Familien-Fehde

„Für mich geht die Mission weiter“: Prinz Harry erklärt Zerwürfnis mit Royal Family

  • Annemarie Göbbel
    VonAnnemarie Göbbel
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Prinz Harry spricht erstmals persönlich über den Moment, als es zum Bruch mit seiner royalen Familie kam. Aus seiner Sicht ein einsamer Kampf.

London – Es ist das erste große Interview, das Prinz Harry (39) nach seinem Sieg in der Datenschutzklage gegen die Mirror Group Newspaper (kurz: MGN) gibt. Der Herzog von Sussex gab in der gestern im britischen Fernsehen ausgestrahlten ITV-Dokumentation „Tabloids On Trail“ (dt. „Auf der Spur der Boulevardpresse“) einen Einblick, wie und warum es zum Rechtsstreit kam. Er sprach auch über den Anteil der Medien an der tiefen Kluft zwischen ihm und König Charles (75) und Prinz William (42).

Prinz Harry erklärt den Moment der Abkehr von seiner Familie: „Es hat einen Teil des Risses verursacht“

Die Royal-Fans durften sich auf pikante Enthüllungen freuen. Prinz Harry sprach ausführlich über Hochs und Tiefs bei den Gerichtsverfahren mit der Mirror Group Newspapers und seinen Kampf gegen die „illegalen Taktiken der britischen Boulevardpresse“. Diese heftigen Streitigkeiten gingen an Prinz Harry nicht spurlos vorbei, denn das Verhältnis zu seiner Familie blieb davon nicht unberührt.

Prügel, Drogen, Poolparty: Prinz Harrys Eskapaden in Bildern

Zu Prinzessin Dianas (36, † 1997) Lebenzeiten ging alles seinen Gang. Nach ihrem tragischen Tod, war Prinz Harry aus der Bahn geworfen. Im zarten Alter von 14 Jahren rauchte er zum ersten Mal einen Joint. Danach ging es weiter mit wilden Partys, Alkohol und Mädchen. Als Prinz Harry seinen 18. Geburtstag feierte, bestand noch Hoffnung. Damals sagte er in einem Exklusiv-Interview mit der britischen Nachrichtenagentur Press Association, dass er seine Drogen- und Alkoholexzesse als Minderjähriger zutiefst bereue. Seine Eskapaden seien „ein Irrtum gewesen“ und er wolle sich fortan lieber wohltätigen Zwecken widmen.
Prinz William, Prinz Harry, Prinz Andrew am Christmas Day vor der  Kirche in Sandringham, Norfolk.
In „Spare“ beschreibt Prinz Harry seine erste Liebhaberin Sasha Walpole als „ältere Frau“, dabei war sie nur zwei Jahre älter als er (Fotomontage).
Harry besucht bis 2003 das Eton College.
Prügel, Drogen, Poolparty: Prinz Harrys Eskapaden in Bildern

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Auf die Frage, inwieweit sein Vorgehen die Beziehung zur Royal Family zerstört habe, erklärt der Ehemann von Meghan Markle (42) und inzwischen zweifacher Vater: „Das war sicherlich ein zentraler Punkt. Aber das ist eine schwer zu beantwortende Frage, denn alles, was ich über meine Familie sage, führt zu einer Flut von Beschimpfungen durch die Presse“. Der Herzog hatte zuvor bereits öffentlich beklagt, dass die Medien nicht nur seine früheren Beziehungen zu Freundinnen gestört hätten, sondern auch die zu seiner Familie väterlicherseits, wie er zugibt: „Aber ja, es hat einen Teil des Risses verursacht“.

Prinz Harry ehrlich: „Für mich geht die Mission weiter“

Der Vertrauensbruch führte zum endgültigen Bruch und einem Neuanfang in den Vereinigten Staaten: „Ich versuche, Gerechtigkeit für alle zu erreichen“, sagte Harry der ITV-Journalistin Rebecca Barry, die das Interview führt. „Dies ist eine David-gegen-Goliath-Situation – die Davids sind die Kläger und der Goliath ist dieses riesige Medienunternehmen.“ Auf die Frage nach seinem Sieg gegen MGN im Dezember 2023 sagte er: „Ich fühlte mich bestätigt. Telefon-Hacking gibt es schon seit langem … Es ist eine Menge ans Licht gekommen, von der die Menschen und insbesondere die britische Öffentlichkeit keine Ahnung hatten.“

Prinz Harry hätte sich mehr Rückhalt von seiner royalen Familie gewünscht.

Es war allerdings auch ein einsamer Weg, den der Prinz aufgrund seiner Überzeugung einschlug. Erstmalig beschreibt der auch den Moment der Erkenntnis, dass seine Familie und er in dieser Sache nicht an einem Strang zogen. Er hätte sich mehr Unterstützung und Rückendeckung seitens des Königshauses gewünscht, erklärt er seine Sicht: „Es wäre schön, wenn wir es als Familie tun würden“, sagt er an einer Stelle des Interviews. „Ich bin der Meinung, dass, wenn man eine öffentliche Funktion ausübt, man diese Dinge für das Allgemeinwohl tun sollte“, fügt er hinzu. Ein Zurück gibt es nicht für ihn: „Aber, wissen Sie, ich tue das aus meinen eigenen Gründen“.

Damit meint der Herzog, dass er den Kampf gegen die Presse auch im Namen seiner verstorbenen Mutter Prinzessin Diana (36, † 1997) führt. Es gebe Beweise dafür, dass sie Mitte der Neunzigerjahre gehackt worden sei, doch „noch heute stellt die Boulevardpresse sie als überforderte, hysterische Frau dar. Und sie ist heute nicht mehr da, um die Wahrheit zu beweisen“. Es scheint für ihn festzustehen, dass er sich weiter gegen unlautere Presse-Taktiken wehren will:. „Für mich geht die Mission weiter“, machte er seinem Ärger schon in der Ankündigung der Doku Luft. Verwendete Quellen: variety.com, hollywoodreporter.com

Rubriklistenbild: © Anfisa Polyushkevych/Imago

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