Studie liefert alarmierende Ergebnisse
Corona-Krise: "Boreout" durch Homeoffice - das sollte man beachten
VonJulia Cuprakowaschließen
Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, arbeiten viele Arbeitnehmer im Homeoffice. Doch das Arbeiten von Zuhause birgt Risiken und kann zu "Boreout" führen.
- Das Coronavirus hat Baden-Württemberg fest im Griff.
- Um sich an das Kontaktverbot zu halten, setzten deshalb viele Firmen auf Homeoffice.
- Doch der fehlende Abstand zum Arbeitsplatz birgt auch Risiken.
Baden-Württemberg - Das Coronavirus hat das alltägliche Leben grundlegend verändert. Die sozialen Kontakte wurden zurückgefahren. Viele Arbeitnehmer arbeiten im Homeoffice.
Coronavirus in Baden-Württemberg: Homeoffice birgt Risiken
Im Schlafanzug zur Arbeit? Vor der Coronavirus-Krise war es eine Traumvorstellung vieler Arbeitnehmer. Nun wurde der vermeintliche Traum wahr. Seit der rasanten Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg arbeiten viele Menschen von Zuhause aus. Im Homeoffice zu arbeiten hat seine Vorteile: Man lässt das Auto stehen und schont damit die Umwelt und spart sich außerdem eine Menge Zeit im Stau. Doch der fehlende Abstand zum Arbeitsplatz birgt auch Risiken für die psychische Gesundheit. Eine Studie der Technischen Universität in Darmstadt liefert alarmierende Ergebnisse.
Die Personal-Professorin Ruth Stock-Homburg, die Leiterin der Studie "Cofit4u - Mental Fitness for you" warnt vor psychischer Belastung durch Homeoffice. Seit dem angeordneten Kontaktverbot befragt Stock-Homburg regelmäßig Büroangestellte im Homeoffice zu ihrem psychischen Wohlbefinden. Die Ergebnisse der Studie sind mehr als beunruhigend. Denn: Mit dem anhaltenden Kontaktverbot und mit dem andauernden Homeoffice geht es den befragten Personen nach eigenen Angaben zunehmend schlechter.
Coronavirus-Krise in BaWü: "Boreout" durch Homeoffice
Aber was genau bewirkt die psychische Belastung während des Homeoffice? In einem Interview mit der faz.de erklärt Stock-Homburg, dass die Angestellten, die im Homeoffice arbeiten, an sogenanntem "Boreout" erkranken können. Das heißt: Langweile, eine Sinnkrise oder Unklarheit über die eigene Entwicklung breitet sich aus. Im Fall während der Corona-Krise, bedeutet das, dass die Menschen sich zu Hause langweilen und aufgrund dessen eine Sinnkrise bekommen, denn es besteht eine Unklarheit darüber wie lange die Corona-Situation noch anhalten wird.
Langeweile kann krankmachen, insbesondere, wenn wir sie Tag für Tag in unserem Beruf erleben. Das Boreout-Syndrom ist der jüngere Bruder des #Burnouts. https://t.co/VfRwERkFMF
— DW Wirtschaft (@dw_wirtschaft) April 4, 2020
Dem Namen nach kann man "Boreout" leicht mit dem Krankheitsbild "Burnout" verwechselt. Und tatsächlich sind sich die Symptome beziehungsweise die Folgeerkrankungen von beiden Krankheiten sehr ähnlich. Bei langanhaltendem "Boreout" können Depressionen oder auch Angststörungen entstehen, unter denen in Deutschland bereits jeder Vierte leidet, erklärt Stock-Homburg gegenüber der faz.de. "Boreout" als Krankheit lässt sich leicht beheben. Man müsse nur die zugrundeliegende Umstände ändern. Die Folgeerkrankungen lassen sich allerdings nicht so leicht aus der Welt schaffen und genau diese könnten sich zu einem Problem entwickeln.
Coronavirus-Krise: So lässt sich "Boreout" vermeiden
An dieser Stelle drängt sich die Frage auf, wie man "Boreout" vermeiden kann? Dazu gibt es mehrere Ansatzpunkte. Man sollte sich körperlich wie auch mental fit halten. Die psychische Gesundheit lässt sich durch das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten stärken, und zwar außerhalb der Familie. Während der Corona-Krise eher digital als persönlich. Aktuell kann man sich aber auch gut in der Gesellschaft einbringen - indem man zum Beispiel für Risikogruppen oder Menschen in Quarantäne einkaufen geht.
Die körperliche Fitness spielt aber auch eine entscheidende Rolle. Denn bekanntermaßen hängt die körperliche Befindlichkeit mit der mentalen Gesundheit zusammen. Gerade in Zeiten von Homeoffice sollte man in Bewegung bleiben. Sei es durch kurze und intensive Workouts zu Hause oder lange und ausgedehnte Spaziergänge im Wald. Beides bringt das Herz-Kreislaufsystem in Schwung und stärkt das Immunsystem.
Coronavirus in Baden-Württemberg: Tipps für Homeoffice
Für Menschen, die noch nie im Homeoffice gearbeitet haben, müssen sich erst an die neue Situation gewöhnen. Experten raten dazu den Tag möglichst gut zu strukturieren und sich an den festgelegten Plan zu halten. Das heißt, sich bestimmte Ziele für den Tag zu setzten, sei es für die Arbeit oder für die Hausarbeit. Diese sollten nach und nach abgearbeitet werden. Zum Homeoffice gehören aber auch Pausen. Während der Pause sollte man sich allerdings wirklich ausruhen und nicht etwa den Abwasch erledigen.
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