Laute Kritik
Aldi, Lidl und Penny – Kunden strafen Discounter wegen Müll ab
- VonJessica Jungschließen
Aldi, Netto, Lidl und Penny gehören hierzulande zu den Discountern schlecht hin. Aktuell hagelt es allerdings ordentlich Kritik für die Einzelhändler.
Dortmund – „Seit 20 Jahren steigt das Aufkommen von Verpackungsmüll in Deutschland nahezu kontinuierlich“, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) auf seiner Website. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat nun einen Verpackungscheck in 48 Supermarkt-Filialen gemacht – mit einem schockierenden Ergebnis für Kunden.
Kritik für Aldi, Netto, Lidl, Penny und Co. – „Einweg-Müllflut statt Abfallvermeidung“
„Bei Aldi Nord, Aldi Süd, Norma, Lidl, Netto, Penny und Kaufland herrscht Einweg-Müllflut statt Abfallvermeidung“, kündigte die Deutsche Umwelthilfe e.V. am 20. Juli auf Instagram an. „Sie alle erhalten die Rote Karte, weil sie in den von uns getesteten Filialen viel zu stark auf Einweg-Verpackungen setzen und Möglichkeiten für Abfallvermeidung und Mehrweg ungenutzt lassen“, heißt es weiter.
Spitzenreiter seien die Filialen von Aldi Nord und Aldi Süd: „In den von uns untersuchten Filialen von Aldi Nord etwa wurden 72 Prozent des Obstes und Gemüses umweltschädlich verpackt angeboten. Außerdem boten Discounter wie Aldi, Lidl & Co. ausschließlich Einweg-Verpackungen bei Getränken statt regionaler Mehrwegflaschen an“, bemängelt die Deutsche Umwelthilfe e.V.
Auch Edeka und Rewe könnten sich beim Thema Mehrwegangebot verbessern. Die Umwelthilfe vergibt den Supermärkten deshalb die Gelbe Karte. Doch Kunden der Lebensmittelhändler sind alles andere als begeistert von dem Ergebnis (mehr Service-News bei RUHR24 lesen).
Rote Karte für Aldi, Lidl, Netto, Penny und Co. – Kunden strafen Discounter wegen Müll ab
„Kaufland hatte bei uns mal einen verpackungslosen Bereich für Haferflocken etc. zum Selbstabfüllen, aber den gibt es nicht mehr“, beschwert sich eine Instagram-Nutzerin unter dem Post. Eine andere Userin kommt zu dem Entschluss: „Wir brauchen politisch (gegen Konzerninteressen) durchgesetzte, transparente und bezahlbare Einkaufsmöglichkeiten!“
Ob sich Aldi, Netto, Lidl, Penny und Co. die Beschwerden zu Herzen nehmen und etwas an dem Aufkommen von Verpackungsmüll ändern, bleibt jedoch nur abzuwarten. Auf Anfragen von RUHR24 gab es bislang noch keine Rückmeldungen zu den Vorwürfen.
Rubriklistenbild: © Rust/Imago; Revierfoto/Imago; Michael Bihlmayer/Imago; Collage: RUHR24