Es mangelt schon an den Grundlagen

Echo24.de-User fordern: Das muss an unseren Schulen besser werden

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An den Schulen im Land liegt einiges im Argen.
  • Daniel Hagmann
    VonDaniel Hagmann
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Gedichtanalyse in vier Sprachen, aber keine Ahnung von Steuern oder Mieten.

Nicht nur die Pisa-Studie zeigt: In unserem Schulsystem ist einiges im Argen. Es liegt nicht unbedingt daran, dass zu wenig gelehrt wird, sondern vielmehr das Falsche. Viele Inhalte sind praxisfern und einfach viiiel zu speziell. Nicht jede Fähigkeit bringt einen im Alltag weiter - und der Satz "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir" passt oft nicht zu den Unterrichtsinhalten.

Es sei nur an den viralen Tweet einer Schülerin erinnert, die angemerkt hat: "Ich bin fast 18 und habe keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtanalyse schreiben. In 4 Sprachen." Mehr Allgemeinbildung muss her - weniger Fachidiotenwissen. Brauchen wir also in allen Schulen Fächer wie "Ernährung", "Wirtschaft" oder "Medienkompetenz"? Wir haben auf Facebook unsere User befragt, was sie an den Schulen von heute gerne ändern würden.

Ein wichtiges Thema dabei: Unterrichtsausfall. Mehr Lehrer müssen her, es gebe zu viele Freistunden wegen Lehrermangels, schreibt eine Userin. Weiterhin fordert sie die gezielte Förderung der individuellen Talente und mehr Disziplin: "Ich finde, es sollte strenger werden, was die Ausdrucksweise und den Respekt angeht. Natürlich sind hierbei wir Eltern genauso gefragt."

Eine andere Nutzerin findet, dass es schon an den absoluten Grundlagen mangelt: Die Schüler sollten mehr Aufsätze verfassen, "damit die Leute schreiben können (...). Und Kopfrechnen üben." Eine weitere Kommentatorin empfiehlt auf den echo24.de-Aufruf, den Stoff wesentlich konzentrierter zu lehren und zu lernen - im so genannten Epochenunterricht. Das heißt: Ein Thema steht im Mittelpunkt und wird fächerübergreifend beispielsweise aus biologischer, historischer, politischer und kultureller Perspektive betrachtet. Diese Vorgehensweise fördert vernetztes Denken.

Weiterhin bei unseren Nutzern beliebt: das skandinavische Schulsystem. Dieses ist eingliedrig, es gibt für alle eine neunjährige Grundschule und - freiwillig danach - das dreijährige Gymnasium. Also weg mit der Trennung nach der vierten Klasse in Haupt, Real-, Gemeinschaftsschule oder Gymnasium. Dazu fordert die Facebook-Nutzerin: Die Noten sollte man auch sein lassen, sie "sind so aussagekräftig wie ein Toaster".

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