„Vieles kostet heute einfach doppelt so viel“
Joghurt, Hühnerkeulen, Orangen: Foto von alter Zeitungsanzeige zeigt Lidl-Preise von 2008
- VonCarmen Mörwaldschließen
Die Inflation findet kein Ende. Ein altes Prospekt von Lidl macht deutlich, wie sehr die Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren gestiegen sind.
München – Die Preise für Lebensmittel steigen weiter – wenn auch langsamer. Laut des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts wurden Nahrungsmittel zwischen 2023 und 2024 um 1,3 Prozent teurer, verglichen mit vor drei Jahren sogar um knapp 30 Prozent. Inmitten dieser Teuerungswelle wirkt eine alte Zeitungsanzeige von 2008, die auf Reddit die Runde macht, wie aus einer anderen Welt: Sie zeigt die damaligen, im Vergleich fast schon lächerlich günstigen, Lidl-Preise.
Vergleichsweise günstige Lidl-Preise aus 2008: Alte Zeitungsanzeige sorgt bei Reddit für Aufruhr
Ein Nutzer teilte ein Foto von dem Prospekt unter dem Subreddit von Österreich. Auch auf dem Foto ist zu sehen, dass es sich bei der Zeitung offenbar um Werbung aus Österreich handeln muss. Konkret handelt es sich um eine Zeitungsanzeige von Lidl, bei der mehrere Aktionspreise abgebildet wurden. So kostete im Jahr 2008 der „Landliebe“-Joghurt etwa 49 Cent (3,27 Euro pro Kilo), Hühnerkeulen 3,29 Euro (2,99 Euro pro Kilo) und Orangen 99 Cent (66 Cent pro Kilo). Von diesen Preisen können Verbraucher heute nur träumen. Die Lebensmittelpreise könnten künftig sogar noch weiter anziehen.
Eine Erholung ist also vorerst nicht in Sicht. Grund dafür ist unter anderem, dass Energie- und Produktionskosten weiterhin hoch bleiben, wie das Bundeszentrum für Ernährung informiert. Höhere Preise für Rohstoffe und Transport wiederum belasten die Hersteller, die diese Kosten an die Verbraucher weitergeben. Auch schlechte Ernten durch Extremwetterereignisse oder wirtschaftspolitische Krisen wie der Ukraine-Krieg führen zu weniger Angebot und höheren Preisen.
Lidl-Preise aus alter Zeitungsanzeige machen fassungslos: „Vieles kostet heute einfach doppelt so viel“
Reddit staunt bei den Lidl-Preisen aus der alten Zeitungsanzeige nicht schlecht. Einem Nutzer zufolge koste 400 Gramm Bio-Rinderfaschiertes heute so viel wie damals das Kilo. Ein anderer berichtete, dass er gerade bei Billa gewesen sei, um eine Paprika zu kaufen. Bei einem satten Preis von 1,99 Euro dachte er, er habe sich verschaut. „Vieles kostet heute einfach doppelt so viel“, stellte ein Nutzer in den Kommentaren fest. Seiner Meinung nach gehe das über die Inflation hinaus.
Wie deutlich die Preise gestiegen sind, macht auch ein Kassenbon aus dem Jahr 2002 deutlich. Ein Lidl-Kunde zeigte sich wegen des damaligen 9,33-Euro-Einkaufs entsetzt.
Die Reddit-Nutzer sind sich einig, dass die heutigen Preise gar nicht gehen. Einer wies jedoch darauf hin, dass es zwar teuer geworden sei, dafür aber auch die Löhne gestiegen seien. Demnach habe man 2008 im Einzelhandel durchschnittlich knapp 1000 Euro verdient – ein Lohn, mit dem die Inflation heutzutage kaum zu bewältigen wäre. Ein Nutzer gab ihm recht und erzählte, dass er erst einen Aushang bei Lidl mit einem Angebot von 2400 Euro brutto gesehen habe. (cln)
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