Olivenöl im Supermarkt bald Mangelware? Experte befürchtet steigende Preise

  • VonDennis Friedrich-Liedschulte
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Olivenöl ist in Deutschland beinahe so gängig in der Küche wie Pfeffer und Salz. In Zukunft könnte das mediterrane Produkt teurer werden. Doch das ist nicht alles.

Dortmund – Durch die Corona-Pandemie ist es zum ersten Mal vorgekommen, dass phasenweise Supermarktregale leer geblieben sind, wie RUHR24 berichtet hat. Doch das könnte nur der Anfang gewesen sein. Wegen schwieriger Wetterverhältnisse könnte das in Zukunft noch häufiger vorkommen. Ein Beispiel: Olivenöl.

Olivenöl im Supermarkt knapp? Experte schlägt Alarm und kündigt Preissteigerungen an

In Spanien sei im Jahr 2022 viel zu wenig Regen gefallen. Dürre und Hitze taten ihr Übriges. Die Folgen sind Ernteeinbußen von circa 56 Prozent, erklärt Tomislav Bucic, Manager der weltbekannten Olivenölmarke Bertolli, gegenüber dem Spiegel.

Und 2023? Auch in diesem Jahr sieht es eher schlecht aus. Olivenpflanzen brauchen zu gewissen Phasen Regen – der blieb auch in diesem Jahr aus. Bucic ist besorgt. Die Anbaugebiete in Spanien sehen einer herausfordernden Zeit entgegen (mehr News zu Supermarkt und Discounter bei RUHR24).

Gegenüber dem Spiegel erklärt Bucic, dass Rohware aktuell bis zu 50 Prozent mehr kostet, es aber beim Endprodukt lediglich zu Preissteigerungen von bis zu 21 Prozent gekommen sei. Im Jahr 2023 habe man bereits Oliven aus Südamerika gekauft.

Olivenöl im Supermarkt bald Luxusgut: Kunden werden es an der Kasse im Supermarkt merken

Heißt im Umkehrschluss, dass Kunden das beim Einkaufen im Supermarkt an der Kasse in den kommenden Monaten und Jahren zu spüren bekommen werden (auch interessant: Großer Getränke-Rückruf wegen illegaler Substanz: Kunden droht Herzinfarkt).

Wie die Wirtschaftswoche schon im Mai 2023 berichtet hat, droht Olivenöl zu einem Luxusprodukt zu werden. Dürre und Trockenheit haben in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die europäischen Anbaugebiete leiden. Die Ernteproduktion sei auf dem Tiefststand.

Olivenöl im Supermarkt bald teurer? Ein Experte befürchtet das.

Das Portal agragheute.de bringt die Problematik beim Anbau von Oliven auf den Punkt. Zu wenig Wasser, zu viel Hitze, Dürre und Trockenheit. In der Saison 2022/23 haben europäische Landwirte um die 1,4 Millionen Tonnen geerntet, 2021/22 waren es noch 2,3 Millionen Tonnen.

Natürlich könne sich das in Zukunft wieder ändern. Man könne auch wieder bessere Jahre erwarten. Aktuell sei es aber schwierig, so Tomislav Bucic.

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