Supermarkt-Strategien

Tricks der Geschäfte: So verleitet das Einkaufswagen-Design zum Großeinkauf

  • Julia Hanigk
    VonJulia Hanigk
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Einkaufswagen sind nicht nur Transportmittel für Einkäufe, sondern auch psychologische Werkzeuge. Sie beeinflussen das Kaufverhalten von Kunden unbewusst.

Bremen – Die Gestaltung von Einkaufswagen in Geschäften wie Kaufland, Lidl oder Aldi ist keineswegs zufällig, sondern sorgfältig durchdacht. Supermärkte arbeiten mit psychologischen Tricks, die zum Mehrklauf einladen.

Großer Einkaufswagen mit viel Stauraum? Dahinter steckt ein psychologischer Einkaufstrick

Wer ein paar Dinge einkaufen möchte, der greift bei seinem Einkauf zum bereitgestellten Wagen. Das ist ja auch praktisch, schließlich muss man die Produkte nicht tragen und hat genügend Stauraum. Dieser Stauraum im Wagen hat aber noch einen anderen Hintergrund. Denn dadurch entsteht der sogenannte „Aufwandsreflex“: Wenn nur wenige Produkte im Wagen liegen, ist der Kunde geneigt, mehr hinzuzufügen, selbst wenn es nicht unbedingt benötigt wird.

„Wenn der Wagen zu groß ist, haben wir keinen Referenzwert mehr. Aber wenn er nur ein bisschen größer ist als der, den wir kennen, dann kaufen wir mehr. Das ist erwiesen“, so ein Marketingexperte gegenüber Focus Online.

Einkaufswagen-Design regt zum Mehrkauf an

Aber nicht nur die Größe, sondern auch das Design des Wagens ist sorgfältig überlegt. Oft ist der Wagen so konstruiert, dass er zum Kunden hin abfällt. Wenn man dann zum Beispiel eine Flasche in den Wagen legt, rutscht sie nach unten und aus dem Blickfeld. Auch hier entsteht die Illusion, dass weniger im Einkaufswagen liegt. „Dadurch nehmen wir nicht mehr so bewusst wahr, was wir schon alles eingepackt haben – und legen noch mehr rein“, ergänzt der Marketingexperte.

Das Design eines Einkaufswagens ist kein Zufall, sondern soll zum Kauf anregen.

Kunststoffecken und Zusatzfächer: Das perfekte Design des Einkaufswagens

Abgesehen von den Funktionen des Wagens, die das Einkaufsverhalten beeinflussen sollen, gibt es aber auch Elemente mit funktionalem Nutzen. Viele Wagen verfügen über zusätzliche Fächer, um zu verhindern, dass kleine Gegenstände herausfallen. Nicht zu vergessen ist auch der Kindersitz, der in vielen Modellen vorhanden ist. Dieser ist nicht nur nützlich, wenn man mit Kleinkindern einkauft, sondern auch für Menschen, die alleine einkaufen und dort beispielsweise Obstbeutel aufhängen können.

Am hinteren Ende des Wagens sind in der Regel zwei Kunststoffteile angebracht, die die Ecken abdecken. Sie tragen dazu bei, dass die Rückgabe des Wagens so geräuschlos wie möglich erfolgt. Wie Aldi in seinem Unternehmensblog bekannt gab, bietet ein Einkaufswagen noch weitere Vorteile: Er spart Zeit an der Kasse. Um noch schneller zu sein, werden sogar Tipps geteilt, die Wagen ohne Chip zu nutzen.

Nicht nur am Wagen – auch bei der Ladensortierung wird getrickst

Ein weiterer häufig angewandter Trick der Supermärkte besteht darin, teurere Produkte beim Auffüllen der Regale direkt in Augenhöhe und im Blickfeld der Kunden zu platzieren. So ist es einfacher, sie zu greifen. Wer Geld sparen möchte und nach günstigeren Produkten sucht, wird eher in den unteren oder oberen Regalen fündig, bei denen man sich strecken oder bücken muss. Die dahinterstehende Idee: Teurere Produkte landen häufiger im Einkaufswagen.

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien. (jh)

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