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Erste Hilfe an Silvester: Rettungsdienst gibt Tipps für den Notfall

  • Anni Gebhard
    VonAnni Gebhard
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Jedes Jahr an Silvester verletzten sich Menschen an den Feuerwerksraketen. Der Rettungsdienst gibt wichtige Tipps, wie im Ernstfall richtig Erste Hilfe geleistet wird.

Silvester steht vor der Tür! Rettungsdienste, Pfleger und Ärzte sind dann wieder im Dauereinsatz. In den meisten Fällen hat das mit der falschen Verwendung von Feuerwerkskörpern zu tun. Besonders unter Alkoholeinfluss passieren Unfälle, die Brandverletzungen oder sogar abgetrennte Finger zur Folge haben. 2019 mussten 4.000 Menschen behandelt werden. Mit diesen Erste-Hilfe-Tipps seid ihr gewappnet, falls beim Böllern etwas passiert.

Tipps für Silvester: Beim Feuerwerk und Böllern auf die Kennzeichnung achten

Die bei uns zugelassenen Feuerwerkskörper tragen alle eine Kennzeichnung, welche darauf hinweist, dass das Feuerwerk im richtigen Umgang sicher ist. Wer Böller aus dem Ausland kauft, die nicht die Zulassungsmarkierung tragen, macht sich damit nicht nur strafbar, sondern begibt sich in große Gefahr. Oft ist die Zusammensetzung des Böllers nämlich unbekannt.

Sicherheit an Silvester: Diese Gefahren birgt ein Feuerwerk

Bei Unfällen im Zusammenhang mit Feuerwerk denken viele automatisch an Brandverletzungen, dabei kann beim Hantieren mit Böllern und Raketen noch viel mehr passieren, wie die Johanniter Unfall-Hilfe verrät. Wird beispielsweise der vorgegebene Sicherheitsabstand nicht eingehalten, kommt es oft auch zu Augenverletzungen.

Manche Jugendlichen halten als Mutprobe die Böller lange in der Hand. Das führt häufig zu Brandverletzungen an der Hand bis hin zum Verlust einiger Finger.

Gelangt ein Fremdkörper ins Auge, sollte dieser niemals selbst entfernt werden, sondern nur vom Personal des Rettungsdienstes oder Krankenhauses. Als erste Maßnahme empfiehlt die Johanniter, das betroffene Auge mit einer sterilen Wundauflage abzudecken und beide Augen zu verbinden. Mit einer Schutzbrille und einem ausreichenden Sicherheitsabstand kann vorgesorgt werden.

Feuerwerk an Silvester: Tipps für den sicheren Umgang mit Raketen

Schlimmstenfalls bleiben Brand- und Augenverletzungen oder auch Hörschäden lebenslang. Um dies zu verhindern, verrät die Johanniter einige Tipps zum sicheren Umgang mit Feuerwerk:

  • Handelt verantwortungsvoll und zündet kein Feuerwerk, wenn ihr zu viel Alkohol getrunken habt. Andere, die betrunken mit Böllern und Raketen hantieren, bestenfalls davon abhalten.
  • Nur geprüftes Feuerwerk kaufen (mit „CE“-Kennzeichnung).
  • Vor dem Zünden die Gebrauchsanweisung sorgfältig durchlesen.
  • Feuerwerk nur im Freien und nicht in geschlossenen Räumen zünden.
  • Feuerwerkskörper nie länger als nötig in der Hand halten.
  • Den vorgegebenen Sicherheitsabstand einhalten.
  • Niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Fahrzeuge zielen.
  • Kinder nie alleine mit Feuerwerk hantieren lassen.
  • Kinder auch beim Zünden von beispielsweise Knallerbsen beaufsichtigen.
  • Nie versuchen, Feuerwerkskörper, die beim ersten Versuch nicht gezündet haben, ein zweites Mal anzuzünden - die Gefahr, dass es dabei in der Hand zu einer Explosion kommt, ist sehr hoch.
  • Keine Blindgänger aufsammeln, sie können immer noch explodieren.

Kommt es durch Böllern zu Brandverletzungen, solltet ihr die Wunde umgehend mit Leitungswasser (kein Schnee und Eis) kühlen und mit einer sterilen, nicht klebenden Wundauflage verbinden. Bei schweren Verletzungen solltet ihr sofort den Rettungsdienst unter der 112 rufen.

Ohrschädigungen durch Böller bleiben im schlimmsten Fall ein Leben lang bestehen

Silvesterböller erreichen mit 175 Dezibel eine Lautstärke, die die eines Presslufthammers sogar übersteigt. Nicht selten kommt es daher zu einem Knalltrauma, welches das Innenohr stark beschädigen kann. Infolgedessen kann das Gehör über mehrere Stunden und Tage beeinträchtigt sein, im schlimmsten Fall sogar lebenslang. Zur Vorsorge empfiehlt die Johanniter Ohrstöpsel.

Letztlich lernt man die wichtigsten Handgriffe und Tipps in einem Erste-Hilfe-Kurs. Die Johanniter empfiehlt, diesen alle zwei Jahre aufzufrischen, um in Gefahrensituationen ohne langes Nachdenken helfen zu können.

Rubriklistenbild: © ROBIN UTRECHT/ picture alliance

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