Qualität zu kleinem Preis
Discounter-Kaffee räumt ab: Stiftung Warentest kürt den Sieger
VonKarolin Stevelmansschließen
Eine Tasse Kaffee am Morgen ist für viele Menschen ein beliebtes Ritual. Dabei muss es nicht immer die teuerste Marke sein, wie Stiftung Warentest belegt.
Dortmund – Die Supermärkte und Discounter bieten eine breite Auswahl an Kaffee-Sorten. Dabei kommt es beim Kaffee-Kauf vor allem darauf an, welche Maschine Verbraucher Zuhause haben. So greifen viele zu ganzen Bohnen, Pads oder auch zum klassischen Kaffee-Pulver. Welche Kaffee-Bohnen die Tester von der Stiftung Warentest überzeugen konnten, könnte den ein oder anderen überraschen.
Discounter-Kaffee räumt ab: Stiftung Warentest kürt den Sieger
Insgesamt 21 getestete Kaffee-Bohnen hat die Verbraucherorganisation unter die Lupe genommen. Dabei beurteilten die Tester die Produkte im Hinblick auf optische und geschmackliche Faktoren, Inhaltsstoffe und Verpackung. Im Vergleich wurden Espresso- und Caffè-Crema-Bohnen berücksichtigt.
Wer am liebsten kräftigen Espresso trinkt, dem empfiehlt die Stiftung Warentest zwei italienische Marken. Lavazza Espresso Italiano Cremoso und Segafredo Intermezzo schneiden am besten ab und überzeugen vor allem aufgrund ihrer Röstaromen, ihrem intensiven Geschmack und dem zarten Crema-Schaum.
So können sich die italienischen Marken im Wettbewerb um den geschmackvollsten Espresso tatsächlich beweisen. Schließlich stammt die Zubereitungsart ursprünglich aus Mailand (Italien).
Kaffee muss nicht immer teuer sein: Stiftung Warentest kürt überraschenden Sieger
Wer lieber auf die mildere Caffè-Crema-Bohnen zurückgreift, kann hingegen auch deutsche Marken guten Gewissens kaufen. Im Test schneiden drei Crema-Bohnen von bekannten Discountern am besten ab:
- Netto Cafèt Caffè Crema Barista
- Aldi Nord Moreno Caffè Crema
- Lidl Bellarom Caffè Crema Gustoso
Nicht nur geschmacklich bewerten die Tester die Discounter-Bohnen als besonders vollmundig, sondern auch preislich liegen sie in einem erschwinglichen Preissegment von etwa 8 bis 10 Euro pro Kilogramm. Die Espresso-Bohnen von Lavazza und Segafredo kosten Verbrauchern bis zu 15 Euro pro Kilogramm. Kaffee-Bohnen sollte man nicht im Küchenschrank lagern, sonst verlieren sie an Aroma.
Alle Kaffee-Bohnen als solide Produkte bewertet: Qualität kann Tester insgesamt überzeugen
Ein erfreuliches Ergebnis kann die Verbraucherorganisation neben den individuellen Testergebnissen zu den Kaffee-Produkten zusätzlich feststellen: Der Schadstoff-Richtwert der EU für den Stoff Acrylamid wurde bei keinem Produkt überschritten. Acrylamid entsteht beim Rösten und wird als krebserregend und als mögliche Ursache für Erbgutveränderung eingestuft. Eine Überprüfung von möglichen Schadstoffen in Fischstäbchen hat zuletzt Grund zur Vorsicht geliefert.
Trotz zufriedenstellender Testergebnisse in allen Preisklassen rät die Stiftung Warentest Verbrauchern nicht unbedingt dazu, das günstigste Produkt zu wählen. Sie betont, dass auch Faktoren wie ein Bio- oder Nachhaltigkeitssiegel beim Kauf berücksichtigt werden sollten, um einen umweltschonenden Kaffee-Anbau in den Exportländern zu unterstützen.
Zwar beruhen die Tests der Stiftung Warentest auf bestimmten Qualitätsmerkmalen, dennoch können die Vergleiche nur eine Momentaufnahme der Produkt-Palette geben. Hersteller nehmen immer wieder Veränderung an den Inhaltsstoffe, der Herstellung und der Verpackung vor, weshalb Verbraucher diese Faktoren berücksichtigen müssen.
Rubriklistenbild: © Markus Mainka/IMAGO

