken, Hund bleiben zu dürfen.
Haben Sie auch schon einmal Ihren Hund beim Stöckchen werfen hereingelegt und das Objekt der Begierde gar nicht geworfen? Doch Vorsicht: Der Hund merkt sich das. Eine Studie warnt vor zu häufigem Täuschen, denn schnell könnten Hunde dadurch das Vertrauen in den Menschen verlieren.
Hunde und Erziehung: Zehn Fehler, die sie hassen, wir aber trotzdem tun

Bei einem speziellen Anti-Giftköder-Training lernt der Hund gezielt, Futter auf dem Boden liegenzulassen und seinem Besitzer anzuzeigen, anstatt es zu fressen. Sinnvoll ist dieses Training aber auch, weil nicht nur Giftköder auf Straßen und Wegen lauern, sondern auch unzählige giftige Lebensmittel, die für den Vierbeiner ebenso gefährlich werden können. Im Wesentlichen besteht das Anti-Giftköder-Training aus diesen wesentlichen Schritten:

  • Schritt 1: Als Erstes soll der Hund stehenzubleiben, sobald er Futter sieht. Bei Blickkontakt zum Futter wird der Vierbeiner gelobt, was ihn gleichzeitig auch davon abhalten soll, das Futter auf dem Boden zu essen. Hilfreich kann hier auch das Clickertraining sein. Ziel ist es, dass der Vierbeiner vor dem Futter stehen bleibt und auf ein Freigabesignal wartet. Erst dann darf er den Leckerbissen essen.
  • Schritt 2: Klappt die erste Lektion, ist es sinnvoll dem Hund beizubringen, wie er gefundenes Futter am Boden anzeigt. Dies kann er zum Beispiel, in dem er sich hinsetzt. Loben Sie den Vierbeiner zunächst wie in Schritt 1 für den Blickkontakt. Dann warten Sie, bis er sich von alleine hinsetzt und loben ihn dann ausgiebig. Klappt dies, wird der Hund anschließend nur noch für die gesamte Abfolge gelobt. Also: Blickkontakt und eigenständiges hinsetzen.

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