Reaktion im menschlichen Gehirn
Studie zum Streicheln: Warum ein Plüschtier niemals einen Hund ersetzen kann
VonAnne Hundschließen
Hundebesitzer wissen, dass die Nähe ihres Haustiers Balsam für die Seele sein kann. Kann ein Plüschtier ähnlich wirken? Das haben Forschende aus Basel untersucht.
Hunde als Haustiere können oft nicht nur für ein positiveres Lebensgefühl in der Familie sorgen. Auch das menschliche Wohlbefinden könnte sich durch die Interaktion mit Hunden verbessern. Eine Studie aus der Schweiz hat gezeigt, dass das Streicheln von Hunden im Gehirn von Menschen ganz bestimmte Reaktionen auslöst. Und zwar deutlich stärkere Reaktionen als das Streicheln eines Plüschtiers, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über die Studie im Herbst 2022 berichtet hatte.
Betroffen sei der präfrontale Kortex, der zur Regulierung und Verarbeitung sozialer und emotionaler Interaktionen beitrage, berichteten die Forschende der Universität Basel 2022 demnach. Das zeige, dass in Therapien etwa zur Verringerung von Stress und Depressionen echte Tiere nicht ohne Weiteres durch künstliche Tiere ersetzt werden könnten, schrieb das Team um die Psychologin Rahel Marti in der Fachzeitschrift PLOS ONE.
Studie: Echter Hund schlägt Plüschtier bei Reaktion im Gehirn
Die Wissenschaftler hatten dpa zufolge die Hirntätigkeit von 19 Männern und Frauen gemessen, wenn diese einen echten Hund oder einen ähnlich großen Plüschlöwen entweder ansahen, an ihre Beine kuschelten oder streichelten. Das Plüschtier hatte dabei eine gefüllte Wärmflasche im Bauch, um ungefähr dieselbe Temperatur wie der Hund zu haben.
Wie sich zeigte, stieg die Hirnaktivität in dem Areal zwar sowohl beim Umgang mit dem echten als auch dem Plüschtier, beim Hund aber deutlich stärker. Besonders groß war der Unterschied beim intensivsten Kontakt, dem Streicheln. Bei jedem weiteren Kontakt mit dem echten Hund stieg die Hirntätigkeit weiter an – nicht aber bei weiteren Kontakten mit dem Plüschtier, wie es in dem dpa-Bericht weiter zur Studie heißt. Das könne mit dem Aufbau einer sozialen Bindung zum echten Tier zu tun haben, vermuteten die Psychologin und ihre Kollegen demzufolge. Zwischen männlichen und weiblichen Studienteilnehmern gab es demnach keine deutlichen Unterschiede bei der Hirnaktivität.
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Bindung zwischen Mensch und Hund
Die höhere Hirnaktivität hielt nach dem Kontakt mit einem Hund noch an, wenn dieser schon nicht mehr da war. Bei den Plüschtieren war dieser Effekt geringer, berichtete die Nachrichtenagentur außerdem. Die Studie zeige, dass „Interaktionen mit einem Hund möglicherweise mehr Aufmerksamkeitsprozesse aktivieren und eine stärkere emotionale Erregung hervorrufen als vergleichbare nicht-lebende Reize“, so die Autorinnen und Autoren laut dpa. Die Ergebnisse müssten allerdings erst in größeren Analysen bestätigt werden, sie seien unter anderem wegen der geringen Probandenzahl zunächst mit Vorsicht zu interpretieren.
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Andere Studien zeigten, dass bei positiven Interaktionen mit Hunden unter anderem das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, das bei der Bindung eine Rolle spielen kann. Forscher aus Japan fanden zudem in einer Studie heraus, dass sogar Hunde selbst Tränen vergießen können, die mit positiven Emotionen verbunden sind.
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