Verhaltenscode für Hundebesitzer

Beim Gassi-Gehen: Dürfen Hunde aus Seen und Flüssen trinken?

Hunde sollten nicht einfach so aus irgendwelchen Flüssen und Seen trinken. Und wenn sie es doch tun, sollte der Besitzer auf bestimmte Dinge achten.

Beim Gassigehen kann der Hund schon mal Durst bekommen. Und ausgerechnet heute hat Herrchen den portablen Wassernapf und die Wasserfalsche vergessen. Wie praktisch, wenn ein See oder ein Fluss direkt in der Nähe ist. Oder? Ist es überhaupt erlaubt, dass Hunde aus Flüssen und Seen trinken?

Die Antwort ist: theoretisch Ja. Aber auch wenn es erlaubt ist, sollten Frauchen oder Herrchen ihre Tiere nicht einfach gewähren lassen, wie sie wollen. Auf diese Dinge muss man vorher achten.

Durst stillen an Bach, See und Teich: Für Hunde teilweise erlaubt, aber nicht immer sinnvoll

Ob es erlaubt ist, dass Hunde aus Seen und Flüssen trinken, kommt immer darauf an, wem sie gehören. Auf Privatgrundstücken ist es natürlich nicht erlaubt, mal eben hinzugehen und dort seinen Durst zu stillen, oder es sich gemütlich zu machen. Auf öffentlichen Flächen geht das schon, es sei denn dort stehen Schilder, die das verbieten.

Hunde dürfen an Seen und Flüssen trinken – sollten es aber nicht immer unbedingt. (Symbolbild)

Trotzdem sollten Hundehalter sich immer zweimal überlegen, ob sie ihren Vierbeiner an fremden Wasserkörpern trinken lassen, denn hier können sich die Tiere ziemlich schnell Krankheiten einfangen.

Wenn Hunde aus Seen und Flüssen trinken: Davor sollten Herrchen auf der Hut sein

Das Gefährliche für die Tiere sind Bakterien, Mikroben, Chemikalien oder andere Organismen, die sich im Wasser ansammeln und den Tieren schaden können. Dazu gehören laut der Tierklinik Ismaning auch Leptospiren, die Erreger der potenziell tödlichen Infektionskrankheit Leptospirose. Die fadenförmigen Bakterien tummeln sich vor allem im warmen Sommer in stehenden Gewässern. Trinkt ein Hund dieses Wasser, kann er sich mit der Multiorganerkrankung infizieren. Anzeichen dieser Krankheit sind Durchfall, Erbrechen, Fieber und Appetitlosigkeit.

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Auch Blaualgen, bei denen man als Mensch schon nicht einmal mehr schwimmen gehen sollte, sind nicht sonderlich gesund für Hunde – schon gar nicht als Trinkwasser. Man erkennt den Blaualgenbefall eines Gewässers an der grünen Verfärbung, dem milchigen Aussehen und den Schlieren an der Oberfläche. Sie bilden sich vor allem im Sommer bei Hitze. Nimmt ein Hund Blaualgen zu sich, von denen einige Arten giftig sind, treten auch hier zeitnah Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schlappheit, Durchfall, Appetitlosigkeit und Fieber auf.

Sobald das Tier eines oder sogar mehrere dieser Symptome zeigt, ist der Gang zum Tierarzt ratsam. Dieser kann erkennen, um welche Erkrankung es sich handelt und den Hund sofort entsprechend behandeln.

Hund an Seen, Teichen und Flüssen fernhalten: So gehen Hundehalter mit der Versuchung Wasserquelle um

Die meisten Hunde wollen trinken oder planschen, wenn sie einen See sehen. Um das zu verhindern, können Hundehalter von vornherein im Sommer eine Spazierroute wählen, die gar nicht erst an solchen Versuchungen vorbeiführt. Dann muss der Vierbeiner auch nicht enttäuscht werden, wenn er nicht ans oder ins kühle Nass darf.

Da stehende Gewässer wie Teiche und Seen besonders risikoreich sind, weil sich das Wasser darin nicht bewegt und so den perfekten Lebensraum zum Ansiedeln für Bakterien liefert, sollte man vor allem diese meiden. Wenn der Hund draußen trinken will und Herrchen kein Wasser mitgenommen hat, kann man im Zweifel besser auf einen Fluss zurückgreifen. Die Bakterienkonzentration ist hier geringer, weil das Wasser fließt und durch die Bewegung auch nicht so heiß wird. Generell gilt laut Perfect-fit.de: Frisches, klares, fließendes Wasser ist immer besser. Wenn Mensch nicht selbst darin schwimmen würde, sollte Hund daraus nicht trinken.

Gegen Leptospirose kann man seinen Vierbeiner außerdem regelmäßig impfen lassen, was sinnvoll ist, wenn man es nicht komplett vermeiden kann, dass das Tier aus fremden Wasserkörpern trinkt. Idealerweise hat man den Hund aber schon im Welpenalter dazu erzogen, aus einer Flasche trinken zu können. Dann muss Herrchen keinen Napf mitschleppen oder ein sauberes Gewässer für das Tier suchen.

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