Beim Einkauf ist Vorsicht geboten
Stiftung Warentest gnadenlos: Teure Sonnencreme-Marke fällt mit „Mangelhaft“ durch
VonChristoph Gschoßmannschließen
Stiftung Warentest nimmt Sonnencremes unter die Lupe und nimmt kein Blatt vor den Mund. Einige Marken sollte man vermeiden.
Kassel – Der Sommer ist da – Grund genug, sich mit Sonnencreme für die heißen Monate einzudecken. Den Schutz vor Hautkrebs sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen. Hilfe gibt es hierbei von Stiftung Warentest: Die Verbraucherschutz-Experten haben verschiedene Produkte getestet und kamen zu einem überraschenden Ergebnis: Effektiver Sonnenschutz muss nicht teuer sein. Der Testsieger unter den Sonnencremes ist zwar hochpreisig, doch es gibt günstige Alternativen, die fast ebenso gut abschneiden.
Nur eine Sonnencreme im Jahr 2025 mit „Sehr Gut“ bewertet
Der Testsieger des Jahres 2025 ist „Eau Thermale Avène Sonnenmilch Dry Touch“. Diese Sonnenmilch, die im Durchschnitt 25,25 Euro kostet, erhielt als einzige die Bewertung „Sehr gut“ mit der Note 1,5. Dicht dahinter, mit der Note 1,6, folgen drei preiswertere Produkte: „Garnier Ambre Solaire Hydra 24H Protect +“ für durchschnittlich 6,95 Euro, „Nivea Sun Schutz & Pflege Sonnenspray Citracell-Protect“ mit einem Preis von etwa 9,19 Euro und „V.Sun Find Me In The Sunshine Sun Cream Body Sensitive“, die im Mittel 14,95 Euro kostet. Die vollständigen Testergebnisse können bei Stiftung Warentest erworben werden.
Stiftung Warentest: Diese Sonnencremes erhielten 2024 und 2025 „Mangelhaft“
- Eco Cosmetics Sonnenlotion Neutral
- Vichy Capital Soleil Sonnenspray Mit Feuchtigkeitsspendendem Hyaluron
- Garnier Ambre Solaire Sensitive Expert + Ultraleichte Sonnenschutz-Milch
Diese drei Produkte bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn sie minimal schlechter bewertet wurden als der Testsieger. Ebenfalls positiv aufgefallen ist die „Hawaiian Tropic Glowing Protection Lotion“, die für einen Durchschnittspreis von 8,54 Euro mit der Note 1,7 bewertet wurde. Diese Produkte sind die einzigen, die in diesem Jahr mit „Sehr gut“ oder „Gut“ ausgezeichnet wurden. Enttäuschend schnitten hingegen die „Eco Cosmetics Sonnenlotion Neutral“ (durchschnittlich 26,90 Euro) und das „Vichy Capital Soleil Sonnenspray Mit Feuchtigkeitsspendendem Hyaluron“ (durchschnittlich 25,50 Euro) ab, da der UV-Schutz bei diesen Produkten nicht eingehalten wurde.
Sonnencreme-Tests im Jahr 2024: Edeka und Rossmann vorne
Im Jahr 2024 führte Stiftung Warentest ebenfalls Tests durch, bei denen andere Marken untersucht wurden. Die Ergebnisse aus dem Juli 2024 zeigen, dass besonders günstige Produkte überzeugen konnten. Das „Edeka Sun D‘Or Sonnenspray transparent“ erreichte mit einem Durchschnittspreis von 4,31 Euro die beste Bewertung unter allen 18 getesteten Marken der letzten beiden Jahre und erhielt die Note 1,4 („Sehr gut“).
Auch das „Rossmann Sunozon Sonnenspray“ schnitt mit der Note 1,5 („Sehr gut“) ab und kostet im Durchschnitt nur 4,29 Euro. Weitere Sonnenschutzmittel von Eucerin, Jean&Len, Rewe, V.Sun, dm und Vichy wurden im Vorjahr mit „Gut“ bewertet. Enttäuschend war hingegen die „Garnier Ambre Solaire Sensitive Expert + Ultraleichte Sonnenschutz-Milch“ (durchschnittlich 10,00 Euro), die mit „Mangelhaft“ bewertet wurde.
Stiftung Warentest: Diese Sonnencremes erhielten 2024 und 2025 „Sehr Gut“
- Eau Thermale Avène Sonnenmilch Dry Touch
- Edeka Sun D‘Or Sonnenspray transparent
- Rossmann Sunozon Sonnenspray
Stiftung Warentest legt bei der Bewertung den größten Wert auf das „Einhalten des ausgelobten UV-Schutzes“, was 55 Prozent der Gesamtnote ausmacht. Weitere 20 Prozent entfallen auf die Deklaration auf der Verpackung. Die Verpackung selbst wird mit zehn Prozent bewertet, ebenso wie die Anwendung. Fünf Prozent der Bewertung entfallen auf Inhaltsstoffe, die von der EU kritisch betrachtet werden.
Sonnencreme als wichtiger Schutz: Wie vermeidet man Hautkrebs?
Mit Sonnencreme allein ist bei der Vorsorge gegen Hautkrebs nicht getan. „Prävention ist der beste Schutz: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, langärmlige Kleidung, Sonnenhüte und das Vermeiden direkter Sonne sind essenziell“, erläuterte Barmer-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer. „Heute zeigen sich Spätfolgen einer Zeit, in der Sonnenbaden ohne UV-Schutz weit verbreitet war.“ Auch künstliche UV-Strahlung aus Solarien solle gemieden werden. Es helfen zudem regelmäßige Hautkontrollen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
In der Bundesrepublik kommen nach Angaben des Krebsinformationsdienstes am häufigsten der sogenannte weiße und der schwarze Hautkrebs vor. Ersterer wächst langsam und lässt sich in der Regel gut behandeln, die Betroffenen etwa eines Basalzellkarzinoms (Basaliom) oder Plattenepithelkarzinoms haben gute Heilungschancen. Schwarzer Hautkrebs hingegen, auch (malignes) Melanom genannt, wächst aggressiver, was die Behandlung erschweren kann. Die Heilungschancen beim Melanom steigen aber, wenn der Tumor frühzeitig erkannt wurde. Fachleute raten deshalb neben der Kontrolle beim Hautarzt auch zu regelmäßigen Eigenuntersuchungen. (cgsc mit dpa)
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