Große Trauer
Forscher stellen Vergleich an: Der Tod eines Hundes kann genauso wehtun wie der eines geliebten Menschen
VonSimon Monesschließen
Wenn der geliebte Hund stirbt, ist die Trauer groß. Eine Studie zeigt, dass sie sich mit dem Tod eines Menschen vergleichen lässt.
Wer ein Haustier hat, der weiß, dass es viel mehr ist als das. Es ist ein Mitglied der Familie und entsprechend schmerzhaft ist sein Tod. Das mag für unsere Mitmenschen oftmals nicht nachvollziehbar sein. „Es ist doch nur ein Hund“, wird dann oft gesagt oder dass man darüber hinwegkommen soll. Doch ganz so einfach ist das nicht.
Denn den Tod eines geliebten Haustieres kann man durchaus mit dem Ableben eines Menschen vergleichen, wie eine Studie der Psychologin Jui Axelrod gezeigt hat, über die mehrere Medien berichten. Es kann demnach sogar schwieriger sein, den Tod eines Hundes zu verkraften als den eines Menschen.
Wenn ein Hund stirbt, schmerzt das genauso sehr, wie wenn man einen geliebten Menschen verliert
Was komisch klingt, hat einen ganz logischen Hintergrund. Stirbt ein Mensch, gibt es viele Wege, die Trauer zu bewältigen. Und auch im Umfeld gibt es viele Menschen, die diesen Verlust teilen und daher helfen können, den Schmerz zu lindern. Für den Tod eines Haustieres gibt es aber keinen „akzeptablen Weg“. Dabei ist die Bindung ähnlich tief wie bei anderen Familienmitgliedern.
Im Todesfall eines Hundes oder einer Katze gibt es jedoch nicht die gleiche Unterstützung. Stattdessen wird erwartet, dass man sofort wieder funktioniert und zur Arbeit geht oder am sozialen Leben teilnimmt. Absagen, weil das Haustier verstorben ist? Nicht mehr als eine schlechte Ausrede. Und auch Mitmenschen, denen es ähnlich geht, können den Schmerz oft nicht nachvollziehen. Die Folge: Die Gefühle werden unterdrückt, statt gesund damit umzugehen.
Trauerfeier kann Hundebesitzer bei der Trauerbewältigung helfen
So könnte laut dem Psychologieprofessor Frank T. McAndrew etwa schon helfen, wenn sich Hundebesitzer im Rahmen einer Trauerfeier von ihrem Vierbeiner verabschieden können. Solche Rituale seien wichtig, um den Verlust auf die richtige Weise zu verarbeiten, wie er dem internationalen Nachrichten-Portal The Conversation erklärte.
Hunderassen für Allergiker: Welche Rassen besonders geeignet sind




Hinzukommt, dass sich mit dem Tod des Hundes auch der Alltag massiv verändert. Denn dieser wird oftmals um die Bedürfnisse des Hundes geplant. Etwa, wann dieser Gassi geführt werden muss. Und auch in der Urlaubsplanung spielt der Vierbeiner eine gewichtige Rolle. Laut der Studie lösen diese Veränderungen der Routine und der Lebensumstände bei den Besitzern großen Stress aus.
Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie im kostenlosen Partner-Newsletter von Landtiere.de, den Sie gleich hier abonnieren können.
In der Folge werden unklare Geräusche oft mit dem Winseln des verstorbenen Haustieres gleichgesetzt, wie eine Umfrage von US-Forschern zeigt. Oder man hält sie für die Krallen auf den Fliesen. Mancher meint auch den geliebten Vierbeiner aus dem Augenwinkel zu sehen. Besonders oft treten diese Täuschungen übrigens kurz nach dem Todesfall auf. Es ist eben nicht „nur ein Hund“, sondern ein treuer Begleiter, der für so manchen Menschen fast wie ein eigenes Kind ist. Es ist also wichtig, sich auch bei einem verstorbenen Haustier genug Zeit zunehmen, um die Trauer zu bewältigen.
Rubriklistenbild: © agfotostock/Imago

